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Eisenbahnlandschaft : Ein Büro wird zum Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Bauberater und Hobby-Modelleisenbahner Volker Hollenberg will am Hafen dauerhaft seine Sammlung ausstellen.

Vor rund 100 Jahren, da hatte die kleine Stadt Kappeln gleich drei Bahnhöfe. Davon ist, sieht man mal von der Haltestelle für die Museumsbahn ab, nichts geblieben.

Doch das könnte sich jetzt schlagartig ändern. Diplom-Ingenieur Volker Hollenberg will Kappeln geradezu mit einer Eisenbahnlandschaft überziehen – allerdings nur im Kleinformat. „Im Alter von sechs bis sieben Jahren habe ich mir von meinem Vater meine erste Eisenbahn gewünscht und auch bekommen. Seit der Zeit bin ich dabei geblieben“, sagt Hollenberg. Der Hobby-Modelleisenbahner will in Kürze seinen Lebensmittelpunkt von Dissen im Landkreis Osnabrück nach Kappeln verlagern – mit im Gepäck: 100 Lokomotiven und noch mehr Waggons sowie jede Menge Gleise.

Der Bauberater hat bereits ein 115 Quadratmeter großes Büro am Südhafen angemietet, viel zu groß für seine beruflichen Zwecke, wenn da nicht sein zeit- und platzaufwändiges Hobby wäre. Dort will er seine Eisenbahnen aufstellen und gegen Eintrittspreis der Öffentlichkeit zeigen.

„Da am Fenster kommt die Schweizer Bergwelt hin, dort drüben in der Ecke irgendetwas für Kinder, vielleicht eine Schmalspurbahn“, sagt der 64-Jährige. Wenn Hollenberg von Modelleisenbahnen spricht, dann blüht er auf. „Da hängt mein Herz dran“, sagt er. Vier Größen hat er: von der kleinen Feldbahn (Maßstab 1:220) über die N (1:160), die Halb-Null (1:87) bis hin zur großen 0/Null (1:43,5). Und alle vier Spurbreiten will er auf 85 Quadratmetern ausstellen. „Bei der Null muss man schon mal aufpassen, dass man in den Geschäften nicht sein ganzes Vermögen lässt. Allein eine Lokomotive kann dort schnell mal drei- bis viertausend Euro kosten“, verrät der Diplomingenieur. Doch das ist noch nicht die Spitze. Vielmehr gebe es Modelle, die 20.000 Euro kosteten und vor der Auslieferung schon verkauft seien.

Jede Lok ist für ihn eine so eine Art Persönlichkeit. Und er weiß viele Geschichten über sie zu erzählen, darunter private, aber auch zur Produktion des Modells. Schon so manchen Klein-Zug hat er von Urlaubsreisen mitgebracht: aus Eutin, aber auch Modelle aus der DDR oder Ungarn. „In Budapest, da gab es einen Eisenbahnladen, da konnte man Modelle günstig kaufen“, sagt er. Seine Sammlung umfasst einen Zug aus Kindertagen, den 2,50 langen TEE-Rheingold-Zug (H-Null), die komplett digitale Spur Null ebenso wie eine moderne H-Null mit Geräuschelektronik. „Da sind Originalaufnahmen der Lok als Platine in das Modell eingebaut“, verrät der gebürtige Dissener. Weil die Industrie nicht auf die Computer reagierte, stand die Modelleisenbahn eine Zeit lang auf dem Abstellgleis. Doch nicht bei Volker Hollenberg. „Es ein so schönes Hobby, mal habe ich Lust zu basteln, mal zu fahren. Das sind entspannende Momente“, sagt er. Und so repariert er auch jeden Schaden nach Möglichkeit selbst.

500 bis 600 Meter Gleise will Volker Hollenberg in seinem Kappelner Büro verlegen. Und auf die ungläubigen Blicke seines Gegenübers erläutert der Bauingenieur, dass manche Züge über Wendel, also Kurven, die sich wie Serpentinen in die Höhe schrauben, fahren. Noch ist der Raum ganz leer, doch Hollenberg hat schon jeden Platz vergeben.


> Bereits zur Adventszeit ist ein Schnuppertag vorgesehen. Volker Hollenberg sucht für sein Projekt noch Mitstreiter, die Lust haben, unentgeltlich mitzuarbeiten. Wer Interesse hat, meldet sich unter info@hbb-hollenberg.de

 

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erstellt am 11.Nov.2014 | 07:30 Uhr

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