Ein Wochenende mit viel Spiel und Spaß für behinderte Kinder

Helga Appel aus Schleswig und Michael Arendt aus Kappeln freuen sich über die große Resonanz der Frühlingsfreizeit und malen mit. Foto: U. Köhler
Helga Appel aus Schleswig und Michael Arendt aus Kappeln freuen sich über die große Resonanz der Frühlingsfreizeit und malen mit. Foto: U. Köhler

Die Freizeitaktion für behinderte Kinder und Jugendliche in Kappeln fand auch im dritten Anlauf kreisweite Beachtung.

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20. April 2009, 10:00 Uhr

Kappeln | Alle zwei Jahre treffen sich in der Kappelner Jugendherberge für ein Wochenende behinderte Kinder und Jugendliche mit ihren Angehörigen aus dem gesamten Kreisgebiet zur Frühlingsfreizeit. Gestern ging nun die dritte Veranstaltung dieser Art zu Ende. Die Nachfrage war wie immer groß - sehr zur Freude des veranstaltenden Vereins Franka (Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe Kappeln), der seit 1990 besteht.

Zu den 42 behinderten Kindern und Jugendlichen hatten sich deren Eltern und Geschwister gesellt, so dass die Jugendherberge mit reichlich hundert Teilnehmern voll ausgelastet war. Für Initiator Michael Arendt aus Kappeln war das Freizeit-Engagement der Herbergs-Eltern und deren Mitarbeiter ein besonderes Dankeschön wert - das gleiche galt für die DRK-Sanitäter, die ihre freie Zeit in den Dienst der Freizeit stellten.

Das zweitägige Fest bot viel Unterhaltung: Dafür sorgten unter anderen "Grünschnabel" und zwei Berliner, die sich mit ihrer Fußball-Akrobatik bundesweit einen Namen gemacht haben. Die Familien ließen es sich, losgelöst vom Alltag, gut gehen, fühlten sich bestens versorgt und betreut. Angesagt waren Spaß und Spiel, Basteln und Malen. Schließlich galt es, den Saal für den abendlichen "Schwoof" selbst und zwar maritim zu schmücken. Sogar Rasierschaum musste dafür herhalten: Spaß und Lebensfreude pur.

Die Idee zur Frühlingsfreizeit stammt von Michael Arendt - langjähriger Vorsitzender des Vereins Franka und seit einem Jahr Ehrenvorsitzender. Zusammen mit Kassenwart Oluf Castagne, Geschäftsführer Heinrich Stenglein sowie der stellvertretenden Vorsitzenden Gisela Windmann und deren Bastelkreis hatte er im Vorfeld auch diesmal wieder alle organisatorischen Weichen gestellt - sehr zur Freude von Helga Appel, Vorsitzende des Schleswiger Vereins zur "Förderung Behinderter - Familien entlastender Dienst", kurz FED genannt. Als Partner dieser Veranstaltung - weiterer Partner ist der Verein St.-Nicolaiheim Sundsacker - schätzt Appel dieses Franka-Angebot sehr und ist froh, dass die Resonanz so groß ist. Da können sich zum einen gehandicapte Kinder und Jugendliche gemeinsam kreativ betätigen, wobei ihnen Betreuer helfend zur Seite stehen. Gleichzeitig haben auch deren Eltern die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre einander kennenzulernen - sie wissen ihre Kinder in guten Händen. Kappelns Bürgervorsteher Jürgen Seemann übernahm, für diese Freizeit, der er große Bedeutung beimisst, die Schirmherrschaft.

Die Kappelner Frühlingsfreizeit hat längst einen guten Ruf - kein Wunder also, wenn einige der Teilnehmer bereits zum dritten Mal dabei waren. Für Michael Arendt und Helga Appel ist das ein Indiz dafür, dass "wir es richtig und gut machen". Und weil das so ist, soll es in zwei Jahren eine Neuauflage dieser Freizeit für behinderte Kinder und Jugendliche mit deren Familien geben.

Natürlich ist eine solche zweitägige Veranstaltung nicht zum Nulltarif zu haben. Michael Arendt rechnet mit Kosten von rund 10 000 Euro und schätzt sich glücklich, gleich mehrere Stiftungen, die finanziell helfen, an seiner Seite zu haben. Dazu gehören die Franz-Beckenbauer- ebenso wie die Bayer-, Hessenmüller-, Christoph-Husen und Nospa-Stiftung. Finanzielle Unterstützung kommt aber auch von der Raiffeisenbank - um nur einige zu nennen. Selbstverständlich steuern die Teilnehmer einen Obulus bei. Und sollte es dennoch ein Defizit geben, springt Franka mit einer Ausfallbürgschaft in die Bresche. Für Dunja Lehmann aus Kappeln und ihre knapp drei Jahre alte Tochter Marie war die Frühlingsfreizeit 2009 jedenfalls "eine gute Sache".

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