Mobilität : E-Scooter-Hype erreicht Kappeln noch nicht

E-Scooter – ist das etwas für Kappeln und Umgebung? Die Fahrradverleiher haben ihre Zweifel.
E-Scooter – ist das etwas für Kappeln und Umgebung? Die Fahrradverleiher haben ihre Zweifel.

Kopfsteinpflaster und fehlende Nachfrage: Fahrradverleiher sehen doch keinen Bedarf.

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12. Juli 2019, 18:00 Uhr

Kappeln | Rollerfahren mit Batterieantrieb – seit gut einem Jahr ist der E-Scooter in den Metropolen der Welt angekommen. Seit Juni auch in Norddeutschland. Mehr als 2000 Stück sollen inzwischen in Hamburg unterwegs sein, mindestens vier Vermieter gibt es in der Großstadt. Aber wie sieht es in Kappeln aus? Gibt es Anbieter, die die flotten Roller verleihen? Gibt es überhaupt Nachfrage? Die Antwort: Eher nicht.

Schwierig auf Kopfsteinplatz

„Wir haben keine E-Scooter im Verleih, und im Moment ist das auch noch nicht angedacht“, sagt Werner Thurau vom Fahrradverleih Spielwaren Schmidt. „Wir haben hier doch überall Kopfsteinpflaster und nicht mal ein richtiges Fahrradkonzept“, setzt er hinzu und lacht. „Nein, aber im Ernst. Wir schließen nicht aus, dass das irgendwann kommt, aber solange es keine konkreten Regularien in Bezug auf Versicherung, Helme, Kennzeichenpflicht, Alter und so weiter gibt, warten wir erst einmal ab. Es hat auch noch keiner danach gefragt“, so Thurau weiter. Sein Sohn Nico stimmt zu. „So ein E-Scooter im Verleih soll im Durchschnitt nur drei bis vier Monate durchhalten. Was soll ich denn dafür nehmen?“, sagt er.

Umweltfreundlich?

Werner Thurau hat darüberhinaus Bedenken, dass die Flitzer wirklich so gut für die Umwelt sind. Lithium aus Chile, Kobalt aus dem Kongo, Produktion in China – und er hat gehört, dass sogenannte „Juicer“ – Privatleute mit eigenen Pkw – im Auftrag nachts die Geräte einsammeln, im eigenen Haus laden und dann wieder in der Stadt verteilen: „Und die fahren mit ihren alten Dieseln rum und laden mit Kohlestrom auf, damit dann hier einer fünf Kilometer mit gutem Öko-Gewissen durch die Gegend fahren kann?“

Noch nicht ausgereift

Ebenfalls skeptisch ist Petra Clausen, Inhaberin von „Schleiräder“. „Bisher gibt es keine Nachfrage“, berichtet sie. Sie hat ihre Gäste gefragt: In Hamburg komme das super an, um schnell von A nach B zu kommen. Im ländlichen Bereich mit weiteren Strecken sei der Roller vielleicht nicht die ideale Lösung. Für ihren Verleih schließt sie die Aufnahme von E-Scootern ebenfalls nicht aus. „Aber noch ist das System nicht ausgereift“, sagt sie.Auch bei bft-Willer, Edelstahl und Meer sowie Fahrradverleih-in-Kappeln gibt es noch keine E-Scooter im Verleih.

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