Kappelner Werkstätten : Ein Paradies an Möglichkeiten

Werkzeugkistenbau: Lea Borngräber (mit Schrauber), Angelika Schmidt-Reiser mit Enkel (hinten), Mathias Mayer mit Sohn Oke (rechts vorne) probieren es selbst.
Werkzeugkistenbau: Lea Borngräber (mit Schrauber), Angelika Schmidt-Reiser mit Enkel (hinten), Mathias Mayer mit Sohn Oke (rechts vorne) probieren es selbst.

Mitmach-Angebote en masse: Die Kappelner Werkstätten öffneten am Wochenende ihre Türen.

shz.de von
04. Juni 2018, 07:00 Uhr

Man wusste gar nicht, was man zuerst machen sollte. Drahtfische biegen, Holzkisten zusammenbauen, ein Bild malen, wirbelnde Spülbürsten montieren oder Pralinen formen. Überall gab es etwas zu bestaunen oder auszuprobieren. Die Kappelner Werkstätten hatten nicht nur ihre Türen, sondern auch alle Arbeitsbereiche für die Besucher geöffnet. Da war der Metallbereich mit den Maschinen zum Schneiden, Fräsen und Bohren, die Tischlerei, in der Vogelhäuschen, Insektenhotels und Jägerhochstände produziert werden, oder der Elektrobereich, in dem Kabelenden vollelektronisch gepresst werden können.

In der Metallwerkstatt waren Lale (9) und Mia (12) Truelsen damit beschäftigt, einen Draht in Form zu biegen. Es war der „heiße Draht“ oder, besser gesagt, das erste Teilstück davon. An weiteren Stationen konnte eine Holzplatte zurechtgeschnitten, passende Klemmen und Elektrokabel gefunden werden, bis alles schließlich in der Montage IV unter sachkundiger Anleitung von Ralf Clausen zu einem Geschicklichkeitsspiel zusammengebaut wurde.

Im Holzbereich herrschte besonders viel Andrang. Dort waren eifrige kleine Nachwuchshandwerker dabei, aus vorgefertigten Holzplatten und mithilfe von Akkuschraubern eine kleinen Werkzeugkiste zusammenzubauen. Kilian (5) und Lina (4) versuchten sich an der Biegemaschine. Aus dickem Eisendraht formten sie unter sachkundiger Anleitung Fische, die auf Metallstangen geschweißt wurden. Die musste dann Vater Patrick Schmidt ebenso tragen, wie die selbst bedruckten Taschen, Kisten, Luftballons und sonstigen handwerklichen Produktionen seiner Kinder. Er war mit der Familie aus Schleswig gekommen. „Es ist schön, mal hier hinter die Kulissen zu schauen“, sagte er.

So war die Veranstaltung nicht nur für die Kinder ein Eldorado. Auch für Erwachsene gab es viel zu sehen und zu erfahren über den Betrieb und die Arbeit der Kappelner Werkstätten. Auch die benachbarte BVB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme) machte mit. Dort gab es die Einzelteile für die rasende Spülbürste, die mit Geschicklichkeit und Heißkleber zu einem funktionierenden Unikum zusammengebaut werden konnte. Wer es etwas ruhiger haben wollte, konnte in der Aula eine Tasse mit einem Foto vom eigenen Handy bedrucken lassen oder Buchstabenperlen zu einem Armband zusammenstecken.

Desiree und Denis Wetzel waren von dem vielfältigen Angebot beeindruckt. Es mache Spaß, hier zu sein, sagten sie, und zu sehen, dass alle in den Werkstätten mit Begeisterung dabei seien und zeigen wollten, was sie haben und machen. Denis Wetzel: „Unsere Kinder wollen gar nicht wieder los. Die wollen am liebsten hier bleiben.“ Denn da war ja noch das Wettnageln, das Bepflanzen von Blumentöpfen oder die Treckertour. Und natürlich musste auch Zeit sein zum Pralinenrollen oder für einen Kuchenimbiss oder ein komplettes Mittagessen mit Gemüseschnitzel oder Bratwurst. An der Stelle hatte auch der Küchenbereich seinen Beitrag zu dem Programm geliefert.

Es war fast nicht zu schaffen, die Möglichkeiten alle wahrzunehmen. So saß denn Desiree Wetzel am Nachmittag ziemlich geschafft im Schatten der Hüpfburg und wartete darauf, dass ihre Kinder endlich auch geschafft sein würden.


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