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Kappeln : Ein Kompromiss für die Stadtbücherei

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die Politik gibt das Geld zur Sanierung über drei Jahre frei, die Arbeiten könnten aber dennoch ohne Unterbrechung umgesetzt werden.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Kappeln | Die Stadtbücherei hat eine ereignisreiche Zeit hinter sich. Erst sprühten die Verantwortlichen der Einrichtung vor Euphorie und Dankbarkeit, dann machten sich Ernüchterung und Enttäuschung breit, inzwischen hat man sich wohl irgendwo zwischen noch nicht ganz verarbeitetem Bedauern und friedlichem Verständnis eingependelt. Dafür gesorgt haben kühle Zahlen, die die geplante Sanierung der Bücherei nach wie vor möglich, relativ zeitnah und gewollt erscheinen lassen.

Schon bei einem Ortstermin im vergangenen Monat hatte der Hauptausschussvorsitzende Matthias Mau (CDU) erste Gedanken für eine, im Idealfall für alle Beteiligten verträgliche Lösung formuliert. Zu dem Zeitpunkt standen sich die Büchereiverantwortlichen mit ihrem Wunsch nach einer Komplettsanierung in einem Stück und die Mehrheit der Politik mit einer auf drei Jahre gestreckten Generalüberholung vermeidlich unvereinbar gegenüber. Mau schlug damals vor, die Mittel, die die Bücherei im nächsten Jahr zur baulichen Unterhaltung bekommen sollte, gedanklich ins Jahr 2018 zu schieben, dann mit den für 2018 angekündigten Geldern für das Mobiliar zusammenzufassen und so doch eine Sanierung in einem Rutsch zu ermöglichen.

Diesen Vorschlag wiederholte er anlässlich der jüngsten Stadtvertretersitzung – allerdings nicht, ohne vorher noch einmal darauf hinzuweisen, dass die Summe, die die Stadt für die Bücherei ausgegeben hat, allein in den zurückliegenden drei Jahren stetig gewachsen ist – von 85.000 Euro im Jahr 2015 auf 180.000 Euro im Jahr 2016 und dann 215.000 Euro im Jahr 2017. Mau betonte: „Die Zahlen für die Bücherei sind für 2018 und 2019 durchbeschlossen und abgesichert. Das ist ein Investment, das wir uns leisten, aber die Verhältnisse müssen gewahrt bleiben.“ Ihm sei durchaus bewusst, dass die Bücherei tatsächlich nie kostendeckend arbeiten könne, aber: „Wir stehen zur Bücherei, wir wollen die Sanierung beschließen, wir wollen es aber auch vernünftig aufteilen.“ Konkret heißt das: 2017 werden 60.000 Euro zur Bauunterhaltung bereitgestellt, quasi als Sicherheit dafür, dass tatsächlich etwas passieren wird, außerdem 20.000 Euro für eine neue Heizung, 2018 soll das Möblierungskonzept, 2019 der Anbau folgen – „solange wir insgesamt Haushaltsdisziplin wahren“, sagte Mau.

Auch Michael Arendt (LWG) fand deutliche Worte. „Ein Projekt umzusetzen, hat etwas mit Geld zu tun und nicht nur mit Wünschen“, sagte er. Gleichwohl könne man die Sanierung der Bücherei so gestalten, dass sie sich rechnerisch zwar über zwei Haushaltsjahre strecke, zeitlich aber ohne Unterbrechung zu realisieren sei. Arendt: „Man könnte zum Beispiel im November mit den Arbeiten anfangen und sie dann ins nächste Jahr hinüberziehen.“

Und auch wenn Norbert Dick (Grüne) und Christian Andresen (SSW) wiederholt betonten, dass Liegenschaftsangelegenheiten wie etwa eine neue Heizung oder auch neue Fenster „nicht der Bücherei angelastet werden können“, sprachen sich am Ende alle Stadtvertreter dafür aus, den genannten zeitlichen Ablauf und die avisierten Ausgaben einzuhalten. Am Ende also könnten es jene kühlen Zahlen sein, die beim so hitzig debattierten Thema für ein hoffentlich zufriedenstellendes Ergebnis sorgen.

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