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Schlei-Bote

11. Dezember 2017 | 03:20 Uhr

Kappeln : Ein Domizil mitten im Wasser

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im Ostseeresort Olpenitz entstehen die ersten schwimmenden Häuser.

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2015 | 08:30 Uhr

Sie könnten so etwas wie ein Markenzeichen des Ostseeresort Olpenitz werden: die schwimmenden Häuser im nordwestlichen Teil des Hafenbeckens des früheren Marinestützpunktes. Die ersten drei Rohbauten sind jetzt fertig gestellt worden. Verkauft sind allerdings schon mehr als 15 schwimmende Häuser. Diese Zahl nennt Per Barlag Arnholm, geschäftsführender Gesellschafter der Helma Ferienimmobilien GmbH, Eigentümerin des Areals. Und er sagt auch: „Viele wollen natürlich etwas sehen, bevor sie es kaufen. Aber einige eben auch nicht.“

Knapp 100 Quadratmeter ist ein schwimmendes Zuhause groß, zwei Etagen plus Dachterrasse. Insgesamt sollen 60 Exemplare verteilt über vier Stege entstehen. Die Konstruktion sieht vor, dass jeweils drei Häuser eine schwimmende Einheit bilden, damit die Statik gewährleistet bleibt. „Wir haben so etwas vorher auch noch nicht gemacht“, sagt Per Barlag Arnholm. „Diese Häuser sind für uns und das ganze Projekt ein Highlight.“

Die Schwimmpontons stammen von einer Firma aus Rostock, in zwei Teilen werden sie auf Tiefladern ins Ostseeresort transportiert, dort im Wasser montiert. Innerhalb einer Woche entsteht dann auf einem Ponton der 30 Tonnen schwere Rohbau eines Hauses, dann folgt der zeitaufwändigere Innenausbau. Bis zum Jahresende sollen auf diese Weise zwei der geplanten vier Stege komplett fertig gestellt sein. Als Herausforderung entpuppte sich derweil die Frage der Versorgung, also Wasser, Abwasser, Strom, Heizung. „Eigentlich wollten wir diese Häuser mit Gas ausstatten“, sagt Arnholm. „Aber weil es sich ja am Ende um bewegliche Teile handelt, war das aus Sicherheitsgründen keine Option mehr.“ Jetzt ist es eine Luft-Wasser-Wärmepumpe geworden. Und auch diese Konstruktion soll bei entsprechenden äußeren Bedingungen immerhin noch einem Höhenunterschied von knapp zwei Metern standhalten. Arnholm sagt: „Das Haus wird sich immer ganz leicht bewegen, aber das darf auch so sein. Es bleibt ein schwimmendes Haus.“

Und eben damit verbindet der Geschäftsführer einen Gedanken von hoher Exklusivität. Weil bei den schwimmenden Häusern die Hochwasserschutzvorschrift von mindestens 3,50 Meter über Normalnull für Daueraufenthaltsräume nicht greife, entstünde ein ganz spezielles Flair. „Der Bezug zum Wasser ist viel intensiver“, sagt Arnholm. So befinde sich beispielsweise die Terrasse einen halben Meter über der Wasseroberfläche.

Auch was den Rest des Areals angeht, empfindet der Däne sein Projekt als voll im Fluss. Im südlichen Bereich soll bis zum Jahresende der Abriss beendet sein. Arnholm betont, dass erhaltenswerte Bäume auch erhalten bleiben. Im kommenden Frühjahr fällt, so der Plan, der Startschuss für den Hotelbau nahe der Südmole, wobei Arnholm bereits jetzt erklärt, dass das Gebäude kein Hotel im klassischen Sinne werden wird. „Sie kriegen einfach keine Jahresauslastung hin“, sagt er. Der Betrieb soll zwar ganz ähnlich wie ein Hotel funktionieren – also etwa mit Rezeption und Frühstücksbüfett. Die Eigentümerverhältnisse aber sollen anders geregelt sein, indem etwa einzelne Apartments wie Ferienwohnungen verkauft werden. Gepaart mit Wellness-Angeboten und Gastronomie verspricht sich Arnholm auf diese Weise eine bessere, weil kontinuierlichere Auslastung. „Dieser Weg ist gangbar“, sagt er. Die Eröffnung peilt er für Herbst 2017 an. Bereits ab Frühling 2017 soll die Infrastruktur verstärkt in den Fokus rücken, also Geschäfte wie Boutiquen oder Lebensmittelvollversorger. „Auch wenn uns schon Anfragen vorliegen, warten diese Unternehmen natürlich noch auf Einwohner“, sagt Arnholm. Die sollen spätestens 2022 in Fülle vorhanden sein, dann nämlich will die Helma Ferienimmobilien GmbH das Projekt Ostseeresort vollendet haben – ein selbstgesteckter Zeitplan, von dem Per Barlag Arnholm sagt: „Wir sind nah dran.“

Für die Gegenwart lässt sich derweil sagen, dass am Dienstag die nächsten drei Schwimmpontons geliefert werden. Während also in Olpenitz das passiert, was Arnholm mit „Leben hineinbringen“ bezeichnet, grasen auf dem Gelände der früheren Waffenschule weiterhin in aller Seelenruhe die Schafe. Sollte sich das irgendwann ändern, wird beim Dänen trotzdem keine Unruhe ausbrechen. „Es ist eine andere Klientel, die dort angesprochen wird“, sagt er. „Und außerdem bleibt das Ostseeresort ein exzeptioneller Standort.“

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