50 Jahre Golsmaas : Ein Feriendorf feiert Jubiläum

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Feriendorfes Golsmaas enthüllten Uwe Schiemann, Hans-Walter Jens und Minister Reinhard Meyer (v.li.) einen Stein mit entsprechender Inschrift.
Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Feriendorfes Golsmaas enthüllten Uwe Schiemann, Hans-Walter Jens und Minister Reinhard Meyer (v.li.) einen Stein mit entsprechender Inschrift.

Golsmaas gilt als günstige Adresse für Familienurlaub an der Ostsee. 50.000 Übernachtungen per Annum.

shz.de von
15. Juli 2015, 10:45 Uhr

„Auf die nächsten 50 Jahre.“ Mit diesen Worten enthüllten Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der Geschäftsführer des Deutschen Erholungswerkes (DEW), Uwe Schiemann, und der Verwalter des Feriendorfes Golsmaas, Hans-Walter Jens, einen Stein mit einer Inschrift zum 50-jährigen Bestehen von Golsmaas.

Durchschnittlich zwei Wochen dauert der Urlaub von Familien mit Kindern im Feriendorf Golsmaas. Jetzt nach Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen ist das Feriendorf bis aufs letzte Bett belegt. Vor einer Phalanx von Landes- und Kommunalpolitikern aus den Küstengemeinden, dem Landrat Dr. Wolfgang Buschmann sowie Touristikern der Region und Feriengästen sagte Minister Meyer: „Es ist ein Genuss, im schönen nördlichsten Bundesland Urlaub zu machen.“ Dabei sprach der Minister aus eigener Erfahrung. Reinhard Meyer war 1972 selbst mit seinen Eltern zum Aus- und Entspannen in Golsmaas. Urlaub für kinderreiche Familie zu günstigen Konditionen in einem Feriendorf – das sei eine besondere Art des Tourismus, die es zu unterstützen und zu fördern gelte. Weil aber das DEW eine gemeinnützige Einrichtung sei, sei dies mit öffentlichen Mitteln aus seinem Haus nicht möglich. „Da werde ich das Gespräch mit der Sozialministerin suchen“, so Meyer.

DEW-Geschäftsführer Uwe Schiemann lobte: „50 Jahre und kein bisschen müde.“ Er war zum Jubiläum aus Hamburg angereist. Von den insgesamt sechs Feriendörfern des DEW sei Golsmaas das am nördlichsten gelegene. Dass Golsmaas sich guten Zuspruchs erfreut, liegt – laut Schiemann – an seiner Lage und Qualität und nicht zuletzt auch am Einsatz von Verwalter Hans-Walter Jens.

Rückblickend auf die vergangenen 50 Jahre erzählt Hans-Walter Jens (66), der seit 1978 auch Bürgermeister der Gemeinde Kronsgaard ist, dass nach dem ersten Bauabschnitt 1964 das Feriendorf an der Ostsee als drittes des Deutschen Erholungswerkes im Jahr drauf vom damaligen Bundesfamilienminister Bruno Heck eingeweiht wurde. Die Verwaltung übernahm er, damals 24 Jahre alt und gelernter Landwirt, 1973 von seinem Vater Walter. 1975 folgte der zweite Bauabschnitt auf einer vier Hektar großen Fläche in dem in Ostseenähe gelegenen Dorf mit den es prägenden „Nurdach-Häusern“ – einfach ausgestattet mit Selbstversorgung. Der Grundgedanke, dass dort Menschen zueinander finden, hat nach den Worten von Jens nach wie vor Gültigkeit.

Insgesamt stehen 62 Häuser mit an die 400 Betten zu Verfügung. Dazu Jens: „Was mich freut, ist, dass mir von Gästen stets gesagt wird, wie toll diese Urlaube am Meer sind.“ Für das vergangene Jahr hat der Verwalter rund 50.000 Übernachtungen (seit Jahren konstant) gezählt – von 1000 Familien mit durchschnittlich sechs Personen.

Ohne Frage sei das Feriendorf auch ein Wirtschaftsfaktor. Das bekräftigen Sven Friedrich und Heiner Nissen vom Handels- und Gewerbeverein Geltinger Bucht und machen das am Beispiel des Brötchenverkaufs fest. In den zurückliegenden 50 Jahren fanden in Golsmaas fünf Millionen Brötchen Abnehmer. Legt man als Durchschnittspreis über die Jahre hinweg 20 Cent pro Brötchen zugrunde, floss allein dadurch eine Million Euro in die Region. Um Golsmaas auch in der Vor- und Nachsaison besser auszulasten, wünscht sich Heiner Nissen, auch stellvertretender Vorsitzender des Touristikvereins „Ferienland Ostsee Geltinger Bucht“, dass dort auch Reisegruppen untergebracht werden können. Dazu Hans-Walter Jens, dem als Gäste auch Schulklassen und Kindergärten willkommen sind: „Eine gute Idee.“

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