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Schlei-Bote

19. Oktober 2017 | 02:01 Uhr

Steinberg : DLRG beendet die Saison

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Trotz Ferien und guten Wetters: Die Retter aus Norgaardholz ziehen ab.

Nach 50 Tagen endete jetzt die Wach-Saison der DLRG Norgaardholz in der Seebadeanstalt. Und das obwohl noch Ferien sind, die Sonne scheint und der Strand voll von Besuchern ist. Mehr könne man aus personellen Gründen nicht leisten, bedauert Vorsitzender Heiko Marquardsen. Mit nur 16 Wachgängern aus den eigenen Reihen – vornehmlich Jugendliche im Alter von zwölf bis 20 Jahren – sei einfach nicht mehr drin, auch wenn drei Retter aus Bayern vom Zentralen Wasserrettungsdienst zusätzlich vermittelt wurden. Der Strand wird also ab sofort nicht mehr von aufmerksamen DLRG-Mitgliedern bewacht, dennoch darf weiterhin gebadet und der Strand besucht werden.

Für die Bilanz des Wachdienstes warf der Vorsitzende einen Blick in die Statistik: 15 Mal wurde erste Hilfe bei Schnittwunden und Insektenstichen geleistet. In einem Fall hatte ein Insekt einer Person in die Zunge gestochen – eine gefährliche Situation. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht. 20 Kinder beteiligten sich am alljährlichen Ferienschwimmen. An vielen Tagen musste es allerdings ausfallen – das Wetter spielte nicht mit. Drei Kinder schafften als Anfänger das „Seepferdchen“, die anderen machten ihren Bronze-, Silber- und sogar Gold-Schein.

Froh ist der DLRG-Vorsitzende Heiko Marquardsen darüber, dass rechtzeitig vor Beginn der Wachsaison am 3. Juli das neue Haus zur Unterbringung von Wachgängern fertig war. Das sei kein Luxus, sondern eine dringende Notwendigkeit, fügt er hinzu. In der Vergangenheit hatten auswärtige Wachgänger deutlich zu verstehen gegeben, dass sie auf keinen Fall wiederkommen würden, wenn sich nichts ändere. Grund war die „katastrophale“ Unterbringung. Da nahm das Amt Geltinger Bucht 125.000 Euro in die Hand, ließ ein neues Haus errichten – das hatte Marquardsen bereits vor vier Jahren beantragt. Nicht nur die drei Wachgänger aus Bayern waren zufrieden, sondern auch der 43-jährige Robert Niciejewski aus Köslin in Polen, der aus alter Verbundenheit Jahr für Jahr nach Norgaardholz kommt und diesmal an 44 der insgesamt 50 Einsätze teilnahm.

Mit Blick auf 2016 hofft Marquardsen, die Wachsaison ausweiten zu können – sofern vom Zentralen Wasserrettungsdienst (ZWRD) mehr Wachgänger vermittelt werden.

Große Sorgen bereitet ihm der Zustand der Brücke, die von den Mitgliedern erst auf- und nach Ende der Wachsaison (diesmal am kommenden Wochenende) wieder abgebaut und in Einzelteilen eingelagert wird. Nachdem Ende der 1980er-Jahre die damalige Brücke bei einem Sturm vernichtet wurde, ereilte die jetzige Brücke vor einem Jahr ein ähnliches Schicksal. Sie war im Mai gerade aufgebaut worden, da ging sie bei einem Oststurm zu Bruch. Was übrig blieb, wurde wieder aufgebaut. Nun der nächste Schaden: In der Nacht von Montag auf Dienstag vergangener Woche riss ein Sturm 14 Planken aus der Konstruktion. Gab es bis Mai 2014 am Ende der Brücke U-förmige Stege, blieb nach dem Sturm damals nur noch ein „T“ übrig. Jetzt ist dieses „T“ noch kleiner geworden. Für das nächste Jahr wünscht sich Marquardsen wieder ein großes Brücken-T. Dafür will er beim Touristikauschuss des Amtes Geltinger Bucht vorstellig werden. Am liebsten allerdings wäre ihm eine feste Seebrücke, die nicht Jahr für Jahr auf- und abgebaut werden müsse: „Davon träume ich.“

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