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Kinopreis Schleswig-Holstein : Ein kleiner „Oscar“ fürs Capitol

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Kappelner Kino beleget beim Kinopreis 2015 den zweiten Platz. Das Preisgeld soll für neue Stühle verwendet werden.

Einmal mehr sind die „Capitol-Lichtspiele“ beim Kinopreis des Landes Schleswig-Holstein ganz vorne gelandet. In der Kategorie der gewerblichen Filmtheater landete das Kappelner Kino auf dem zweiten Platz. „Für uns ist das eine Anerkennung und Bestätigung von außen. Und das ist gut für unsere Motivation“, meint Carmen Schrief, Betreiberin des Kappelner Kinos. Denn viele Kinobesucher – auch Feriengäste – sprechen Schrief und ihren Mitbetreiber Michael Wittkowski auf offener Straße auf den Preis an, so war das zumindest bislang. „Wenn man so klein ist wie wir, dann müssen Sie einfach bekannt in der Kino-Szene sein“, so Wittkowski. Das kann dann den Vorteil haben, dass die Filmverleiher Kappeln für eine der 500 Kopien des neuesten Streifens auswählen. „Und das tun sie nicht, weil wir zu den Top-500-Kinostandorten zählen, sondern weil wir beispielsweise mit unserer Dekoration mehr als Standard bieten“, so der Kinobetreiber. Doch es sind nicht nur Anerkennung, Steigerung der Bekanntheit und Motivation, welche die beiden Kinobetreiber an diesem Wettbewerb schätzen. Michael Wittkowski findet auch den Blick von außen wichtig. „Sonst wird man irgendwann betriebsblind.“

„Die Jury sagte uns: Ihr seid alle ein bisschen besser geworden“, berichtet Carmen Schrief. Und Michael Wittkowski meint: „Bei so einer starken Konkurrenz entscheiden nur Nuancen über eine bessere Platzierung, da bedarf es manchmal nur einer Klasse-Idee mehr als der Mitbewerber.“ Anregungen holen sich die beiden auch gerne von außen. Etwa auf Urlaubsreisen, wo sie dann auch mal im Kino sind, dann aber als aufmerksame Besucher. „Wir achten dann schon mal darauf, wie andere das Foyer gestalten oder den Vorführsaal“, so Wittkowski. Darüber hinaus pflegen Schrief und Wittkowski den Austausch mit Kollegen. Wittkowski: „Neulich hatten wir Besuch von einem Kino-Urgestein aus Bad Essen, der fand unsere Deko und das Fenster mit Popcorn super.“ Die Kappelner sind aber auch dankbar für konstruktive Kritik.

Was nun den Ausschlag gegeben hat, dass die „Capitol-Lichtspiele“ in ihrer Kategorie den zweiten Rang belegt haben, können die beiden nicht sagen. Doch eines sei klar. „Wenn man sich in dem Wettbewerb hervortun will, darf man nicht stehen bleiben oder in Routine verfallen, dann muss man einfach Gas geben“, sagt Carmen Schrief. Schon in der Vergangenheit hat sich das Kappelner Kino durch besondere Projekte hervorgetan. „Wir sind eben immer offen für Ideen“, sagt Schrief. Allein im vergangenen Jahr haben die „Capitol-Lichtspiele“ das Filmfestival abgehalten, gehörten zu den Kinos, in denen die Zuschauer beim Naturfilmfestival „Green Screen“ über den Publikumspreis des sh:z mitentscheiden durften und haben gemeinsame Aktionen mit dem „Frauenzimmer“, Folkclub und den Lions gemacht.

Kulturministerin Anke Spoorendonk gab sich angesichts der Leistungsdichte betont zuversichtlich über die Zukunftsaussichten des Kinos. „Kino wird sich als Ort der sozialen Verständigung behaupten, die Faszination des gemeinschaftlichen Live-Erlebnisses wird auch weiterhin Bestand haben“, zeigte sich Spoorendonk bei der Preisverleihung im Ratzeburger Burgtheater überzeugt. Spoorendonk hat auch mit Schrief und Wittkowski ein paar persönliche Worte gewechselt. Und dabei auch erwähnt, dass sie sich dafür einsetzen will, das Preisgeld in Höhe von insgesamt 27.500 Euro zu erhöhen.

Ihre eigene Prämie von 2000 Euro will das Paar dazu verwenden, die Bestuhlung im Kinosaal auszutauschen. Im September soll es so weit sein. Wie sagte Schrief doch: „Nur nicht stehen bleiben, immer Gas geben.“ 

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erstellt am 24.Jun.2016 | 07:30 Uhr

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