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Neues Gastgeberverzeichnis : Ein urlaubsreifer Ferienkatalog

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im grundsanierten Gastgeberverzeichnis 2014 der Touristikvereine Kappeln und Ferienland Ostsee rücken die Gäste-Bedürfnisse stärker als bisher in den Vordergrund. Mit 30.000 neongrünen Exemplaren wollen die Vereine die Urlauber anlocken.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Gibt es bald einen gemeinsamen Katalog der Ostseefjord-Schlei-GmbH (OFS) mit den Touristikvereinen Ferienland Ostsee (Geltinger Bucht) und dem Kappelner Touristikverein ? Seit dem Führungswechsel bei der OFS ist man sich atmosphärisch näher gekommen, doch beim Thema eines gemeinsamen Gastgeberverzeichnisses mit der OFS halten sich die beiden großen Touristikvereine in der Region bedeckt. „Ob es einen Urlaubskatalog 2015 mit der OFS gibt, das ist ein Thema, um in die Kugel zuschauen. Wir wünschen uns alle, näher zusammen zu arbeiten, doch wie das genau funktioniert, wissen wir noch nicht“, sagt Heinrich Nissen, Vorstandsmitglied im Touristikverein Ferienland Ostsee, bei der Präsentation des Gastgeberverzeichnisses 2014. Und Hilke Thomsen, zweite Vorsitzende desselben Vereins, ergänzt: „Wir sind zu allen Seiten offen. Gespräche mit der OFS sind für den Herbst angesetzt, da wird es in der Hauptsache um Marketingfragen gehen.“

In diesem Punkt haben die Vereine nach eigener Aussage gute Erfolge aufzuweisen. So haben die Vereine im Juni eine Presse-Service-Agentur eingeschaltet, die bis Juli mehr als 1,1 Millionen Abdrucke in Zeitungen und Anzeigenblättern erreichte. Nissen behauptet, dass man heute mit dem gleichen Geld wesentlich mehr beim Marketing erreiche als früher. Nissen: „Früher mussten wir vorher das Geld geben und dann sehen was passiert. Es würde uns alle freuen, wenn jetzt auch unsere Ideen einfließen könnten.“ Ingwer Hansen, Vorsitzender des Kappelner Touristikvereins, meint gar, dass man nicht unbedingt alles zusammen vermarkten müsse. Hilke Thomsen sagt, man habe man sich mittlerweile im Marketing einiges an Wissen angeeignet, dass man auch gerne einbringen wolle. „Wir wollen mitreden und nicht nur abnicken.“ Hintergrund dieser Haltung ist, dass der gemeinsame Urlauberkatalog für die beiden Touristikvereine nach wie vor Haupteinnahmequelle ist. Das spielt gerade für den Verein Ferienland Ostsee eine große Rolle, weil man von diesen Einnahmen auch zwei Touristinformationen unterhält.

Wenn sich also auch OFS und die beiden Vereine näher gekommen sind, agieren die Vereine völlig unabhängig von dieser jüngsten Entwicklung. Dies zeigt sich bei der Vorstellung des des neongrünen Gastgeberverzeichnisses 2014 nur allzu deutlich. Die aufwändige Herstellung des neuen Magazins kam einer Komplettsanierung der bisherigen Ausgaben gleich. „Wir haben nicht nur die Farben des Deckblattes geändert, wir haben fast alles geändert“, sagt Hansen. So haben die beiden Vereine die Imageseiten neu gestaltet. Bei den Anzeigen wurden einheitliche Schriftgrößen und Bilderzahlen zugrunde gelegt. Auch die Farbauswahl für die Vermieteradressen wurde vereinheitlicht. „Wir haben uns selbst eine große Aufgabe gestellt und sie erfüllt“, so Hansen. Am Schluss sei es ein wenig „holterdiepolter“ gegangen. „Doch das Ergebnis kann sich, glaube ich, sehen lassen“, so der Chef des Kappelner Touristikvereins. Letztlich sollen diese Änderungen den rund 160 Seiten starken Wendekatalog für die Gäste übersichtlicher machen. Doch die Veränderungen riefen zunächst Skepsis unter den Vermieter hervor. „Anfangs haben wir Feuer gehabt, als wir den Vermietern die Veränderungen nahe bringen mussten. Doch nachdem wir jetzt die ersten 1000 Kataloge versandt haben, haben wir bislang nur ein positives Feedback bekommen“, sagt Nissen. Und auch Kappeln hat bereits knapp 1000 Kataloge verschickt. Insgesamt beträgt die Auflage 30.000 Exemplare.

Was die eigene Zusammenarbeit betrifft, so überwiegen für die Vereine die Vorteile bei Weitem. Nach Ansicht von Nissen tun sich die beiden Vereine gegenseitig nicht weh. Und Hansen meint: „Wer Gast in der Geltinger Bucht ist, wird auch Kappeln besuchen und umgekehrt, wer in Kappeln ist, will sich auch die Reize der Geltinger Bucht ansehen.“ Für den einzelnen Vermieter wird laut Hansen die Situation durch die größere Auswahl nicht einfacher, doch für den Gast wird sie besser.

Was die Zahl der Übernachtungen anbelangt, so sei hier eine positive Entwicklung zu verzeichnen, sagt Hansen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Doch müsse man auch feststellen, dass die Verweildauer am Urlaubsort kürzer werde. Hilke Thomsen appelliert in diesem Zusammenhang an die Politik, die Ferien zu entzerren. Alles andere wäre für Verkehr und Tourismus eine Katastrophe. Heinrich Nissen setzt auf zielgruppenorientierte Themenurlaube wie Angeln oder Reiten, um die Saison verlängern. „Es geht in erster Linie nicht darum, die Sommermonate, sondern die Nebensaison zu stärken und diese attraktiver zu gestalten“, glaubt er.

Allerdings ist laut Thomsen gerade beim Reittourismus eine vielversprechende Initiative in Ostangeln ins Stocken geraten. Und wie Hansen betont, setzt der Reittourismus eine gute Infrastruktur und entsprechendes Geld voraus. So wird die Region bis auf Weiteres von Spontanurlaubern und damit auch vom Wetter abhängig sein, doch letzteres war in diesem Jahr bekanntlich sehr erfreulich.

 

 

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