Kappeln-Dothmark : Ein Hoch auf 75 Jahre Gemeinschaft

Ehrengäste und Mitglieder der Siedlergemeinschaft Kappeln-Dothmark trafen sich im Hüholzer Schützenheim zum Festkommers. Foto: Barz (2)
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Ehrengäste und Mitglieder der Siedlergemeinschaft Kappeln-Dothmark trafen sich im Hüholzer Schützenheim zum Festkommers. Foto: Barz (2)

Dothmarker Siedler feierten Kommers anlässlich ihres besonderen Geburtstages / Rückblick auf bewegte Jahre / Rekrutierung von Nachwuchs gilt als problematisch

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20. April 2013, 08:29 Uhr

Kappeln | Im würdigen Rahmen mit geladenen Gästen und vielen Mitgliedern feierte die Siedlergemeinschaft Kappeln-Dothmark, Mitglied im Verband Wohneigentum, kürzlich ihren 75. Geburtstag mit einem Festkommers im Kappelner Schützenheim. Zu dieser Veranstaltung konnte Vorsitzender Rainer Kloth neben dem Landesvorsitzenden Manfred Kraack aus Neumünster unter anderem auch den Kreisvorsitzenden Dietmar Dollase, Kappelns Bürgervorsteher Jürgen Seemann sowie Vertreter befreundeter Siedlervereine, den Vorsitzenden des Kappelner Schützenvereins Jan-Dieter Nehls und die Führung der Kappelner Ortswehr nebst zahlreichen Mitgliedern begrüßen.

In seiner Festrede erinnerte Kloth an das Gründungsdatum 23. Februar 1938. Es war damals schwierig, die Baukosten für ein Eigenheim aufzubringen, auch wenn ein Grundstück mit 4500 Goldmark vergleichsweise günstig zu haben war. Die Schuldzinsen waren damals das Problem. Darum wurde versucht, die Baukosten für Wohnheime niedrig zu halten, und dabei halfen sich die Siedler gegenseitig.

Die Stärke der Siedlergemeinschaft war und ist der Zusammenhalt. Darum sind die angebotenen Veranstaltungen stets gut besucht. Aber auch die Vorstände haben ihre Treue zur Gemeinschaft bewiesen. Gründungsvorsitzender war Walter Wilhöft. Ihm folgte Franz Aschendorf. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm Anton Geipel für zwei Jahre die Führung, jeweils für ein Jahr Niels Nielson und Henry Witz. Als Aschendorf aus Kriegsgefangenschaft 1947 zurückkehrte, wurde er erneut Vorsitzender bis 1970. Dann übernahm Erich Grunau den Vorsitz, den er 1986 an Klaus Mahrt abgab. Von 1998 an leitete Rüdiger Tournier die Siedlergemeinschaft, seit 2002 ist Rainer Kloth Vorsitzender.

Und die Siedlergemeinschaft war auch erfolgreich. Mehrfach wurde Dothmark als beste Kleinsiedlung ausgezeichnet. Die Siedler gewannen Pokale bei Kreisschießen und -pokalkegeln. Es gab Feste im Sol datenheim oder auch gut besuchte Sommerfeste in der Scheune von Bauer Marten. Derzeit jedoch fehlt den Siedlern der Nachwuchs. Es ist aber gelungen, Neuzugezogene für eine Mitgliedschaft zu begeistern.

Seit die Siedler Mitglied im Verband Wohneigentum sind, haben sie Sicherheit und Vorteile durch Rechtsberatung in allen Fragen von Haus und Garten. Sie bekommen Rabatt beim Einkauf in bestimmten Geschäften und günstige Zusatzversicherungen aufgrund der Gruppenverträge. Rainer Kloth: "Wenn es gelingt, neue Mitglieder zu gewinnen, bin ich mir sicher, dass wir auch die nächsten 25 Jahre schaffen."

Bürgervorsteher Jürgen Seemann gratulierte dem "jung gebliebenen Verein" zum 75. Geburtstag und erinnerte an die Gründerzeit nach der Inflation. Damals hatten die Menschen erkannt, dass vieles "einfacher geht, wenn man es gemeinsam macht". Aus dem gemeinsamen Handeln sei soziale Nachbarschaft entstanden, in die auch Zugezogene aufgenommen und integriert würden.

Die Grüße des Landesverbandes und des Vorstandes überbrachte Landesvorsitzender Manfred Kraack vom Verband Wohneigentum. Als Geschichtslehrer erinnerte er an das Geschehen des Jahres 1938. Österreich, Böhmen und Mähren waren dem Reich angegliedert worden. In den 50er-Jahren fehlte Wohnraum, in den 60er-Jahren prägte der VW-Käfer das Straßenbild. Damals kostete ein Liter Heizöl 9 Pfennig. In den 70er-Jahren gab es die Ölkrise, die Bader-Meinhoff-Gruppe war aktiv und die Anti-Atomkraft-Bewegung formierte sich. 1990 dann die Wiedervereinigung mit wiederum steigenden Ölpreisen und fünf Millionen Arbeitslosen. Das neue Jahrtausend brachte den Euro mit der gefühlten Teuerungswelle.

Vor zusätzlichen Teuerungen will der Verband Wohneigentum seine Mitglieder schützen, erklärte Kraack. Heute sei die selbst genutzte Immobilie ein wichtiger Teil der Alterssicherung. Allerding sei auch festzustellen, dass die Ansprüche an Wohnraum gestiegen seien. Auch der moderne Garten habe sich gewandelt. In diesen Punkten versteht sich der Verband Wohneigentum als moderner Interessenverband für selbst genutztes Wohneigentum. "Wohnen in der Gemeinschaft hat einen hohen Stellenwert", machte Kraack klar und überreichte Rainer Kloth einen Umschlag als Geburtstagsgeschenk.

Einen weiteren Umschlag erhielt der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft vom Vorsitzenden des Schützenvereins Jan-Dieter Nehls, der in Versform gratulierte. Vom Kreisvorsitzenden Dietmar Dollase gab es ebenfalls ein Flachgeschenk.

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