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Schlei-Bote

22. August 2017 | 19:01 Uhr

Ein jazziges Festival unter Freunden

vom

"Musik am Noor": Geschätzte 2000 Besucher strömten am Wochenende nach Arnis und erlebten Rock, Folk, Blues, Swing

Arnis | Als die Sonne im Noor versank, griff der Arnisser Bürgermeister Bernd Kugler zur Ausrufer-Glocke und eröffnete das dritte Festival "Musik im Noor". Das war das Signal für Martin Ace und seine Band "ZAK" aus Loit zum "Warm up". Mit Rock-Musik heizte das Trio den Besuchern ein, die in die Halle der Paulsen-Werft geströmt waren, nachdem sie zuvor einen schönen Sommerabend mit vielen Segelschiffen als Kulisse genossen hatten. Ob sie noch einen Sitzplatz ergattert hatten, oder stehen mussten: Das, was ihnen Martin Ace (Bass), Klaus Koch (Drums) und Michael Zemke (Gitarre) servierten, ging in die Beine. Freude und Begeisterung pur.

Doch damit nicht genug: Dem abendlichen Aufwärmen folgte am Sonnabend des Festivals zweiter Teil. Jazz, Blues und Folk mit der Marchingband "Jazz oder nie", deren Mitglieder in Kappeln und Schleswig beheimatet sind, mit "W.A.C.H." aus Eckernförde, mit Cliff Jackson und seinem Folk-Rock-Trio aus Brarupholz und schließlich "Vestre Jazzvaerk" aus Kopenhagen. Da wurde in Deutschlands kleinster Stadt bis zum Abwinken geswingt, es herrschte "volles Haus" mit geschätzten rund 2000 Besuchern.

Damit alles funktionierte, hatte das städtische Organisationteam - allen voran Jan Willem und Claudia Paulsen samt Mitstreiter - keine Mühen gescheut. Seit einem halben Jahr, so Mitorganisator Jens Matthiesen, wurde an der Ausgestaltung gefeilt. In der letzten Woche war das richtig "heftig", sagte er am Rande des Geschehens und fügte hinzu: "Wir haben gemacht und getan." Da gab es viele Kleinigkeiten, die notwendig sind, damit das große Ganze stimmt. "Das war teilweise Stress pur, doch hat es Spaß gemacht." Was ihn besonders freut, ist, dass viele Arnisser mithalfen. Wer gefragt wurde, war zur Stelle, so dass "Musik am Noor" zu einem Arnisser Fest durch und durch wurde.

Bei alledem gab es auch wieder mittels eines Pontons den Noor-Brückenschlag vom Paulsen-Steg in Arnis zur Brücke der Wassersportgemeinschaft in Grödersby. Auch das Paulsen-Ehepaar zeigte sich rundum zufrieden, zumal das Noor so voll von Segelbooten war wie sonst selten. Viele der Paulsen-Freunde - ob aus Flensburg, Kiel und sogar aus Brest in der Bretagne - waren auf dem Seeweg in die kleine Stadt gekommen, um mit dabei zu sein, wenn in Arnis Jazz, Blues und Folk angesagt ist. Musik braucht Freunde, so lautete der Slogan, und der galt nicht nur, was die Sponsoren betrifft, sondern für das Festival in seiner Gesamtheit.

Touristikausschuss-Vorsitzender Hans-Joachim Schock sah das alles mit großer Freude. "Arnis in aller Munde zu bringen, ist gut für die Stadt und die Gäste", unterstrich er. Zudem festige eine solche Veranstaltung den Zusammenhalt der Einheimischen, schaffe und vertiefe Freundschaften. Ein gutes Beispiel dafür ist das Ehepaar Christiane und Jochen Lührs (beide 54 Jahre) aus der Segeberger Ecke. Seit 30 Jahren haben sie für ihr Segelboot "Socorro" einen Liegeplatz am Schleiufer und haben ihren Urlaub so gelegt, dass sie am Festival teilnehmen können - zum dritten Mal, denn das ist für sie Ehrensache. "Hallo und Moin", grüßten sie in die Runde und freuten sich über das Wiedersehen mit ihren Arnisser Freunden. Der Name ihres Bootes bedeutet aus dem Spanischen übersetzt "Zuflucht". Das Boot hatten der Großvater von Jochen Lührs und zwei Freunde 1951 in Hamburg bauen lassen, um im Falle eines neuerlichen Weltkrieges in die USA zu flüchten. Doch dieser Fall trat glücklicherweise nicht ein. Was "Musik im Noor" betrifft, sind sich die Eheleute einig: "Total Klasse."

Obwohl sie in Kappeln leben, lernten sie sich erst jetzt in Arnis kennen: Marion und Christoph Sebulke, die, weil die See lockte, ihren Lebensmittelpunkt 2001 von Hammelburg in Unterfranken nach Kappeln verlegten, und Ernst Schulz mit Ilse Steckmann, die extra des Festivals wegen mit dem Segelboot auf der Schlei von Kappeln nach Arnis geschippert waren. Man hatte sich gemeinsam an einen Tisch gesetzt, machte sich bekannt und verstand sich auf Anhieb gut. Das Ehepaar Sebulke kennt Arnis bereits recht gut und wollte nun wissen, was sich hinter "Musik am Noor" verbirgt - sie waren angetan. Ernst Schulz und Ilse Steckmann hingegen sind bereits alte Festival-Hasen - und weils ihnen im vergangenen Jahr so gut gefiel, waren sie auch diesmal wieder gekommen.

Fazit: Die Musik hat in der kleinen Stadt viele neue Freunde gewonnen. Eine gute Voraussetzung für "Musik am Noor", das im kommenden Jahr voraussichtlich am zweiten August-Wochenende eine Neuauflage erleben wird - mit dem dann vierten Festival.

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erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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