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Rabenkirchen-Faulück : Dreiseithof bleibt prägendes Merkmal

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Gebäude in Karschau darf zu Wohnzwecken umgebaut werden. Der Bauherr will die Gestalt erhalten.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 12:30 Uhr

Der Dreiseithof Karschau liegt direkt an der Schlei, erliegt mitten im Landschaftsschutzgebiet und er liegt im Außenbereich der Ortslage. Und doch hat der Kreis Schleswig-Flensburg dem Antrag des aus Hamburg stammenden Eigentümers grünes Licht für „Umbauten zu Wohnzwecken“ und einer energetischen Sanierung des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebs gegeben. Ausschlaggebend für die Zustimmung ist, dass mit diesem Bauvorhaben „das Bild der die Kulturlandschaft prägenden Gebäude“ erhalten bleibt und deren Gestaltwert langfristig gesichert wird. „Ich freue mich über jeden Hof, der intakt gehalten wird, zumal es auch in unserer Region etliche negative Beispiele gibt“, kommentierte Peter Martin Dreyer, Bürgermeister von Rabenkirchen-Faulück, diese Planung anlässlich der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Damit werde keine profitable Ferienanlage geschaffen, sondern ein privat genutzter Wohnraum des gehobenen Bedarfs. Dreyer erwähnte, eine der Scheunen werde mit einem Versammlungsraum ausgestattet. Der Antragsteller beabsichtigt, seinen Erstwohnsitz von der Elbe an die Schlei zu verlegen. Dreyer: „Er ist in Rabenkirchen-Faulück somit auch als Steuerzahler willkommen.“ Die Gemeindevertretung stimmte dem Bauantrag einmütig zu.

Überraschende Kritik seitens der SPD-Fraktion gab es, als es um den Nachtrag zur kommunalen Entschädigungssatzung ging. Das war plötzlich keine Formalie mehr. SPD-Sprecher Johann Ryll nahm die Pauschale aufs Korn, die der Bürgermeister seit eh und je dafür erhält, dass er in seinem Privathaus ein Dienstbüro unterhält. „Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Zahlung von Entschädigungen, aber in diesem Fall entspricht sie nicht dem geltenden Recht“, monierte Ryll. In den Akten der Verwaltung sei trotz intensiver Suche kein Beschluss der Gemeindevertretung gefunden worden, der die Zahlung der Büropauschale beinhalte. Dreyer reagierte unaufgeregt: „Ich habe auf den Inhalt in der Verwaltungsvorlage keinen Einfluss genommen.“ Auch bei seinen Vorgängern sei in Sachen Dienstzimmer-Entschädigung eine derartige Beanstandung nie erhoben worden. Am Ende der Debatte verständigten sich alle Mandatsträger darauf, den strittigen Tagesordnungspunkt abzusetzen und im Finanzausschuss neu zu beraten.

Ebenso verfahren wurde bei der Neufassung der Hundesteuersatzung. Seit 1997 lag der Grundbetrag für einen Vierbeiner bei 15 Euro pro Jahr. Laut Verwaltungsvorschlag soll er künftig auf 36 Euro steigen. „Wir machen eine 140-prozentige Steigerung nicht mit“, kündigte die SPD-Fraktion an. Fest steht nur, dass der Gesetzgeber nach 20 Jahren eine Anpassung dieser Steuer verlangt.

Ohne Diskussion befürwortete die Gemeindevertretung die geplante Übertragung von Aufgaben der Selbstverwaltung an das Amt Kappeln-Land. Dabei handelt es sich um touristische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Angelegenheiten. Stabil bleiben die Gebühren für die Abwasserentsorgung im Kappelner Klärwerk: 2 Euro pro Kubikmeter. Um diesen günstigen Tarif zu halten, werden aufgrund allgemeiner Kostensteigerungen im Klärwerk 5000 Euro aus der kommunalen Sonderrücklage abgezweigt.

In seinem Verwaltungsbericht schnitt der Bürgermeister unter anderem die Frage nach den Chancen für die Angelner Museumsbahn an. Dass laut Machbarkeitsstudie in den nächsten anderthalb Jahrzehnten ein siebenstelliger Investitionsbedarf erforderlich wird, kommentierte er mit den Worten: „Das wird schwer, denn das Geld muss ja irgendwo herkommen.“ Stolz war Dreyer darüber, dass er im August eigenhändig von einem Boot aus bei Karschau rund 10.000 kleine Aale bei der diesjährigen Aktion in der Schlei „auswildern“ konnte.

 

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