Kappeln : Ein Hauch von Südamerika

Patricia Sotomayor aus Santiago de Chile hat in den vergangenen Wochen den Kappelner Schulalltag kennengelernt.
Patricia Sotomayor aus Santiago de Chile hat in den vergangenen Wochen den Kappelner Schulalltag kennengelernt.

Patricia Sotomayor aus Chile hospitiert für drei Wochen an der Klaus-Harms-Schule – und stellt interessante Unterschiede fest.

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21. November 2018, 18:34 Uhr

Wenn zurzeit einige Schüler der Klaus-Harms-Schule (KHS) zu Hause vermehrt von Chile erzählen, liegt das vermutlich an Patricia Sotomayor. Die Lehrerin arbeitet an der Deutschen Schule Verbo Divino de Chicureo in Santiago de Chile – eine Schule, die Partnerschaften mit Schulen in Deutschland pflegt und dabei vom pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz gefördert wird.

Patricia Sotomayor ist bereits seit Anfang November in Kappeln. Sie hat den Unterricht in vielen Fächern und fast allen Klassenstufen begleitet. „Das war sehr spannend für mich, denn das Schulsystem funktioniert ganz anders als in Chile“, sagt die 53-Jährige, die an ihrer Schule „Deutsch als Fremdsprache“ unterrichtet. Den Deutschunterricht hat sie auch hier kennengelernt. In Geografie konnte sie ihr Land vorstellen, hat Videos gezeigt, die Landschaften und Menschen beschrieben. „Die Schüler waren an allem sehr interessiert, besonders wenn ich von Erdbeben gesprochen habe. Alle kannten die Bilder, aber zu hören, wie es sich anfühlt, fanden sie spannend.“ Spanisch, Sport, Musik, aber auch Religion stand auf dem Stundenplan der Lehrerin. „Ich unterrichte an einer katholischen Schule. Den Unterricht über den Islam zu erleben, war sehr interessant für mich“, sagt Sotomayor.

Beeindruckt sei sie von dem Respekt der Schüler – untereinander und den Lehrern gegenüber. Das gehe in ihrer Schule etwas wilder vor sich. Dafür sei das Verhältnis hier etwas distanzierter. „Wir haben eine viel engere Beziehung, die Schüler kommen mit allem zu uns Lehrern“, beschreibt sie, „manchmal auch noch Jahre, nachdem sie die Schule verlassen haben.“

Auch mit den Eltern werde eng zusammengearbeitet. „Wir vermitteln den Kindern nicht nur Inhalte, wir übernehmen auch einen Teil der Erziehung. Das ist selbstverständlich und ein Teil unserer Arbeit.“ An ihrer Schule werden derzeit 847 Schüler unterrichtet. Sie kommen mit vier Jahren und legen nach der zwölften Klasse das PSU ab. „Das entspricht dem deutschen Abitur.“

Die Atmosphäre im Lehrerzimmer der KHS hat ihr sehr gefallen. „Ich habe mich gleich wohl gefühlt.“ Ob sie von ihren Erfahrungen etwas mit nach Chile nehmen wird? „Alles“, sagt sie und lacht. Sich zu melden, wenn sie etwas sagen wollen, möchte sie ihren Schülern beibringen, die Arbeit mit Medien und neuen Technologien ausbauen. Und die „Pädagogische Insel“, wo Schüler, die im Unterricht auffallen, eine gut betreute Auszeit bekommen, findet sie sehr gut. Am 29. November reist Patricia Sotomayor ab, und sie freut sich auf ihre Heimat – und ihre Schüler: „Ich vermisse sie sehr.

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„Pasch“ heißt die Initiative, die den Austausch ermöglichte. Sie steht für „Schulen: Partner der Zukunft“. Weltweit nehmen rund 2000 Schulen teil, an denen Deutsch einen besonderen Stellenwert hat.

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