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Schlei-Bote

20. September 2017 | 23:51 Uhr

Süderbrarup : Dosentelefon statt Smartphone

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Brettspiele, Musizieren und weder Handy noch Internet: Das Jugendzentrum Süderbrarup veranstaltete eine medienfreie Woche.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2014 | 15:00 Uhr

„Gibt es ein Leben jenseits des Smartphones ?“ Diese Frage wollte man im Jugendzentrum (JUZ) Süderbrarup mit einer medienfreien Woche klären. Handy, Computer und digitale Musik waren sieben Tage lang untersagt. Um daraus resultierender Langeweile bei den Besuchern entgegen zu wirken, hatten die Verantwortlichen ein alternatives Programm auf die Beine gestellt. Die alte Technik des Dosentelefons wurde aus der Schublade geholt. Die Jugendlichen waren fasziniert, dass man sich mit dieser Methode über relativ lange Strecken unterhalten kann. Selbst Um-die-Ecke-Telefonieren und Konferenzschaltungen mit mehreren Anschlüssen sind möglich, stellten sie fest.

Brettspiele von „Mensch ärgere dich nicht“ bis „Siedler“ wurden vom Tablet-Computer gelöst, wieder auf die Tischplatte gebracht und Auge in Auge mit dem Kontrahenten ausgetragen.

Die meiste Zeit gehörte aber der Musik. Mit Gitarren und viel Perkussion erarbeiteten die Jugendlichen einen JUZ-Song, der mit Begeisterung immer wieder gesungen wurde, auch wenn nicht alle ihr Instrument perfekt beherrschten.

„Es geht auch ohne Handy“, zog René Bilanz. Es sei angenehmer, wenn man mit Leuten zusammen sei. Und Lukas, der in einer Band spielt, verriet, dass bei ihm im Probenraum sogar Handyverbot herrsche. „Wenn keiner am Handy hängt, wird das Beisammensein menschlicher“, erklärte Ann-Katrin. Das Persönliche werde intensiver gepflegt. Und Betreuer Jan ergänzte: „Es ist ein Zeichen von Wertschätzung, wenn man einen Menschen nicht wegen eines Handyklingelns ignoriert.“

Dauerhaft und in Gänze auf die moderne mediale Welt verzichten, wollte jedoch keiner der Teilnehmer der medienfreien Woche. Doch anders damit umgehen – das möchten die meisten jetzt schon. Und die Musik im JUZ soll auch leiser werden, damit man sich besser unterhalten kann.

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