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Schlei-Bote

12. Dezember 2017 | 13:53 Uhr

Ein stimmiger Tag aus einer anderen Zeit

vom

Mehrere Tausend Besucher beim "Tag der Oldtimer" / Teilnehmende Vereine loben gute Kombination / Besucher waren vor allem Familien

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kappeln | Den gestrigen Tag darf man wohl durchaus als gelungen betrachten. Sicherlich gab es noch die ein oder andere Stellschraube, die im nächsten Jahr vielleicht etwas fester angezogen werden kann, aber unterm Strich erfuhr der "Tag der Oldtimer" ein positives Echo. Erster Grund: die Verlegung des Termins vom Herbst ins Frühjahr. Zweiter Grund: das gute Wetter. Dritter und wichtigster Grund: das ergänzende Miteinander der Aktiven.

Die Besonderheiten des "Tag der Oldtimer" befanden sich schön hintereinander aufgereiht beginnend am Südhafen. Wer entlang der ohnehin gut besuchten Hafenpromenade, vorbei an den zahlreichen Heringsanglern schlenderte, landete automatisch zunächst bei den Oldtimerfreunden aus Loit. 22 Schlepper hatten die Oldiefreunde mitgebracht, der älteste mit Baujahr 1946. Das Bemerkenswerte: Nicht nur die ältere Generation, vor allem Kinder blieben immer wieder vor den schweren Maschinen stehen. Und Manfred Steenbuck, Vorsitzender der Oldtimerfreunde, wusste genau, weshalb. "Gerade junge Menschen kennen solche Fahrzeuge gar nicht mehr. Für sie stammen sie quasi aus einer anderen Zeit", sagte Steenbuck. Reine Handarbeit statt ausgefeilter Elektronik - für Steenbuck aber so etwas wie ein Jugendtraum. Offenbar einer, den er mit etlichen teilt: Schon gestern Morgen auf der Fahrt nach Kappeln, die die Oldie-Trecker im ein Kilometer langen Konvoi zurückgelegt haben, habe die Masse der Autofahrer fröhlich gewunken. Und auch gestern Mittag stiefelte ein Junge mit Schirmmütze an den Schleppern vorbei und kündigte seinem Vater an: "Ich möchte mit dem Trecker nach Hause fahren."

Viele andere nutzen zunächst das Angebot der Erlebnisrundfahrt, wobei die

14-Uhr-Abfahrt offenbar besser gebucht wurde als die 10-Uhr-Fahrt. Und gleich hinter den Treckern wartete denn auch die Angelner Dampfeisenbahn auf Besucher. Darunter Rainer Gause, Vorsitzender des Nautischen Vereins, mit seinem Enkel Oskar. "Er soll langsam an die Eisenbahn herangeführt werden", sagte Gause über den knapp Dreijährigen und lachte. So fröhlich war auch Peter Hamisch zumute. Der zweite Vorsitzende der Dampfeisenbahn nannte den "Tag der Oldtimer" der drei Vereine unter der Führung der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH eine "runde Sache" Und: "In dieser Kombination ist das einmalig in der Region. Und für den Tourismus ist es ein Zeichen, dass hier etwas passiert."

Genau das galt auch für den Museumshafen, der einen kurzen Fußmarsch entfernt mit einigen Aktionen aufwartete. Seemannslieder und Bratheringsduft drangen praktisch gleichzeitig in Ohr und Nase, etwas weiter auf der "Frederike von Altona" schwebte Jana in neun Metern Höhe am Mast und genoss die Aussicht. Bis wohin sie denn blicken könne, wollten die staunenden Zuschauer unten auf der Brücke wissen. "Ganz weit", rief die gut gesicherte Achtjährige ihnen zu. Hafenmeister Uwe Vergin lobte derweil den früheren Termin des Oldtimer-Tages, formulierte aber auch einen klaren Wunsch für eine Wiederholung. "Es fehlt eine deutlichere Verbindung vom Südhafen zu uns", sagte er.

Die Verbindung zwischen den drei agierenden Vereinen lag indes auf der Hand: Museumshafen, Oldtimerfreunde, Dampfeisenbahn - allen ist ein deutlich ausgeprägter Hang zur Nostalgie gemein. Kein Wunder, dass Manfred Steenbuck den gestrigen Tag "sehr stimmig" nannte. Die meisten der vielen Besucher werden dasselbe gedacht haben.

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