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Schlei-Bote

17. Dezember 2017 | 04:11 Uhr

Langballig : Ein Museumswald für Unewatt

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Am Landschaftsmuseum soll der erste Museumswald in Schleswig-Holstein entstehen. Eine junge Linde hat jetzt den Anfang gemacht.

Ein Museum ist ein Ort, an dem bedeutsame und lehrreiche Gegenstände öffentlich gezeigt werden. Nach dieser Definition kann auch ein Wald ein Museum sein: Jeder Baum ein Ausstellungsstück, lehrreich – und heute in seiner Bedeutsamkeit wieder neu erkannt. In Unewatt jedenfalls entsteht jetzt der erste Museumswald Schleswig-Holsteins. Eine junge Linde hat den Anfang gemacht. Der Baum wurde auf die ansonsten noch baumfreie Fläche hinter dem Marxenhaus gepflanzt. Weitere Bäume sollen dann zur Pflanzzeit im Herbst folgen, versprach Peter Dietrich Henningsen.

Er ist der Vorsitzende des Fördervereins für das Landschaftsmuseum und hatte die Idee, dort einen Wald zu schaffen. „Einmal, weil wir damit zur Klimaverbesserung beitragen und dann als Möglichkeit, wie Unewatt sich weiterentwickeln kann.“ Finanziert wird das Projekt weitgehend mit Mitteln aus dem Ausgleichsfonds des Kreises, die Landjugend Grundhof unterstützt es als Projektpartner mit Tatkraft.

3333 Quadratmeter – ein „Heitscheffel“, wie es hierzulande früher hieß – groß ist das Areal, auf dem Eichen, Erlen, Eschen, Birken, Buchen und Weiden wieder einen Platz bekommen sollen. Ihre Hölzer finden sich in den Ausstellungen Unewatts – ob als Spankorb, Pantoffel, Besenstiel oder Leiterwagen „Wir finden in schleswig-holsteinischen Wäldern noch Spuren alter Waldnutzung wie Reste von Kohlenmeilern und Sägegruben“, weiß Arne Petersen. Der Diplom-Forstwirt erarbeitete das Konzept für den Museumswald und kennt den Bedeutungswandel, den der Wald seit dem Mittelalter erfahren hat. Die „Zeidler“ domestizierten Wildbienen in künstlichen Baumlöchern. Die Gerber brauchten die stark gerbsäurehaltige Eichenborke für die Lederbearbeitung. Viele Eichen fielen für den Schiffbau, Ziegeleien, Zuckersiedereien. „Angeln war einst eine waldreiche Landschaft, das sieht man nicht mehr“, sagt Petersen. Ein Wald mit heimischen Baumarten, die eine Verbindung zu den Ausstellungsstücken des Museums schaffen, soll nun hier wieder entstehen.

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