Mensch des Jahres : Ein Hansdampf in allen Gassen

An Ideen hat es Thies Kölln (2.v.li.) bei seinem ehrenamtlichen Engagement nie gemangelt. Der Lohn: Er ist „Mensch des Jahres“. Dazu gratulierten Peter Boltz (ASC), Kay Iversen (Redaktion Schlei Bote) und Thomas Euler (Orgelbauverein St. Nikolai, v.li.).
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An Ideen hat es Thies Kölln (2.v.li.) bei seinem ehrenamtlichen Engagement nie gemangelt. Der Lohn: Er ist „Mensch des Jahres“. Dazu gratulierten Peter Boltz (ASC), Kay Iversen (Redaktion Schlei Bote) und Thomas Euler (Orgelbauverein St. Nikolai, v.li.).

Thies Kölln ist der „Mensch des Jahres 2014“ in der Region Kappeln – auf ihn entfielen mehr als 45 Prozent aller abgegebenen Stimmen.

shz.de von
03. Dezember 2014, 07:30 Uhr

Die Leser des Schlei Boten haben gewählt. Der „Mensch des Jahres“ 2014 in der Region Kappeln heißt Thies Kölln. Auf Kölln, der sich in der Vergangenheit unter anderem im Arnisser Segelclub (ASC) und im Orgelbauverein Kappeln engagiert hat, entfielen 312 Stimmen (45,15 Prozent) von 691 abgegebenen Stimmen. Auf die weiteren Plätze kamen die Gründerin der Pferdeklappe in Norderbrarup, Petra Teegen, sowie Tanja Ludwig, die sich auf unterschiedlichen Wegen für den Neubau der Kappelner Schwimmhalle einsetzt.

Thies Kölln ist in einem Meeting – wieder mal. Doch dieses Mal wird die Sitzung einen für ihn ungewöhnlichen Verlauf nehmen. Denn die Redaktion des Schlei Boten will Kölln im Regionalzentrum des Kirchenkreises überraschen. Dort ist der umtriebige Kappelner im Gespräch mit dem stellvertretenden Kirchengemeinderatsvorsitzendem Walter Gaul und Kreiskantor Thomas Euler. Euler ist Verbündeter der Redaktion bei dieser Aktion und soll dafür sorgen, dass Kölln nicht vorzeitig das Regionalzentrum verlässt.

Punkt 15.15 Uhr betreten den Raum der ASC-Vorsitzende Peter Boltz und zwei Redakteure des Schlei Boten den Raum. Kölln wird kalt erwischt, als ihm die Akteure zur Wahl des „Menschen des Jahres“ gratulieren. „Ich freue mich“, sagt der Geehrte und erzählt, dass die Kommentare zu seiner Nominierung äußerst interessant waren. „Da kamen dann so Sprüche wie ‚Du hast es verdient‘ oder ‚Du bist uns 14 Cent wert‘. “ Letztere haben offensichtlich an der Telefonabstimmung teilgenommen. In der Rückschau erzählt Kölln, dass das Ehrenamt sein Leben ausgefüllt hat.

Boltz meint, dass der Name Thies Kölln für eine niveauvolle Ausübung des Ehrenamtes stehe. „Und die Stärkung des Ehrenamtes ist wichtig in dieser Zeit“, sagt der ASC-Vorsitzende. Thomas Euler, der mit Kölln den Neubau der Orgel in der St. Nikolaikirche auf den Weg gebracht hat, sagt: „Die Orgel steht hier augenblicklich vielleicht im Vordergrund, aber was vor allem zählt bei Thies Kölln, sind 25 Jahre kontinuierlicher Arbeit in den verschiedensten Bereichen.“ Nicht umsonst hätten viele Bürger ihn vor Jahren als Bürgermeister haben wollen. Karl-Heinz Daniel, stellvertretender Küster, habe schon Leute ausdrücklich vor Köllns Aktivitäten gewarnt. „Du musst aufpassen, wenn du mit Thies Kölln befreundet bist, dann hast du kaum eine Chance, dich seinen Aktionen zu entziehen“, soll Daniel gesagt haben.

Und an Ideen zu solchen Aktionen hat es dem Pensionär nie gemangelt. Zu den Heringstagen startete er einmal die Aktion „Fliegende Fische“. Dabei ließ er aus dem Flugzeug eines Freundes 500 Fische abwerfen. Dazu bedurfte es im Vorfeld vieler Anfragen bei unterschiedlichen Behörden. „Die Genehmigung kam um 12 Uhr, um 14 Uhr ging es los“, meint Kölln nur kurz und knapp. Für die Nachwuchsförderung im Rudersport startete er 2010 die Rotary-Aktion „Alle rudern mit“. Um etwas zu bewirken, braucht man laut Kölln jahrelange Verbindungen in verschiedenen Bereichen.

Für Kappeln wünscht er sich eine größere Anziehungskraft auf junge Familien. Dazu bedürfe es attraktiver Arbeitsplätze und Wohnmöglichkeiten. „Auch die Verwaltung muss Visionen entwickeln, um neue Ideen zu finden“, sagt der Ehrenamtler. Er selbst wird dabei nicht in vorderster Front stehen, denn Bürgermeister will er nicht werden.

Glückwünsche erhielt Kölln auch aus Flensburg. Seit einigen Jahren ist die Flensburger Brauerei Partner der Aktion „Mensch des Jahres“. Ulrich Beuth, Marketingdirektor der Brauerei, freute sich sehr, als er die Nachricht über den Wahlentscheid erfuhr. „Die langjährige und mitreißende Arbeit von Herrn Thies Kölln ist ein lebendiges Beispiel für das Motto unserer Gemeinschaftsaktion mit dem sh:z ‚Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!‘ “, sagte Beuth. Und in Anlehnung an den von Kölln forcierten Orgelneubau: „Wir wünschen den Kappelnern und ihren Gästen musikalischen Hochgenuss in der Nikolaikirche und Herrn Kölln noch viele Jahre voller ansteckender Schaffenskraft!“

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