Nieby : Ein Ferienparadies an der Ostsee

Perfekte Lage: Der Bauplan für 41 Häuser auf der Niebyer Sandkoppel zeigt die Nähe zum Wasser.
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Perfekte Lage: Der Bauplan für 41 Häuser auf der Niebyer Sandkoppel zeigt die Nähe zum Wasser.

Die Kappelner Norbert und Marion Essing planen das „Reetdorf Geltinger Birk“ mit 41 Luxushäusern.

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17. Juni 2015, 12:30 Uhr

Die ersten behördlichen Hürden für das künftige „Reetdorf Geltinger Birk“ sind überwunden. Der aktuelle Planungsstand sieht den Bau von 41 reetgedeckten Einzel- und Doppelhäusern im Fünf-Sterne-Segment mit insgesamt 236 Betten auf Grundstücken von jeweils 1500 Quadratmetern vor. Eine besondere Note soll dieses neue touristische Zentrum am Rande der Geltinger Birk durch den Bau eines Aussichtsturms in Gestalt einer überdimensionalen Eule erhalten. Diese Anlage wird als eine Art „Geschenk“ betrachtet und für jedermann zugänglich gemacht. Die Investoren Norbert und Marion Essing (Gut Roest) wollen die gesamte Ferienanlage, für die ein finanzieller Aufwand im zweistelligen Millionenbereich erforderlich wird, weitgehend „naturbelassen“ errichten.

Anlässlich der jüngsten Sitzung der Niebyer Gemeindevertretung ließ Bürgermeister Volker Lippert den Planer Sönke Groth von der Flensburger Plewa-Gruppe und den Architekten Gunnar Dogs aus Markerup zu Wort kommen. Nachdem die Landesplanung bereits Ende vergangenen Jahres ihre grundsätzliche Zustimmung zu diesem Großprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne „Sandkoppel“ signalisiert hatte, sind einige Prüfungen erfolgt und Gutachten vorgelegt beziehungsweise in Auftrag gegeben worden.

Unter anderem ist bereits sichergestellt, dass der Hochwasserschutz mit dem Level von 3,50 Meter über Normal Null eingehalten wird. Von der Naturschutzbehörde liegt das Einvernehmen vor, einen Teil des Waldes auf der Sandkoppel zu roden. Auflage dabei: Außerhalb des Geländes müssen zum Ausgleich umfangreiche Neuanpflanzungen auf 1,5 Hektar Land vorgenommen werden. Zur Abwasserentsorgung ist ein neues Klärwerk geplant. Gegenwärtig sind Biologen noch mit Kartierungen im Nahbereich der ehemaligen Kaserne beschäftigt: Sie erkunden das Vorhandensein von Brutvögeln, Amphibien und Fledermäusen. Untersuchungen in den früheren Bunkern der Marine haben laut Essing kein Vorkommen von Fledermäusen ergeben. Dass die gesetzlichen Auflagen bereits hohe Planungskosten verursacht haben, bestätigte der Kappelner Investor mit den Worten: „Wenn noch etwas Geld bei der Planung übrig bleibt, werden wir auch noch bauen können.“

Wenn wie geplant Ende dieses Jahres die endgültige Genehmigung vorliegt, soll unverzüglich mit dem Abbruch der maroden Kasernen-Gebäude und anderen Hinterlassenschaften begonnen werden. Im Winterhalbjahr folgt der Rohbau der Häuser in einem ersten Abschnitt. Norbert Essing erklärte, es werde damit erreicht, dass Lärm und andere Störungen in dieser Bauphase vor Beginn der Brutsaison auf der Birk nicht mehr vorkommen.

In der Gemeindevertretung wie auch im Kreis der anwesenden Bürger gab es keine Bedenken gegen das Projekt. Allerdings ist im weiteren Verlauf des Genehmigungsverfahrens noch eine öffentliche Bürgerbeteiligung vorgeschrieben. Doch die Zeiten, in denen manche Niebyer Einwohner noch eine Überfremdung durch die Touristenströme befürchteten, scheinen endgültig vorbei zu sein.

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