Kappeln : Ein Gedenkstein für die Friedenseiche

Peter Asmussen hat der Friedenseiche einen Gedenkstein spendiert.
Peter Asmussen hat der Friedenseiche einen Gedenkstein spendiert.

Peter Asmussen sorgt für einen Findling mit Gravur.

shz.de von
08. Oktober 2018, 17:48 Uhr

Ein eisernes Kreuz ist das älteste Grabmal auf dem Familiengrab: Seit 1850 gehört es zu den Familien Lammers und Asmussen aus Fegetasch. Peter Asmussen hat seine Eltern dort begraben und kennt die Grabstelle gut. Sie liegt direkt oberhalb der Kirsebek und unter einer großen Eiche.

Über den mächtigen Baum hatte er sich bisher kaum Gedanken gemacht. „Bis wir im April vergangenen Jahres anlässlich der 250-Jahrfeier des Friedhofs mit der Männergilde die Begehung hatten“, erinnert Asmussen sich. Da hatte der Ältermann Thies Kölln auf den Baum hingewiesen und ihn als „Friedenseiche“ bezeichnet. Friedhofsverwalter Arno Carstensen konnte das mit einem Auszug aus einer Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Volkskunde des Angler Heimatvereins unter der Überschrift „Gedenk- und Erinnerungsstätten in Ostangeln“ bestätigen. Hier wird auch der Standort – etwa 25 Meter südlich des Eingangs und etwa 15 Meter ostwärts, unmittelbar am Abhang zur Kirsebek – genau beschrieben. „Ich habe mir überlegt, dass die Eiche einen Gedenkstein bekommen sollte, und das habe ich mir zum 70. Geburtstag gewünscht“, berichtet Asmussen und lacht.

Der Findling stammt von seinem Grundstück in Fegetasch, die Steinmetzarbeiten hat die Firma Odefey aus Sterup übernommen. „Tolle Aktion.“ Arno Carstensen findet Asmussens Einsatz richtig und gut. In einer Zeit, in der sich die Bestattungskultur immer mehr dahin entwickle, dass sich sogar die Urnen schnell auflösen, sei es wichtig etwas zu hinterlassen, das bleibt. „Das wird mal wichtig sein für unsere Nachkommen“, sagt er.

In der Broschüre des Heimatvereins heißt es weiter: „Die Eiche wurde zur Erinnerung an den Friedensschluss nach dem Deutsch-Französischen Kriege 1870/71 am 26. April 1871 gepflanzt“ und sogar die „Schleswiger Nachrichten“ vom 2. Mai 1871 werden in diesem Zusammenhang zitiert: „Am Mittwoch wurde auch hier eine eine Friedenseiche auf dem Kirchhofe gepflanzt. Wenn auch das ganze Arrangement die Feier nicht besonders ansprach, so wurde doch die Rede des Herrn Rechtsanwalt Clausen sowie ein von Färber Herrn Schulz vorgetragenes Gedicht mit großem Beifall aufgenommen.“

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