Klimawandel : Ein Festival statt Bedrohungsszenarien

Heute startet die zweite Klimale: ETMG-Chef Stefan Borgmann, Rüdiger Ziegler, Horst Sterr und Sandra Enderwitz (v.li.) freuen sich darauf.
Heute startet die zweite Klimale: ETMG-Chef Stefan Borgmann, Rüdiger Ziegler, Horst Sterr und Sandra Enderwitz (v.li.) freuen sich darauf.

Aktionstage am Eckernförder Strand rücken den Klimawandel in den Fokus – und Klaus-Harms-Schüler sind mittendrin.

shz.de von
14. Juli 2015, 12:30 Uhr

Um die Küste, den Klimawandel und die Kunst dreht sich heute und morgen alles auf der zweiten Klimale – mitten drin: eine Klasse der Klaus-Harms-Schule. Die Schüler des „Ästhetischen Profils“ nehmen am „Klima-Contest“ teil, der heute Nachmittag um 16.15 Uhr auf der großen Strandbühne beginnt.

Der Klimawandel ist vielerorts bereits Realität – so auch in Schleswig-Holstein. Extremwetterlagen und ein Anstieg des Meeresspiegels sind die Folgen. Klimawissenschaftler gehen davon aus, dass die Temperatur bis 2100 um mehrere Grad Celsius und der Meeresspiegel über einen Meter ansteigen werden. „Die Klimale will nicht mit einem Bedrohungsszenario auf den Klimawandel aufmerksam machen, sondern mit Spielen, Kunst und Unterhaltung“, sagt Sandra Enderwitz vom Klimabündnis Kieler Bucht. Zum zweiten Mal veranstaltet das 2010 auf Initiative von Professor Dr. Horst Sterr von der Abteilung Küstengeografie und Klimafolgenforschung der Universität Kiel ins Leben gerufene Bündnis in diesem Jahr die Klimale. Auftakt war 2014 in Laboe.

Nach Auffassung des 20 Ostseegemeinden umfassenden Bündnisses steht eines fest: Der Klimawandel lässt sich nicht mehr aufhalten. Die Konsequenzen können aber sowohl positiv als auch negativ sein. „Wir wollen auch auf die Chancen des Klimawandels hinweisen“, so Enderwitz. Vom trocknen und warmen Wetter im Sommer könne etwa der Tourismus in Ostseedestinationen profitieren. Das Credo des Bündnisses lautet daher: Dem Klimawandel durch Klimaanpassung begegnen. Der Klimaschutz rücke dabei in den Hintergrund und Maßnahmen wie die Klimale, die das Thema breit in der Öffentlichkeit platzieren und die Wahrnehmung der Menschen dafür stärken sollen, in den Vordergrund. Ziel der Initiatoren ist es, die Klimale nun regelmäßig jährlich an wechselnden Ostseestandorten zu veranstalten. Hinsichtlich der Finanzierung ist man mit der Landesregierung im Gespräch. Zurzeit bezuschusst das Umweltbundesministerium das Projekt. Vor Ort wurde die Eckernförder Touristik und Marketing GmbH (ETMG) mit ins Boot geholt.

Ob Podiumsdiskussionen, Kunst, Naturfilme im Strandkino, Konzerte oder Workshops – die Besucher erwartet ein umfassendes Programm. Schwerpunkt wird das Thema Seegras sein. Von vielen Strandbesuchern verpönt, wird es von Experten als natürlicher Küstenschutz, wertvolles Biotop und Dämmmaterial geschätzt. Der Eckernförder Künstler Rüdiger Ziegler wird mit einem Kunstprojekt am Strand den Anstieg des Meeresspiegels symbolisieren. „Mit solchen Aktionen kann das Thema plastischer dargestellt werden“, so Ziegler.

Die 14 Schülerinnen und vier Schüler des Kunstprofils der Oberstufe an der Klaus-Harms-Schule haben bereits im Vorfeld mit einem Hamburger Filmemacher einen sogenannten Stop-Motion-Film gedreht, bei dem die Jugendlichen Kappelner „Unorte“ symbolisch als Baumdarsteller begrünten. In den folgenden Wochen erarbeiteten sich die Schüler die Gestaltungsmittel der Filmsprache, analysierten Trick- und Spielfilme und entwickelten schließlich ein eigenes Drehbuch für einen Trickfilm im Einzelbild-Verfahren (Stop-Motion-Film). Dieser wurde dann in Teamarbeit, mit viel Mühe und unter großem Zeitaufwand im Unterricht und in etlichen Freistunden fertiggestellt. Inhaltlich setzt sich der Film mit dem Klimawandel und dem Klimaschutz auseinander. Am Ende entstanden auf diese Weise acht gestalterisch sehr unterschiedliche, sowohl ernste als auch unterhaltsame, vor allem aber lehrreiche Kurzfilme, von denen heute vier beim „Klima-Contest“ ins Rennen gehen.

Bei diesem Wettbewerb treten Schulen aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg an und zeigen vielfältige Darbietungen zum Thema Klimawandel. Dazu gehören auch Beiträge in Form von Gesang oder Rap, Text oder darstellendes Spiel. Einzige Bedingung: Die Beiträge dürfen eine Länge von zehn Minuten nicht überschreiten. Als Preisgeld werden 600 Euro ausgelobt.

> www.klimale.de

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