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Norderbrarup : Ein zugstarkes Auto für die Pferdeklappe

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ein Vorstandsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung spendet der Norderbraruper Initiative einen gebrauchten Geländewagen.

Voller Freude nahm Petra Teegen, Vorsitzende der „Pferdeklappe“ in Rurup ein großzügiges Geschenk entgegen. Die Firma B.u.W. Schmidt aus dem niedersächsischen Garbsen spendete dem gemeinnützigen Verein einen SUV. „Das Auto erweitert und erleichtert unsere Arbeit ungemein“, erklärte Teegen. Sie und ihre Helfer bei der Pferdeklappe übernehmen Pferde, die aus finanziellen, familiären, gesundheitlichen oder anderen schwerwiegenden persönlichen Gründen von ihren Besitzern nicht weiter versorgt werden können und versuchen sie in liebevolle Hände weiter zu vermitteln.

„Die meisten Menschen bringen ihre Pferde direkt zu uns“, erklärt Teegen. Aber es gebe auch Pferdebesitzer, die kein Geld mehr für den Transport hätten. Und da komme das neue Auto gerade recht. Denn es hätte eine Zugleistung von 3,2 Tonnen und könne auch einen Anhänger mit zwei Kaltblütern ziehen. Dass der Ssangyong Rexton bereits zehn Jahre alt ist und fast 300.000 Kilometer auf dem Buckel hat, macht ihr nichts aus. „Wir werden supergut damit umgehen, damit es noch lange lebt“, versprach Teegen.

Die Vorgeschichte zu dieser Spende begannt im Dezember vergangenen Jahres. Damals erhielt die Pferdeklappe den Charity-Award der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Vorstandsmitglied Gabriele Heydenreich hielt die stark emotionsgeladene Laudatio und stellte vor allem die Frage: „Was war vor dieser Idee?“ Da die Besitzer der Pferde sich ihre Tiere nach Schicksalsschlägen förmlich aus dem Herzen reißen müssten, seien die Vierbeiner manchmal schon in hilfsbedürftigem Zustand, wenn sie in die Obhut von Petra Teegen gegeben werden. Vor der Pferdeklappe war Siechtum oder Tod die einzige Alternative für diese Tiere. Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 aber, habe die Pferdeklappe mehr als 500 Pferde aus Notsituationen gerettet. Allein in diesem Jahr wurden 60 Pferde aufgenommen. Davon sind inzwischen 31 weitervermittelt – die meisten innerhalb von 36 Stunden.

Im Rahmen der Preisverleihung äußerte Teegen damals ihren Wunsch nach einem robusten Fahrzeug. Heydenreich, Besitzerin des Unternehmens B.u.W. Schmidt, das Kunststofferzeugnisse für das Kranken- und Rettungswesen herstellt, erklärte sich spontan bereit, ihr gebrauchtes Fahrzeug an die Pferdeklappe zu spenden. Und nun brachte sie es persönlich vorbei.

Woran fehlt es der Pferdeklappe jetzt noch? „Um den teilweise traumatisierten Pferden, die bei uns ankommen, die Möglichkeit eines Auslaufs zu geben, benötigen wir mehr Land in der Nähe des Hofes“, erklärt Teegen. Dort hätten die Tiere Gelegenheit, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen und sich zu beruhigen. Doch sehe sie dafür angesichts der momentanen Landbesitzsituation kaum eine Chance.

Ein weiterer Wunsch Teegens ist die Stabilisierung der finanziellen Situation des Vereins. Sach- oder Geldspenden seien immer willkommen. Doch könne man mit ihnen nicht rechnen. Deshalb wirbt sie für Beitritte zum Verein, der zurzeit 302 Mitglieder hat. „Einen Vereinsbeitrag von zehn Euro pro Jahr kann sich jeder leisten“, erklärt sie. Damit tue man ein gutes Werk. Und die Pferdeklappe könne sich im Bereich der Tiermedizin etwas freier bewegen.

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