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Leben, wo andere Urlaub machen : Edda – Mutter vom Südensee-Strand

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Teil 8 unserer Serie: Edda Paspirgilis betüddelt an ihrem Kiosk in Sörup Einheimische und Urlauber.

Die Badestelle am Südensee ist ein Söruper Kleinod. Die Gemeinde hat in ihre Gestaltung erheblich investiert, ein Gebäude mit Sanitärtrakt, DLRG-Unterkunft und einen Kiosk gebaut, und auch einen Wohnmobilstellplatz eingerichtet. Der Betrieb des Kiosks ist jedoch wie ein Lotteriespiel: Ist der Sommer verregnet, bedeutet das auch für den Pächter trübe Aussichten, ist der Sommer gut, kommen viele Gäste zum Baden und kaufen hier Eis, Getränke und Speisen.

Seit zwei Jahren ist Edda Paspirgilis Kiosk-Pächterin. Erfahrung mit Badegästen hat sie bereits im Satruper Aktiv-Bad gesammelt, wo sie zehn Jahre für die Bewirtung gesorgt hat. 2012 hat die Gemeinde Mittelangeln den Kiosk ab der Saison 2013 neu verpachtet und zur gleichen Zeit beendete sechs Kilometer entfernt der Pächter des Südensee-Kiosks sein Engagement. Als Edda Paspirgilis davon erfuhr, nahm sie Kontakt zur Gemeinde Sörup auf und übernahm das Geschäft.

Doch bereits der Start am 1. April 2013 hatte es in sich. Statt Frühlingsgefühlen fegte Schnee über den Südensee. Ans Wasser wagte sich nur, wer einen Hund auszuführen hatte. Doch die 57-Jährige ließ sich von diesen Unbilden ihre stets gute Laune nicht trüben. Wer den Weg zur Badestelle fand, wurde mit heißem Kaffee und selbst gemachtem Kuchen verwöhnt. Es gibt nur überdachte Außenplätze, und schnell war eine Decke organisiert. In dieser Zeit wurde wohl die Idee geboren, nicht nur bei schönem Wetter Besucher zu versorgen, sondern das ganze Jahr über. Wenn es allerdings zu heftig wird mit Schnee und Kälte, dann bleibt auch Edda Paspirgilis lieber hinter dem warmen Ofen. Gäste, die mit dem Wohnmobil anreisen, schätzen den Kiosk besonders, und alle lieben die abendliche Idylle, wenn die Sonne über dem See versinkt, leise die Wellen ans Ufer platschen und dazu ein anregendes Getränk serviert wird. Langweilig wird es hier nie, denn Edda Paspirgilis hat immer Gesprächsthemen.

Für die Gemeinde hat die stete Präsenz der Pächterin den Vorteil, dass es keine Randale mehr am See gibt. Denn in solchen Fällen kann Paspirgillis sehr resolut sein, mit ihrer Stimme und Statur manch übermütigen Helden zum unverzüglichen Rückzug bewegen.

„Gibt’s nicht, gibt es nicht“ lautet Edda Paspirgilis’ Devise. Das wissen auch die Urlaubsgäste zu schätzen, die Natur pur suchen und hier finden. Wenn in Sörup abends Ruhe einkehrt, nehmen sie gerne die Gelegenheit wahr, am Strand zu sitzen, um dort einige gemütliche Stunden zu verbringen. Paspirgilis steht dann hinter dem Tresen oder setzt sich, wenn etwas Zeit ist, zwischendurch zu ihren Gästen. Auch Kinder lieben die „Mutter vom Südensee“. Wenn bei ihnen Langeweile aufzieht, organisiert sie kurzentschlossen kleine Spiele. Die Zusammenarbeit mit der DLRG-Station funktioniert. „Wir ergänzen uns“, sagt Leiter Bernd Grigoleit. Muss ein Insektenstich gekühlt werden, liegen bei Paspirgilis die Eisstückchen bereit. „Das ist ein Arbeitsplatz, wie ich ihn mir immer gewünscht habe“, sagt sie. Und das liege nicht nur an den Menschen. Auch der See selbst mit seiner Bademöglichkeit und die Sonnenuntergänge über ihm haben es ihr angetan.

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