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Modelleisenbahn-Ausstellung : Ein Büro steht unter Dampf

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Volker Hollenberg zieht ein positives Fazit der ersten Saison seiner Modelleisenbahn-Schau.

Am Hafen liegt eines der wohl ungewöhnlichsten Büros der Stadt. Dort hat Diplom-Ingenieur Volker Hollenberg mit seiner Bauberatung GmbH auf 115 Quadratmetern Raum genug für seinen Arbeitsplatz und sein Hobby aus Kindheitstagen. Neun Modelleisenbahnanlagen in vier verschiedenen Größen sind dort aufgebaut. Darauf fahren zehn Lokomotiven. Insgesamt hat der 65-Jährige 600 Meter Gleisstrecke verlegt.

Am 28. März hatte Hollenberg die Ausstellung für den Publikumsverkehr frei gegeben. „Bisher haben sich rund 1000 Besucher die Anlagen angeschaut, also ich bin sehr zufrieden damit“, sagt er. Das Gros der Besucher, nämlich 80 Prozent, machen dabei die Feriengäste aus. „Die kommen zum Teil von weit her“, sagt der Diplomingenieur. Einen Österreicher hatte Hollenberg in der Ausstellung, der war Lokführer bei der österreichischen Bundesbahn. Da wird dann auch viel gefachsimpelt. „Die sozialen Aspekte habe ich in dieser Form nicht erwartet“, meint Hollenberg. So hätten ein Opa und sein Enkel die Ausstellung besucht – „und auf einmal fangen die richtig an zu plaudern“. Da geht es dann um alte Bahnen und Anlagen. Doch viele Gäste wollen sich auch einfach nur von den Streckenführungen inspirieren lassen. „Die holen sich bei uns die Ideen, wie wir bauen“, sagt der gebürtige Osnabrücker. So will er künftig Wendel einsetzen, also Kurven, auf denen sich die Bahn serpentinenähnlich in die Höhe schraubt.

Inzwischen hat Volker Hollenberg ein regelrechtes Team für seine Ausstellung zusammen bekommen. Sechs Modelleisenbahnfreunde unterstützen ihn. Sie helfen bei den Vorführungen, aber auch bei der Reparatur oder dem Aufbau. Darunter ist beispielsweise auch ein ehemaliger Medizintechniker von Siemens. „Der kann noch ohne Brille arbeiten, während er das Fußballspiel Bayern gegen Arsenal London schaut und ist dabei noch sehr geschickt beim Zusammenlegen kleinster Teile“, sagt Hollenberg.

Einen Reparaturdienst bieten sie auch den Besuchern für deren Loks an. „Dann besorgen wir die Ersatzteile und bauen sie in die Loks ein“, so Hollenberg. „Unsere Teststrecke steht in der Küche.“ Ebenso können interessierte Besucher bei Hollenberg Zubehör erwerben. So auch auf den Flohmärkten, deren Zeiten am Eingang aushängen.

Spätestens ab dem Feiertag „Heilige Drei Könige“ schließt Hollenberg etwa bis Anfang März die Anlage, denn für die neue Saison plant er einige Neuerungen. Die große Spur Null (Maßstab 1:43,5) wird dann durch den ganzen Raum fahren. Dazu sollen mehr Landschaften mit Städten, Brücken, Bergen und Seen entstehen. „Wir wollen die Details stärker herausarbeiten“, sagt der Diplom-Ingenieur. Außerdem wird auch die Technik mit mehr Weichen und optischen wie akustischen Signalen verfeinert. Eine Dampflok mit rauchendem Qualm aus dem Schornstein ist schon lange bestellt, lässt aber wegen der Insolvenz eines chinesischen Spielzeugherstellers noch auf sich warten. Dann steht das Büro unter Dampf. Doch so oder so: „Die Besucher erwarten Veränderungen bei so einer Modelleisenbahnanlage, denn viele wollen wiederkommen, das haben sie mir selbst mitgeteilt“, sagt der Bauexperte Hollenberg. Doch wie kommen die Kunden mit seinem Hobby klar? „Also, die sind alle begeistert, den meisten fehlt nur die Zeit oder der Platz für solch ein Hobby.“

 

> Die kleine Modellbahnausstellung, Am Hafen 1, ist noch an folgenden Terminen geöffnet: Sonnabend, 5. und 12. Dezember, von 11 bis 13 Uhr sowie Sonntag, 6. und 13. Dezember, von 11 bis 15 Uhr. Im neuen Jahr sind spätestens ab 6. Januar Umbaumaßnahmen geplant, bevor etwa Anfang März die Anlage wieder öffnet.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 18:12 Uhr

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