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IGU Kappeln : „Ein bedeutender Naturschützer“ geht

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Dieter Rackow gibt nach 30 Jahren den Vorsitz der Interessengemeinschaft Umweltschutz an Eva Heimsoth ab.

Bei der Interessengemeinschaft Umweltschutz Kappeln und Umgebung (IGU) hat es auf der Jahresversammlung in der „Alten Eule“ einen Tausch bei den Vorsitzenden gegeben. Der bisherige erste Vorsitzende Dieter Rackow (81), der die IGU seit 30 Jahren leitet, trat aus Altersgründen in die zweite Reihe. Seinen Posten übernahm seine bisherige Stellvertreterin Eva Heimsoth, die von den Mitgliedern, ebenso wie Rackow, einstimmig gewählt wurde.

Zu Beginn der Versammlung hatte Dieter Rackow in seinem letzten IGU-Vorstandsbericht das Vereinsjahr Revue passieren lassen. Wie immer wurden die Routinearbeiten an den Fledermausquartieren, die Pflege der aufgestellten Nistkästen, die Sicherung der Frosch- und Krötenwege im Frühjahr sowie die Pflege der Hüholzwiesen und auf dem Vereinsgelände in Faulück im abgelaufenen Jahr durchgeführt. Ferner konnte er mit Freude vermelden, dass sich die IGU mit ihrer Vorstellung beim Flächennutzungsplan zur ehemaligen Marinewaffenschule durchgesetzt hat. Die IGU hatte Bedenken wegen der geplanten Sportbootanlagen für rund 300 Boote, einem Restaurant auf dem Wasser und schwimmenden Häusern sowie großflächigen Versiegelungen im Uferbereich angemeldet. Bei der aktuellen Planung habe sich der Investor jedoch an die IGU-Empfehlungen gehalten und die Fläche verkleinert. Sie soll nur noch 70 flachgehende Boote aufnehmen. Baggerarbeiten sind nicht geplant und auch nur geringe Versiegelungen am Ufer. „Das alles entspricht exakt unseren Vorschlägen“, erklärte Rackow. Auch im Ostseeresort Olpenitz wirkten die Naturschützer mit: In einer schriftlichen Vereinbarung wurde eine wirksame Begrünung der großen Hallen und der in diesem Bereich geplanten Ferienhausbebauung erreicht.

Als „schlimm“ bezeichnete Dieter Rackow das Fällen der gesunden Pappeln an der Nordstraße. „Offenbar war das Absägen billiger als die Pflege“, sagte er. Die IGU hatte gegen die Aktion Einspruch eingelegt, erhielt die Eingangsbestätigung aber nach eigenen Angaben erst nachdem die Bäume gefällt waren. Die IGU fordert jetzt für die gefällten Bäume Ersatzpflanzungen im Verhältnis 1:10. Auch mit Blick auf die in der Hindenburgstraße gefällten drei etwa 50 Jahre alte Kopflinden hat sich die IGU juristische Hilfe geholt.

Nach dem Vorstandsbericht stand der Kassenbericht von Annemie Dick auf der Tagesordnung. Mit knapp 4500 Euro in den Rücklagen hat die IGU noch ein gutes Polster.

Abschließend berichtete der scheidende Vorsitzende in einem bebilderten Vortrag über seine Arbeit in den vergangenen 30 Jahren und machte dabei seine Motivation deutlich. So erklärte Rackow beispielsweise, dass täglich Arten aussterben. Dadurch hätten andere Lebewesen keine Lebensgrundlage mehr und würden ebenfalls aussterben. Rackow: „Weil das so ist, ist Umweltschutz wichtig. Ziel muss es sein, Ökosysteme zu erhalten und neue zu entwickeln.“ Die IGU habe dafür mit Feuchtbiotopen, Trockenrasenflächen und artenreichen Wiesen Wegweiser gestellt. So wurde etwa mit Unterstützung durch den damaligen Umweltminister eine 4,5 Hektar große Feuchtwiese in Faulück erworben und zum Lebensbereich für Amphibien umgestaltet. Durch eine Spende konnte eine Kampagne für Zitronenfalter gestartet werden. Ferner wurden unter der Regie von Dieter Rackow ein Eisvogelprojekt an den Hüholzteichen und eine Orchideenwiese in Weidefeld gestartet. All das habe man getan, so Rackow, weil „unsere Zukunft in einem Leben mit der Natur liegt“.

IGU-Mitglied Wilhelm Busse nahm diese Mahnung zum Anlass, um dem scheidenden Vorsitzenden für seine intensive Arbeit als Vorsitzender zu danken. Er machte aber auch klar, dass die Aufgaben der IGU „nicht geringer“ werden. Noch eindeutiger wurde der Naturschutzbeauftragte des Kreises, Edmund Link. Angesichts der Tatsache dass Dieter Rackow immer „zäh am Erfolg gearbeitet“ habe und gute Ergebnisse vorweisen könne, nannte er ihn „einen der bedeutendsten Naturschützer im Kreis“. Als Dank für die gute Zusammenarbeit schenkte er ihm eine Orchidee. Bürgermeister Heiko Traulsen, der sich ebenfalls mit einem Geschenk bei Rackow für seinen Einsatz bedankte, lobte – bei aller Beharrlichkeit – die Kompromissfähigkeit des ausgeschiedenen Vorsitzenden. Auch der stellvertretende Bürgervorsteher Christian Andresen dankte Rackow für „30 Jahre Arbeit für den Naturschutz“.

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