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Vorstellung der Publikumspreis-Kandidaten : Drei tierische Kino-Hits am Stück

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Naturfilmfestival „Green Screen“: Gestern stimmten Kappelner Leser über ihren Favoriten für den sh:z-Publikumspreis ab.

Tag der Wahl – Stunde der Entscheidung. Die Kappelner „Capitol-Lichtspiele“ waren gestern Wahllokal für die Abstimmung über den sh:z-Publikumspreis im Rahmen des internationalen Naturfilm-Festivals „Green Screen“. Dazu kreuzten rund 80 Leser des Schlei Boten ihren Favoriten auf einem Wahlschein an. Doch zunächst hieß es Filme gucken. Wie immer standen drei Filme zur Auswahl. Und die waren (wie fast immer) völlig unterschiedlich. Im ersten Streifen ging es um die Waldwelt Sri Lankas. Im zweiten Film spielte eine Seekuh namens „Hamilton“ vor der Küste Floridas die Hauptrolle. Und der dritte Film schließlich handelte vom Storchendorf Rühstädt in der Prignitz. „Die Auswahl im letzten Jahr gefiel mir besser, aber vielleicht wachsen auch die Ansprüche mit der Zeit“, meinte Hans Wilhelm Sachtleber aus Kappeln am Ende der Veranstaltung.

Der erste Film faszinierte durch ein Vielzahl an Natureindrücken und Informationen. Die Insel Sri Lanka – nicht einmal so groß wie Bayern – hat den Regisseuren Joe Loncraine und Mike Birkhead zufolge eine verschwenderische Artenvielfalt, die ansonsten nur auf einem ganzen Kontinent anzutreffen sei. „Nahezu jede Nische der Evolution“ sei hier besetzt, sagte der Sprecher des Films. Aus der Perspektive eines Manati-Jungen erzählte der zweite Film die Gewohnheiten der Seekühe. Über Jahre begleitete ein Team das vor allem durch Menschen bedrohte Leben des Jungtieres. Und im 200-Seelenort Rühstädt dreht sich fünf Monate lang alles um die Störche. Rund 50 Tiere kommen Jahr für Jahr nach Rühstädt. Die Einwohner betreiben Nestpflege und zum Teil auch die Aufzucht verstoßener Jungtiere. 30  000 Besucher jährlich wollen die Störchenkolonie auf den Dächern sehen.

Nach der insgesamt rund zweieinhalbstündigen Vorführung schienen unserer nicht repräsentativen Umfrage zufolge in Kappeln die Störche leicht die Nase oder besser den Schnabel vorn zu haben. Hans Wilhelm Sachtleber gefiel der Film am besten, denn „da war die Dramaturgie am natürlichsten“. Der Film über die Seekühe enthielt dem 65-jährigen Kappelner zu viel Pathos, der Streifen über Sri Lanka war ihm zu informationslastig. Sabine Müller aus Flarup, erstmals bei der Veranstaltung, sagte: „Das war richtig eindrucksvoll. Mein Lieblingsfilm war der über die Störche, der hatte auch etwas Heimatbezogenes.“ Ihr Mann Dieter mochte auch den Film über die Seekuh. Eva Müller aus Kappeln meinte: „Ich finde es toll, dass so eine Veranstaltung nach Kappeln kommt. Schade nur, dass dieses Mal nicht alle Plätze besetzt waren.“ Ihr Favorit war die Seekuh. „Das war einfach ein außerordentlicher Film, und über die Tiere habe ich vorher auch nicht viel gewusst.“

Susanne Münchbach aus Oersberg, zum ersten Mal dabei, war ganz angetan von der breiten Vielfalt der Filme. Sie sagte: „Beim Dreh über Sri Lanka kam der Mensch kaum vor, dagegen zeigte der Film über die Störche, wie die Menschen ihre Umwelt aktiv mitgestalten können.“ Münchbach fand zudem den Tourneegedanken des sh:z-Publikumspreises sehr schön. In allen 15 Standorten des schleswig-holsteinischen Zeitungsverlags bekommen die Kinobesucher die Filme zu sehen und stimmen über ihren Favoriten ab. Am Ende wird dann zusammengezählt. „Diese Tour durch das Land trägt auch den Naturgedanken weiter“, so Münchbach. Die Oersbergerin will nach der Vorstellung in Kappeln jetzt auch das „Green-Screen“-Festival in Eckernförde besuchen.

Mit lautstarkem Beifall bedankte sich das Publikum bei den Kinobetreibern Carmen Schrief und Michael Wittkoswki, die den Kinosaal zur Verfügung gestellt hatten. Carmen Schrief sagte hinterher, dass man mit der Veranstaltung auch Besucher ins Kino bekäme, die zuvor lange Zeit nicht da waren. „Das Publikum hat ein großes Interesse an Naturfilmen“, so Schrief.

Noch zwei Vorführungen für den sh:z-Publikumspreis stehen aus. Nach der anschließenden Auszählung wird dann dem Sieger am 12. September der Preis in Eckernförde überreicht.

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