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Wunschzettel-Aktion : Ein Stück Papier zum Weihnachts-Glück

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Kappelner Kinder haben Wunschzettel geschrieben - und warten nun auf Menschen, die ihnen ihre Wünsche erfüllen.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 18:50 Uhr

Es weihnachtet wieder, und was wäre Weihnachten in Kappeln ohne die Wunschzettelaktion des Ordnungs- und Sozialamtes? Sogar Bürgermeister Heiko Traulsen sagt im Magistratszimmer: „Wir haben einen freudigen Anlass, uns zu treffen.“ Und dass, obwohl er am Ende das Portemonnaie zücken muss. Doch es geht um einen guten Zweck.

Denn Ziel der Wunschzettelaktion ist es, bedürftigen Kindern unter 14 Jahren einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Diesen haben die Kinder auf einen nummerierten Zettel geschrieben, und jeder, der bei der Aktion mitmacht, versucht, dieses Geschenk im Wert von 20 bis 30 Euro zu besorgen. Gefragt sind Spielzeug, Autos und Puppen. Einmal gelang es sogar, über eine Band ein ausrangiertes Schlagzeug zu besorgen. Doch das soll die Ausnahme bleiben.

Helga Lorenzen, Leiterin des Ordnungs- und Sozialamtes, berichtet, dass die Aktion bei den Bürgern gut ankommt. Eine Einwohnerin hatte sich bei ihr gemeldet und gesagt: „Ich finde es toll, mal für bedürftige Kinder einzukaufen. Meine Enkelkinder haben doch schon alles.“ Und in diesem Jahr sind erstmals auch ausdrücklich Flüchtlingskinder in die Aktion einbezogen. Laut Rathausmitarbeiterin Marina Stark, mitverantwortlich für die Aktion, sind schon jetzt 150 Wunschzettel im Rathaus eingetroffen, etwa so viel wie insgesamt im vergangenen Jahr. Doch mit 50 bis 60 weiteren Zetteln rechnet Stark noch.

Unter den Abnehmern gibt es auch Stammkunden, wie Marina Stark zu berichten weiß: Ein Bürger bestellt seinen Wunschzettel immer telefonisch. Wichtig bei der Aktion ist, dass die Schenker nicht mitbekommen, wer der oder die Beschenkte ist. Sie wissen nur, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist und wie alt er oder sie ist.

Wie stark die Aktion nach mindestens 25-jährigem Bestehen in der Stadt verwurzelt ist, zeigt auch die großzügige Unterstützung einiger Organisationen. Profundus mit Geschäftsführerin Corinna Graunke gehört genauso dazu wie die Lions. „Die Lions haben in diesem Jahr die Aufgabe übernommen, die Wunschzettel zu verteilen, die im Rathaus übrig bleiben, ansonsten haben wir die immer unter den Mitarbeitern verteilt“, sagt Helga Lorenzen. Traditionell unterstützen auch die Kappelner Werkstätten die Wunschzettel-Idee. Geschäftsführer Stefan Lenz sagt: „Wir unterstützen in diesem Jahr nur die Tafel und die Geschenkzettel-Aktion, denn hier entsteht jeweils zusätzlicher Bedarf wegen der Flüchtlinge.“ Das Geld spenden die Mitarbeiter auf der ansonsten kostenlosen Weihnachtsfeier. Lenz rechnet mit einem vierstelligen Betrag, der auf jede Aktion entfällt. Dabei wollen die Werkstätten die Geschenke für übrig gebliebene Wunschzettel übernehmen. Sollte ein Betrag übrig bleiben, fließt er in die Weihnachtsaktion. Gunnar Dubil, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, nimmt sich schon mal einen Schwung mit 30 Zetteln, um sie unter den Mitarbeitern zu verteilen. Dubil ist von der Sache überzeugt: „Die Reaktionen auf die Geschenke haben wir nicht in der Hand, ebenso wenig ob die die Präsente überhaupt abgeholt werden. Doch die Aktion an sich ist einfach gut.“

>Wer auch einem Kind aus einer bedürftigen Familie einen Wunsch erfüllen möchte, kann sich in der nächsten Woche von Montag bis Mittwoch von 10 bis 12 Uhr im Rathaus einen Wunschzettel abholen. Das besorgte Geschenk, wird dann wieder mit dem Wunschzettel im Rathaus abgegeben und das Geschenk dort später an das jeweilige Kind verteilt.

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