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Kunsthaus Hänisch in Kappeln : „Ein ehrlicher Maler“ im Kunsthaus

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Kunsthaus Hänisch zeigt bis Ende September 52 Bilder des Norddeutschen Realisten Frank Suplie. Am Sonntag war Eröffnung.

shz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 07:00 Uhr

Als Flächenmaler – so bezeichnet sich Frank Suplie selber. Ob das stimmt, davon wollten sich gestern Vormittag geschätzte 80 Besucher im Kunsthaus Hänisch überzeugen, die bei der Eröffnung der neuen Ausstellung „Auf dem Weg zum Meer“ dabei waren. Rund 50 Bilder zeigen einen Ausschnitt aus Suplies Schaffen, das sein früherer Lehrer, Professor Klaus Fußmann, so beschrieb: „Er sieht und findet etwas in der Landschaft, er distanziert sich und macht weiter. Frank Suplie ist ein ehrlicher Maler.“

Frank Suplie, Jahrgang 1950, gehört zur Gruppe der Norddeutschen Realisten, so etwas wie Ehrlichkeit und Authentizität ist seiner Arbeit also quasi immanent. Allerdings ist er erst 2006 dazugestoßen, und trotzdem bescheinigte ihm sein Lehrer Klaus Fußmann gestern, „ein Riesentalent“ zu sein. Und dass Fußmann weiß, wovon er spricht, ist anzunehmen, immerhin kennen sich die beiden bereits seit mehr als 40 Jahren. Suplie verbringt viel Zeit in Berlin, immer wieder aber besucht er Fußmann an der Geltinger Bucht und lässt Landschaft und Umgebung auf sich wirken. „Angefangen hat es mit den Raps-Bildern“, sagte Suplie gestern. „In der Größe gibt es so etwas in der Uckermark nicht.“ Wohl aber in Angeln, und eben da findet sich der Flächenmaler Suplie wieder. Klaus Fußmann ging gestern ebenfalls auf die vielen großformatigen Werke seines früheren Schülers ein und betonte: „Bei großen Bildern werden manche in der Komposition unsicher – Frank Suplie nicht. Klein will er einfach nicht, und das Große macht er ganz meisterhaft.“

Wie zum Beispiel das 1,10 mal 2,70 Meter große, zweigeteilte Rapsbild im Untergeschoss des Kunsthauses, erst 2017 entstanden. Oder das 1,20 mal drei Meter üppige Werk „Grimaldi Lines“ im Obergeschoss. Frank Suplie sagte selber: „Manche Bilder schreien danach, groß dargestellt zu sein.“ Und tatsächlich wirken viele seiner Motive so, als würden sie schlicht Platz brauchen. Wie etwa die „Elbphilharmonie“, ebenfalls erst in diesem Jahr entstanden. Das Bild hängt im Obergeschoss und hält die Nachbarschaft zum noch deutlich größeren „Grimaldi Lines“ problemlos aus, ohne unterzugehen. Was vielleicht auch daran liegt, dass Suplie mit einer gewissen Farbintensität spielt, satt und leuchtend, aber ohne zu schreien. Überhaupt scheinen alle Bilder, die das Kunsthaus derzeit zeigt, Fußmanns These zu unterstützen: Frank Suplie hat kein Interesse daran, kleinteilig zu malen, trotzdem leidet weder seine Genauigkeit noch seine Glaubwürdigkeit.

Und noch etwas Anderes macht diese Schau zu einer speziellen: Angeline Schube-Focke, Kuratorin des Kunsthauses, hat mit Frank Suplie die Ausstellung auf eine recht besondere Weise zusammengestellt. Sie hat mit ihm gemeinsam die Gegend um Kappeln erkundet und dabei ganz konkrete Wünsche an weitere Ausstellungsstücke formuliert. Suplie lachte gestern als er sagte: „Das hatte ich vorher auch noch nie.“ Raps war explizit gewünscht, Eckernförde, Kronsgaard, insgesamt ist so etwa ein Dutzend Bilder unmittelbar in den Monaten vor der Eröffnung entstanden. Und parallel dazu arbeitet Schube-Focke noch einem Katalog, der diese ausgefallene Herangehensweise dokumentieren soll.

Bis zum 24. September bietet das Kunsthaus die Gelegenheit, sich mit Frank Suplie „auf den Weg zum Meer“ zu machen. Und wer genau hinsieht, wird vielleicht entdecken, was der Künstler in seinen gemalten Landschaften gefunden hat. Wer noch genauer hinsieht, entdeckt vielleicht etwas ganz Eigenes.


> Frank Suplie: „Auf dem Weg zum Meer“, Kunsthaus Hänisch, Schmiedestraße 53, donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr

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