Plakatflut in Brebel : Ein Bürgermeister räumt auf

Bürgermeister Wolfhard Kutz entfernt Plakate, die nicht von der  Gemeinde genehmigt wurden.
Bürgermeister Wolfhard Kutz entfernt Plakate, die nicht von der Gemeinde genehmigt wurden.

In Brebel ist das Aufstellen von Plakaten genehmigungspflichtig. Illegale Werbung baut Wolfhard Kutz eigenhändig ab.

shz.de von
08. August 2014, 07:30 Uhr

Die Szene lässt sich in Brebel in regelmäßigen Abständen beobachten: Ein Mann fährt mit seinem Auto auf der Bundesstraße 201 von Laterne zu Laterne, löst Werbeplakate ab und lässt sie im Kofferraum seines Wagens verschwinden. Der Mann heißt Wolfhard Kutz, ist Bürgermeister der Gemeinde und tut beileibe nichts Unrechtes. Er setzt nur die Regeln einer Sondernutzungssatzung durch, die die Gemeindevertretung am 1. Juli in Kraft gesetzt hat (wir berichteten). Laut dieser Satzung dürfen Werber nur noch dann Plakate in der Gemeinde aufhängen oder aufstellen, wenn sie dazu eine Erlaubnis haben. Die ist gebührenpflichtig und kostet 20 Euro für zwei Plakate und 14 Tage. Daran aber halten sich die meisten Plakatkleber einfach nicht. Und dann greift der Bürgermeister ein.

Beantragt und bezahlt werden müssen die Genehmigungen beim Ordnungsamt in Süderbrarup. Von dort erhält Wolfhard Kutz auch seine Informationen. Wenn ein Plakat unerlaubt aufgehängt wird, entfernt es der Bürgermeister sofort und lagert es ein. Die Werber können es dann gegen eine Gebühr bei ihm abholen.

„Wir haben diese Satzung nicht erlassen, um die reichste Gemeinde des Amtes zu werden, sondern um die Plakatflut an unserer Hauptstraße einzudämmen“, erklärt Kutz. Denn in Spitzenzeiten habe er 19 Plakate für zehn Veranstaltungen an den insgesamt nur 23 Lichtmasten im Dorf entlang der B 201 gezählt. In Wahlkampfzeiten sei es noch schlimmer.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass sich mit der neuen Satzung und dem sofortigen Abhängen bei Nicht-Beachtung die Zahl der Plakate im Laufe der Zeit von alleine reduziert. Erfahrungen auf diesem Gebiet gibt es aber nicht. Denn Brebel ist seiner Kenntnis nach die erste Landgemeinde in Schleswig-Holstein, die eine derartige Satzung erlassen hat.

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