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Kappeln : DLRG blickt sorgenvoll in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Verein ist für Training und Ausbildung auf die Schwimmhalle angewiesen / Seitdem das Bad gefährdet ist, gehen die Mitgliederzahlen zurück

Er ist 27 Jahre jung, von Beruf Mechatroniker, war Mitglied der DLRG in Berlin-Spandau, gehört seit 2012 zu Kappelns Lebensrettern und ist Rettungsschwimmer: Daniel Schlenzka, der neue Vorsitzende der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft der Schleistadt. Angesichts der Tatsache, dass die Schwimmhalle in Ellenberg Ende dieses Jahres schließt und damit die so wichtige Trainingsstätte fehlt, tritt er kein leichtes Amt an. Schlenzka ist der Nachfolger von Norbert Petersen, drei Jahre lang an der Spitze der DLRG Kappeln. Petersen schied in dieser Funktion aus privaten Gründen aus, fehlte zudem krankheitsbedingt bei der Jahresversammlung.

Die leitete die vor einem Jahr zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählte Sabine Barwich. Dabei machte sie aus ihrer Sorge um die Zukunft des Ortsvereins, wie er seit über sechs Jahrzehnten beisteht, keinen Hehl. Das Aus für die Schwimmhalle bedeutet bis auf weiteres das Aus für Schwimmausbildung und das -training. Was wird ? Mit dieser Frage steht sie nicht alleine. Die Sorge um die Zukunft teilte sie mit Bürgermeister Heiko Traulsen, der zusammen mit Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker gekommen war. Weiterer Gast war Jan Meyer aus Flensburg, stellvertretender DLRG-Kreisvorsitzender und Justiziar des Landesverbandes. Die Bad-Schließung, sagte Meyer, sei der größte anzunehmende Unglücksfall: „Die DLRG ist wie ein Fisch ohne Wasser – sie stirbt.“ Der Wunsch des stellvertretenden DLRG-Kreisvorsitzenden ist es, dass so schnell wie möglich eine Lösung gefunden wird, wobei er Hilfestellung durch den Beauftragten für Bädererhaltung der DLRG anbot.

Die Bad-Schließung, so Bürgermeister Traulsen, sei fast so sicher wie das „Amen in der Kirche“. Die Stadt sei mit Blick auf den Neubau eines Schwimmbads am Ball. Die Stadt habe sich an die umliegenden Gemeinden zwecks Gründung eines Zweckverbandes, der das zu erwartende Defizit abfedere, gewandt. Doch sei die Stimmung „zurückhaltend“. Die DLRG laufe mit ihrem Wunsch, die Schwimmausbildung und das Training in einem Bad fortsetzen zu können, bei ihm offene Türen ein. Doch müsse davon ausgegangen werden, dass ein Schwimmbad-Neubau mindestens einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren in Anspruch nehme.

Auf den Ist-Zustand der DLRG Kappeln eingehend, sagte Kassenwart Reiner Klingbeil, der bei den Wahlen in seinem Amt bestätigt worden war, dass die Mitgliederzahl 2013 einen historischen Tiefstand erreicht habe. In seiner seit 1993 geführten Statistik habe es, solange der Bestand der einstigen Schwimmhalle der Bundeswehr über deren Rückzug aus Ellenberg hinaus sicher war, deutlich über 400 Mitglieder gegeben. Seit diese Sicherheit vorbei ist, ist sie im zurückliegenden Jahr auf nur noch 230 abgesunken. Für eine Übergangszeit nach dem endgültigen Schwimmhallen-Aus könnte sich darauf besonnen werden, wie es einst in Kappeln war, als es in der Schlei eine Badeanstalt gab. Da wurde wintertags mit Bussen nach Eckernförde und Schleswig in die dortigen Bäder zur Ausbildung und zum Training gefahren. Doch das sei nur für eine gewisse Übergangszeit möglich. Die DLRG brauche dringend ein Schwimmbad in Kappeln, damit aus Nichtschwimmern Schwimmer und aus diesen Rettungsschwimmer werden. Und das beinhalte auch die Sicherstellung der sommerlichen Strandwachen am Weidefelder Strand, die seit 2012 vom Zentralen Wasserrettungsdienst organisiert wird.

Was die finanzielle Seite der DLRG Kappeln betrifft, gab es 2013 statt des einkalkulierten Defizits eine kleines Plus. Einkalkuliert in jene 27 000 Euro, die als Haushaltsvolumen veranschlagt sind, ist auch der Griff in die noch vorhandene Rücklage. Größte Position werden nach den Worten von Klingbeil auch in diesem Jahr die für die Bad-Nutzung zu entrichtende Gebühren sein: 22,83 Euro je Bahn und Stunde. Seit zehn Jahren stabil sind die Beiträge der Mitglieder – 36 Euro für Jugendliche, 48 Euro für Erwachsene und 84 Euro für Familien – und daran wird sich 2014 nichts ändern.

Die technische Leiterin Ilona Mende berichtete von 700 erteilten Unterrichtseinheiten – an zwei Tagen die Woche. Neue Jugendvorsitzende ist Susanne Scheel aus Kappeln, ihr Stellvertreter Jonas Lange aus Karby. So hatten es die Jugendlichen bestimmt, so wurde es während der Jahresversammlung bestätigt.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 07:30 Uhr

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