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Kappelner Rettungswache : Ein Zertifikat für die schnelle Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Dekra überprüft Strukturen und Effektivität der Kappelner Rettungswache des DRK.

„Wir sind sehr stolz auf unseren Rettungsdienst und die dort tätigen Mitarbeiter.“ Sichtlich zufrieden präsentierte DRK-Kreisgeschäftsführer Kai Schmidt die Zertifizierungsurkunde, die ihm Joachim Brandt von der Dekra, Abteilung „Certification“, überreichte.

In den Rettungswachen Kappeln und Sörup hatten die Experten der Dekra, stellvertretend für alle Rettungswachen im Kreis, in den vergangenen Wochen die gesamte Organisation des Rettungsdienstes einer eingehenden Überprüfung unterzogen. „Für den Rettungsdienst ist es wichtig, effektiv zu arbeiten und sich immer wieder auch neuen Herausforderungen zu stellen“, hob der Leiter des Rettungsdienstes des DRK im Kreis Schleswig-Flensburg, Wolfgang Rochlitz, hervor. Als Beispiel nannte er die vermehrten Kreisverkehre: Den Autofahrer freut es, der Fahrer des Rettungswagen muss abbremsen, langsam durch den Kreis fahren und dann wieder beschleunigen. Rochlitz: „Das kostet allerdings Zeit und kann zur Folge haben, dass die im Rettungsgesetz des Landes festgeschriebenen zwölf Minuten Hilfsfrist nicht mehr einzuhalten sind.“

Der ersten Zertifizierung hat sich der DRK-Rettungsdienst im Kreis vor drei Jahren gestellt. Dabei geht es nicht nur um die Überprüfung der Strukturen, auch die Teilnahme an Ausschreibungen erfordert eine Zertifizierung. Kai Schmidt sagte dazu: „Der Rettungsdienst verändert sich ständig.“ Dem müsse sich das DRK mit seinen neun Rettungswachen im Kreis stellen. Hinzu kommen die zwei Notarzt-Einsatzfahrzeuge in Kappeln und Schleswig.

120 Mitarbeiter sorgen dafür, dass an 365 Tagen, rund um die Uhr, Menschen geholfen und gerettet werden können. Innerhalb von zwölf Minuten muss jede Siedlung im Kreis von einem Rettungsfahrzeug erreichbar sein. Der Qualitätsbeauftragte des DRK-Rettungsdienstes, Sven Wilkens, betonte dabei: „Bei unseren Einsätzen geht es oftmals um Leben und Tod, da ist jede Sekunde kostbar.“ Wie groß inzwischen die Herausforderung ist, zeigen 26.000 Touren im Jahr, dabei werden 1,1 Millionen. Kilometer zurück gelegt. Und die Einsatzzahlen steigen um drei bis fünf Prozent jährlich.

Nach den Worten von Joachim Brandt von der Dekra ist beim Rettungsdienst kein Tag wie der andere. Ziel der Qualifizierung sei es, das Rettungsmanagement laufend zu verbessern. Als Beispiel nannte er die Beladung der Fahrzeuge. Früher lag das mitgeführte Material in jedem Fahrzeug an einem anderen Ort. Dank der Qualifizierungsmaßnahmen sind die Lagerorte in jedem Fahrzeug jetzt identisch, und jedes Besatzungsmitglied eines Rettungswagen weiß, wo das Material liegt. Qualifizierungsmanagement sei ein laufender Prozess, unterstrich Brandt und kündigte an, in zwei Jahren diesen Prozess erneut zu überprüfen.

Und Kai Schmidt brachte es schließlich mit der Bemerkung auf den Punkt, dass durch die Zertifizierung zwar die Arbeit und Organisation des DRK-Rettungsdienstes überprüft werde – „den Nutzen haben aber die Menschen im Kreis, die in Notlagen auf schnelle und effektive Hilfe angewiesen sind“.

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