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„Plein Air 54 Grad“ in Sundsacker : Drei Tage Kunst erleben

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Das Festival „Plein Air 54 Grad“ findet vom 4. bis 6. August in Sundsacker an der Schlei statt, und das erste Projekt ist bereits umgesetzt.

shz.de von
erstellt am 22.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Zwei Wochen noch, dann soll zwischen Schlei und Schule das erste Kunst- und Künstlerfestival gefeiert werden. „En plein air“ – im Freien also – wird gemalt und gezeichnet, musiziert und gelesen, gebastelt und gespielt und zwischendurch auch gegessen und getrunken. Mitten im Grünen auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule des Veranstalters St. Nicolaiheim Sundsacker und des Unternehmens Event Nature treffen sich Menschen, die Freude daran haben, Kunst auf so unterschiedliche Weise wie eben möglich auszuüben oder einfach zu erleben. Und bevor es soweit ist, haben die Arnisser Künstlerin Brigitte Wollert und die künstlerische Leiterin des Festivals, Dr. Christina Kohla, schon mal einen ersten kleinen Glanzpunkt gesetzt: Das frühere Hauptgebäude des St. Nicolaiheims steht seit mindestens zwölf Jahren leer, inzwischen sind dort die Fledermäuse eingezogen. Wollert und Kohla haben die Ruine kurzerhand in ihr erstes Kunstprojekt verwandelt.

Und dabei hat das Gebäude ihnen praktisch von sich aus die Möglichkeiten geschenkt. Errichtet im Jahr 1914, eventuell auch früher, diente es zunächst als Mädchen-, später als Kinderheim, immer getragen vom diakonischen Gedanken. In naher Zukunft soll es abgerissen werden. Christina Kohla sagt: „Wir wollten in wenigen Worten darstellen, worum es geht.“ Die Wahl fiel auf Zitate und Zahlen. Auf 1914 als Beginn, auf „Mädchen“ und „Kinder“, auf 1999 als Zeitpunkt, da der Vereinssitz des St. Nicolaiheims von Winnemark nach Kappeln zog. Auf ein Gedicht, das zur Einweihung des Gebäudes gesprochen wurde, in dem von „ernster Zeit“ und „kahler Fläche“ die Rede ist, auf den „frischen Wind“, der aktuell ansteht, da der Abriss bevorsteht. Ein Projekt aus Linien und Worten ist es geworden, geplant auf Papier, umgesetzt an der Fassade des Hauses. Im Innern werden noch Papierbahnen aufgehängt, die durch die offenen Fenster zu sehen sein werden und in denen sich der Wind verfangen kann. Brigitte Wollert sagt: „Das war eine Herausforderung.“ Aber eine, an die sie einen Wunsch knüpft. „Wir hoffen, damit ein bisschen neugierig auf das Festival zu machen.“

Die Arnisserin gehört dabei zu den acht Künstlern, die im Rahmen des dreitägigen Ereignisses Workshops anbieten. Wollert ist Expertin für chinesische Tuschemalerei, andere Workshop-Themen sind Ölmalerei, Fotografieren oder Comics. Frank Suplie, dessen Bilder derzeit im Kunsthaus Hänisch hängen, bietet Plein-Air-Malerei in Eitempera an. Und alle teilnehmenden Künstler zeigen eine kleine Auswahl ihrer Werke in einer Ausstellung im Schulgebäude.

„Plein Air 54 Grad Nördliche Breite“ – so lautet der vollständige Name des Festivals – wird am Freitag, 4. August, ab 16 Uhr eröffnet, eine Lesung steht an, es wird gegrillt, danach gibt es Musik. Der Sonnabend, 5. August, ist der Workshop-Tag, Jazz und Poetry-Slam gehören auch dazu. Für Sonntag, 6. August, ist eine Abschluss-Diskussion geplant, ein Fazit der Veranstaltung. Christina Kohla verspricht: „Das sind drei Tage Kunst für alle Interessierten. Jeder, der kommt, erhält ein Papier und einen Bleistift und kann mitmachen.“ Und das auch aufgrund etlicher Sponsoren, darunter der Profundus Kulturverein, dessen Vorstandsmitglied Corinna Graunke mit einem Lächeln die ganze Überzeugung in einen Satz steckt: „Dieses Festival ist einmalig.“ Es soll leben vom aktiven Miteinander, vom Mitmachen, vom Experimentieren. Und Stefan Lenz, Hausherr in Sundsacker, ergänzt: „Zugucken ist aber genauso erlaubt. Gleichzeitig braucht keiner Sorge davor zu haben, sich vielleicht zu blamieren. Hier kann man sich einfach trauen, mal etwas auszuprobieren, ohne jede Einschränkung.“ Und mit Ausnahme der Workshops auch ohne Anmeldung.

„Erlebniswochenende“, so nennt Corinna Graunke das, was kommt. Die Chance auf Begegnung in gelöster, von Kunst geprägter Atmosphäre. Stefan Lenz findet: „Die Leute machen etwas miteinander, das ist das Entscheidende.“ Und dafür gibt es wohl kaum einen besseren Platz als mitten an der Schlei.

> Anmeldung zum Workshop unter www.plein-air-54grad.de; Shuttle-Service vom Kappelner Zob an allen Veranstaltungstagen (Freitag ab 15.15 Uhr, sonst nach Bedarf oder Anmeldung unter Tel. 01  51  /  21  52  47  14, auch für Rollstuhlfahrer)

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