Ein gefährlicher Sonnenplatz

Vom Dach ging es für Ilse Maschmann später zum Sonnen in den Garten - und damit auf einen sicheren Platz. Foto: Privat
Vom Dach ging es für Ilse Maschmann später zum Sonnen in den Garten - und damit auf einen sicheren Platz. Foto: Privat

shz.de von
31. Mai 2013, 03:59 Uhr

Rendsburg | Kurz nach dem Krieg landete ich in Rendsburg. Ich hatte Glück, meine Eltern kamen auch dorthin. Wir drei bekamen ein Zimmer, mussten auch darin schlafen. Ein junger Mann, der auch in dem Haus wohnte, bot mir eine Bodenkammer an. Gerne nahm ich das Angebot an und gab ihm zehn Mark Miete. So hatten meine Eltern doch auch Bewegungsfreiheit.

Die Bodenkammer hatte ein schönes Fenster, und die Sonne kam des Nachmittags gut hinein. Ich öffnete das Fenster und konnte gut hinaus auf das Dach klettern. So hatte ich einen guten Sonnenplatz.

Eines Tages stand ich gerade auf und schüttelte meine Decke. Da hörte ich, wie unten auf der Straße geschrien wurde: "Nicht springen ! Nicht runterfallen !" Ich konnte die Leute beruhigen, dass ich mich nur auf dem Dach sonnen würde. Es hatten sich da schon einige Zuschauer eingefunden. Der Hauswirt kam dann zu mir nach oben und gestattete mir, unten in seinem Garten zu sonnen. Das tat ich dann auch gerne.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen