zur Navigation springen

Kappeln : Ein Möbelstück für das Schleiufer

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Ostseefjord-Schlei GmbH präsentiert den Entwurf des „Netzauslegers“, der am Museumshafen platziert werden soll.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 07:30 Uhr

Anfang Oktober lagen die „Netzausleger“ zum ersten Mal auf dem Tisch. Die Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS) verband damit ein Konzept, mit dessen Hilfe an einzelnen Standorten der Region eine einheitliche Möblierung realisiert werden sollte. Und zwar eine, die das OFS-Credo der „Langsamzeit“ besonders gelungen symbolisiert. Damals fehlte noch die genaue Ausgestaltung dieses „Netzauslegers“, drei Monate später konnte OFS-Geschäftsführer Max Triphaus die Sache deutlich konkretisieren – und erhielt dafür am Ende die mehrheitliche Zustimmung des Ausschusses für Wirtschaft und Touristik.

Inzwischen, so begann Triphaus seinen Vortrag vor dem Gremium, sei die Idee schon ein Jahr alt. Grundlage war eine landesweite Kampagne der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (Tash), die das Stichwort „Glückswachstumsgebiet“ im Fokus hatte und über landesweite Workshops weitere Ideen sammelte, wie man Urlaubern in den einzelnen Regionen zu „Glücksmomenten“ verhelfen könnte. Herausgekommen sind dabei unter anderem ein spezieller Strandkorb, der es erlaubt, am Strand zu übernachten, eine Wanderschaukel an ungewöhnlichen Orten und eine Glückswachstums-App fürs Smartphone, auf der besondere Orte oder Erlebnisse markiert werden können. Für Triphaus war klar: „Wir wollen mitspielen bei der Tash.“ Denn: „Auch Langsamzeit und Entschleunigung machen glücklich.“ Der „Netzausleger“ soll das Marketinginstrument dafür sein.

Ein Jahr lang habe man an der Gestaltung gearbeitet, auch mit Spielplatzbauern Kontakt gehabt. Die Basis: Der „Netzausleger“ soll auffallen, er soll zur Erholung auffordern, in die Region passen, also etwas Maritimes aufgreifen. Die OFS rief einen dreiwöchigen Ideenwettbewerb aus, erhielt am Ende jedoch gerade mal zwei Einsendungen. Dem Ausschuss präsentierte Max Triphaus schließlich den Vorschlag der Schleswiger Architektin Heda Silbernagel, der sich an der Form der historischen Fischfangnetze orientiert. Drei miteinander verbundene Holzbögen verleihen dem „Netzausleger“ die Form eines umgedrehten Bootes. Das Netz selber besteht aus grobem Tauwerk, das an verschiedenen Punkten befestigt werden kann. Das Feedback der Kommunen, denen man diese Idee bereits präsentiert habe, sei, so Triphaus, „sehr positiv“ gewesen. „Das Mobiliar funktioniert in der Landschaft gut“, wagte der OFS-Geschäftsführer einen Ausblick und prognostizierte: „Ich gehe davon aus, dass wir eine gute regionale Abdeckung hinkriegen.“

Pro Exemplar veranschlagt die OFS derzeit Kosten von 11.400 Euro. Da sich die Aktiv-Region mit Fördermitteln an der Realisierung beteiligt, bliebe für die Stadt ein Anteil von 7300 Euro. „Aber“, sagte Triphaus, ‚ich vermute, dass es weniger wird, wenn wir den Auftrag ausschreiben“. Das käme der Stadt insofern entgegen, als dass sie im Oktober nach der ersten Kalkulation nur 6400 Euro für das Möblierungskonzept mit Sperrvermerk bereitgestellt hatte.

Der Ausschuss sollte nun über den künftigen Standort des „Netzauslegers“ entscheiden, als Vorschläge hatte die Verwaltung den Grillplatz Grauhöft, den Museumshafen und den Brückenkopf Ellenberg ins Spiel gebracht. Während Lars Braack (SPD) und Lars Asmussen (Grüne) eine Tendenz zum Brückenkopf offenbarten (Asmussen: „Abends hat man von dort einen tollen Ausblick.“), vermutete Peter Boltz (CDU), dass aufgrund der nahen Straße die Idee der „Langsamzeit“ an dieser Stelle kaum aufgehe. „Außerdem steht schon viel am Brückenkopf“, fügte er mit Blick auf den „Albatros“, den Anker und die Wassertonne hinzu. Und: „Im Sommer brauchen die Angler den Platz.“ Ingwer Hansen, Vorsitzender des Touristikvereins und im Sommer regelmäßiger Nutzer des Grillplatzes, sprach sich auf Nachfrage des Ausschusses für den Museumshafen aus. Seine Begründung: „Ich würde es bedauern, wenn ein so schönes Objekt wie der Netzausleger den Nutzen des Grillplatzes einschränkt. Er könnte vielleicht etwas verbauen.“ In Volker Ramge (CDU) und Christian Andresen (SSW) fand der Museumshafen weitere Fürsprecher. Am Ende blieb es bei einer Gegenstimme (SPD) und neun Ja-Stimmen für den Bereich des Museumshafens.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen