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Gotthard Köppen : Ein Freund des Lebens nimmt Abschied

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Pastor Gotthard Köppen feierte seinen letzten Gottesdienst in der Auferstehungskirche.

Es hätte wohl kaum ein passenderes Datum für Gotthard Köppens Abschiedsgottesdienst geben können, als den ersten Sonntag nach dem Weihnachtsfest. Dieser Tag bot dem 65-Jährigen die Gelegenheit, auf das gerade ausgeklungene Fest Bezug zu nehmen und so noch einmal mit voller Überzeugung darüber zu sprechen, was ihn in seinen fast vier Jahrzehnten als Ellenberger Pastor ohnehin immer am intensivsten beschäftigt hat: die Botschaft vom Leben. Auch deshalb durfte es nicht überraschen, als Propst Helgo Jacobs kurz vor Köppens Entpflichtung dem Pastor zwar kein Händchen für Konzepte attestierte, wohl aber – und das ist an einer beruflichen Stelle wie dieser vermutlich ohnehin das Entscheidendere – eine einfühlsame Ader, ein Bedürfnis, sich persönlich zu kümmern. Eben der Wunsch, Leben lebenswert zu machen. „Gotthard Köppen ist erkennbar“, sagte Jacobs. Gestern Nachmittag wollten geschätzte 350 Menschen in der Auferstehungskirche das Besondere des Erkennbaren noch einmal erleben – unter ihnen Landesbischof Gerhard Ulrich, Pastoren-Kollegen aus Toestrup, Maasholm, Arnis, Süderbrarup und Gelting, ehemalige Kappelner Pastoren, sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Die Botschaft vom Leben also. Gotthard Köppen beschrieb sie in seiner letzten Predigt quasi als die Mission des Weihnachtsfestes. „Leben ist erschienen“, sagte er. „Dass wir dieser Botschaft das Herz öffnen – darauf kommt es an.“ Dann könne die Geschichte von Weihnachten weitergelebt werden. „Denn die Weihnachtsbotschaft“, sagte Köppen, „macht uns zu Freunden des Lebens“. Ein Satz mit Wucht in dieser Zeit, die so sehr von der Flüchtlingskrise und damit von Menschen, die Freunde des Lebens so dringend brauchen, geprägt ist. Viel Zeit für persönliche Worte nahm Gotthard Köppen sich nach seiner Predigt nicht. Die wenigen, die er wählte, waren allerdings getragen von großer Dankbarkeit und einer Bitte. „Ich danke allen, die mich in den vielen Jahren meiner Amtszeit begleitet und unterstützt haben. Ich danke für die Mitarbeit, die Hilfe, den Trost und das Verständnis“, sagte er. „Und ich bitte um Nachsicht, wenn mir etwas nicht gelungen ist.“

Dass sich Misslungenes sehr wahrscheinlich in Grenzen hielt, machte im Anschluss Helgo Jacobs deutlich. „Auf ureigenste Weise und ganz stark mit Ellenberg verbunden“ habe Gotthard Köppen sein Amt ausgeübt, sagte der Propst. Und: „Jedes Mal, wenn ich nach Ellenberg reinfuhr, hatte ich das Gefühl, dass das hier Gotthard Köppens Reich ist“, führte Jacobs weiter aus. Und zwar eines, in dem er sich als verlässlicher Begleiter bei biografischen Eckpunkten seiner Gemeindemitglieder zeigte. Köppens Lieblingsspruch aus der Bibel, den auch die Einladung zu seinem Abschiedsgottesdienst zierte, hat der Evangelist Johannes verfasst: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Da war sie also wieder, die Botschaft vom Leben, der Helgo Jacobs noch einen weiteren Aspekt abgewann. „Niemanden verloren geben – das verbinde ich mit Gotthard Köppen“, sagte der Propst.

Im Birger-Forell-Haus setzte sich im Anschluss an den Gottesdienst bei Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen der Nachmittags des Abschieds fort. Und er mündete in Geschenken für den scheidenden Pastor. So hatte Monika Gräfe stellvertretend für den Ellenberger Kirchengemeinderat etwas vorbereite, von dem sie hoffte, dass es „den Start in die nächste Lebensphase erleichtert“: Dahinter verbarg sich ein Koffer-Set für Gotthard Köppen und seine Ehefrau Jutta. Für die Gemeinschaft in der evangelischen Kirche überreichte Sebastian Bublies eine Kiste voller tröstender Artikel – „weil Gotthard Köppen den Menschen so viel Trost und Halt gegeben und ihnen die Heiterkeit des Glaubens schmackhaft gemacht hat“. Und vom „Runden Tisch Ostangeln“, den die Pastoren Hanno und Nadja Jöhnk, Bettina Sender sowie Dr. Gönna Hartmann-Petersen und Dr. Karsten Petersen vertraten, gab es eine getöpferte Schale, deren Motive die Kirchen Ostangelns darstellen. Und Gönna Hartmann-Petersen schickte noch einen Dank an Gotthard Köppen hinterher – „dafür, dass du die Brücke in Kappeln nie hast eine Rolle spielen lassen“.

Gotthard Köppen wird sein Amt offiziell am 31. Dezember aufgeben. Vermutlich wird er ab diesem Tag weniger präsent sein. Aber keinesfalls weniger erkennbar.

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erstellt am 27.Dez.2015 | 19:22 Uhr

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