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Hohe Auszeichnung : Dönhoff-Preis für Schwester Karoline

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Ordensschwester Karoline, die eng mit dem Verein „Casa Kappeln“ verknüpft ist, hat in Hamburg den Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung erhalten.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 08:00 Uhr

In Kappeln ist sie eine alte Bekannte – Schwester Karoline Mayer. Schließlich sind es bald 40 Jahre, dass mit Spendengeldern aus Kappeln das Haus, das den Namen der Stadt trägt, für unterernährte Kinder in Chile errichtet wurde. Nun ist Karoline Mayer mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet wurde. Der Preis wird jährlich von der Wochenzeitung „Die Zeit“, der „Zeit“-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Marion-Dönhoff-Stiftung vergeben. Seit mittlerweile zehn Jahren erhalten diese Auszeichnung Menschen, die sich für internationale Verständigung und für gute Beziehungen zwischen Deutschland und Osteuropa einsetzen. Vorgeschlagen werden die potenziellen Preisträger von den „Zeit“-Lesern. Der Marion-Dönhoff-Preis teilt sich auf in einen Haupt- und einen Förderpreis. Bis vor drei Jahren war der Hauptpreis, der sich an eine Person oder Institution für deren besondere Verdienste richtet, mit 20.000 Euro dotiert, der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis honoriert laufende Projekte. Inzwischen wird der Hauptpreis als Ehrenpreis verliehen, die Summe für den Förderpreis wurde dafür verdoppelt.

Den Hauptpreis nahm in diesem Jahr der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim entgegen. Die Jury ehrte damit sein Engagement im „Orchester des west-östlichen Divans“, in dem Barenboim junge Musiker aus Israel, Palästina, Ägypten, Syrien, Jordanien, Tunesien, dem Iran, Andalusien und dem Libanon vereint. Gleich wie unüberwindlich die Konflikte in ihren Heimatländern sind – in der Musik können sich alle neu begegnen. Barenboim, so urteilte die Jury, nutzt die Kunst, um eine Insel für eine bessere Welt zu schaffen – so wie Karoline Mayer auch.

Karoline Meyer ist die diesjährige Förderpreis-Trägerin. Sie hat den Preis für ihre seit über 40 Jahre andauernde Arbeit unter den Ärmsten der Armen in Chile, Bolivien und Peru erhalten. In der Diktatur hat Schwester Karoline viel Menschenrechtsarbeit geleistet, Aktivisten versteckt und außer Land in Sicherheit gebracht. Parallel dazu ist ein riesiges Hilfswerk aus Kindergärten, Frauenwerkstätten, Drogenrehakliniken, Berufsschulen und Gesundheitszentren enstanden. Allein in Santiago de Chile profitieren dank Schwester Karoline mehr als 20.000 Menschen vom Zugang zu kostenloser, modernster Medizin.

Die Arbeit von Karoline Meyer wäre allerdings nicht möglich ohne die vielen großen und kleinen Unterstützergruppen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz, die sich, so wie auch „Casa Kappeln“, in dem Verein „Christo Vive Europa“ zusammengeschlossen haben. Das hat auch die Jury des Marion-Dönhoff-Preises so gesehen und den Preis zu gleichen Teilen an Schwester Karoline und den Verein verliehen. Und damit geht dieser Preis auch ein bisschen nach Kappeln. Schließlich arbeitet der Verein „Casa Kappeln“ schon seit den Anfängen mit Schwester Karoline zusammen. Da ist das zu Beginn erwähnte Haus „Casa Kappeln“. Und als Schwester Karolines Werk sich in andere lateinamerikanische Länder ausdehnte, sind ihr ihre Freunde gefolgt. Zum Beispiel nach Bolivien, wo der Kappelner Verein den Unterhalt eines Kinderhortes in einem Bergdorf mit vorwiegend indigener, verarmter Bevölkerung finanziert.

Viele Menschen sagen über Schwester Karoline, dass immer dort, wo sie auftauche, die Welt ein wenig heller und wärmer werde. Darüber kann man lange rätseln – oder aber sie beim Wort nehmen. „Das Geheimnis ist immer die Liebe“, sagt Schwester Karoline, wenn man sie danach fragt, weshalb sie solch eine Wirkung auf die Menschen hat. Und so stand Schwester Karoline in Hamburg auf der Bühne, bewegte ihren Laudator, den früheren Bundesminister Norbert Blüm, Hauptpreis-Träger Daniel Barenboim, dessen Laudatorin, die Musikerin Anne-Sophie Mutter, tief und strahlte ins Publikum, das ihr im Stehen applaudierte.

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