zur Navigation springen
Schlei-Bote

20. Oktober 2017 | 17:14 Uhr

Kosel : Ein Bilderbuch der Elemente

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ausstellungseröffnung mit Aquarellarbeiten von Klaus Langer am Freitag, 22. Januar, in der Alten Schule.

Anorganische Festkörperchemie, Physik und Mineralogie – die Studien- und Berufswelt von Professor Dr. Klaus Langer aus Bohnert war jahrzehntelang höchst theoretisch. Für den 79-Jährigen war dies ein Grund, sich einen Ausgleich zu schaffen. Ein Ölmalkurs bei Carl Lambertz in Kiel war bereits 1965 die Lösung. Und der Malerei ist Langer bis heute treu geblieben, nur auf Öl verzichtet er. Seine Wahl fiel schließlich auf die Aquarellmalerei. Eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten von Langer wird Freitag, 22. Januar, 19 Uhr, eröffnet und rund acht Wochen lang in der Bücherstube „Laurentia“ in der Alten Schule Kosel gezeigt.

„Ich brauchte einen Ausgleich zum Studium und meiner Arbeit“, sagt Langer, der in Kiel und Wien studiert hat. Über Bochum und Bonn kam er 1987 als Mineralogie-Professor nach Berlin, wo er bis 2001 an der TU unterrichtet hat. Als gefragter Fachmann war er weltweit unterwegs. Zu Langers Reisegepäck gehörten stets einige Blöcke mit feinem, italienischen Aquarellpapier, dazu ein Kasten mit Farben und Pinsel. So ausgerüstet zieht es ihn bis heute immer wieder in die Natur. Er liebt die Ruhe und den Blick übers Land.

Hat Langer einen guten Standort gefunden, legt er los. Er hält sich nicht lange mit Skizzen oder Versuchen auf, sondern lässt den Pinsel zügig übers Papier rauschen. Zehn bis 30 Minuten, dann ist sein Blick auf die Landschaft festgehalten. Ganz selten nur greift er später noch mal zum Pinsel, um ein fertiges Bild nachzuarbeiten. Rückte er in ganz frühen Jahren noch Menschen ins Bild oder wählte vermehrt warme Farbtöne, so hat sich sein Stil über die Jahrzehnte geändert. „Inzwischen liebe ich kalte Farben“, sagt der 79-Jährige. „Vor allem Blau in allen Facetten.“ Seine stets hochformatigen Arbeiten erscheinen durchlässig und luftig. Auch das gegenständliche Malen hat Langer über die Zeit reduziert. „Man braucht schon Fantasie“, sagt er selbst. Ohnehin male er in erster Linie nicht für andere, sondern für sich selbst. „Die Ruhe draußen in der Natur, und das Fühlen der Elemente, das tut mir gut. Ich mag die Elemente“, sagt er. Und das fließt auch in seine Arbeiten ein. Der geübte Betrachter vermag sogar zu erkennen, aus welcher Richtung der Wind weht. Und auch Regentropfen hat Klaus Langer in seine Arbeiten integriert. Beeindruckt ist er von Paul Klee, der den Ausspruch „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ prägte. „Auch ich arbeite danach“, sagt der Schwansener. Und nun ist er gespannt, wie die Besucher der Vernissage seine Arbeiten empfinden. Für ihn ist es die erste Einzelausstellung, der er freudig entgegen sieht.

Für Jutta Kreuziger von der Bücherstube „Laurentia“ und ihre vier Mitstreiterinnen ist es immer wieder spannend, wie die wechselnden Ausstellungen ankommen. Kreuziger: „Ich bin froh, dass mit Klaus Langer nun Arbeiten eines Bohnerters zu sehen sind.“ Langer bezeichnet die in Reihe und Glied aufgehängten Arbeiten selber als „Bilderbuch“. Während im großen Saal der Alten Schule vor allem Arbeiten mit Blick aufs Ornumer Noor, aber auch von Reisen nach Griechenland und Prag sowie sein erstes Ölgemälde zu sehen sind, werden in der „Laurentia-Stube“ Ansichten aus Lewis, Teil der Insel Harris der südlichen Hebriden, gezeigt. Das Besondere dort sei die Dominanz von verblühtem Heidekraut, das auf nacktem und grauen Fels die Landschaft überziehe. „Und viel Regen“, so Langer.

Die Ausstellung ist künftig donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr zu sehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen