zur Navigation springen

Brodersby : Dinosaurier erobern die Spielscheune

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Johannes Jannsen und sein Team siedeln ihr geologisches Museum in den „Seestern“ um. Die Eröffnung ist für Ostern geplant.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 18:04 Uhr

Rau wehen die Seewinde über den leergefegten Schönhagener Strand, nur vereinzelt hat sich ein Spaziergänger eher widerwillig mit seinem Hund auf die Promenade gewagt. Wo sich im Sommer die Urlauber in Scharen tummeln, herrscht nun winterliche Stille. Anders jedoch in der Spielscheune, die an das seit vielen Jahren leerstehende Restaurant „Seestern“ angeschlossen ist. Schon seit einigen Tagen arbeiten hier Geologe Johannes Jannsen und sein siebenköpfiges Team unermüdlich an den Räumen für das neue „Geotanium“, das am Osterwochenende zum ersten Mal seine Pforten für Besucher aller Altersgruppen öffnen soll.

Nachdem es am Standort Damp nach zehn Jahren zu einigen Unstimmigkeiten gekommen war, freut sich Johannes Jannsen, der auch das „Geotanium“ in Gettorf leitet, auf die neuen Herausforderungen. „Auch wenn uns das Museumsschiff Albatros in Damp fehlen wird, haben wir hier natürlich viel mehr Platz und können unsere Ausstellung um einige spannende Exponate erweitern“, so der Geologe. Auch am Konzept sollen einige Veränderungen vorgenommen werden. Aufgrund seiner maritimen Lage soll das neue Erlebnismuseum ganz unter dem Motto „Die Schatzinsel“ stehen. Neben einer Insel mit Palmen, auf der vor allem Kinder und Jugendliche eigene Ausgrabungen und Experimente vornehmen können, soll es in der weitläufigen Halle unter anderem auch ein Schiffswrack zum Toben und Klettern geben. Von der Galerie aus, die sich über die Halle erhebt, können Eltern ihre Kinder bei ihren Abenteuern beobachten, oder mit ihnen gemeinsam einen Blick auf die dort installierte Versuchsstation werfen, auf der unter anderem mit sogenannten Stinksteinen und magnetischem Sand experimentiert werden soll.

In der angrenzenden Ausstellung können interessierte Besucher vielfältige Exponate wie Bernstein und Fossilien in Augenschein nehmen. Auf diese Weise kann man mit längst ausgestorbenen Tieren, wie zum Beispiel dem Ammoniten (ein ausschließlich im Meer lebender Kopffüßer) oder dem beeindruckenden Megalodon, dem seit rund einer Million Jahre vom Angesicht der Erde verschwundenen Riesenhai, in Kontakt kommen.

Der Praxisbezug steht für das Team rund um Johannes Jannsen im Fokus der gemeinsamen Arbeit. Neben abwechslungsreichen Workshops, bei denen zum Beispiel Gold gewaschen wird und echte Fossilien freigelegt werden können, soll auch das Angebot rund um die Führungen und Exkursionen zum Strand erweitert werden. „Man ist immer wieder überrascht, welche kleinen Schätze man an den heimischen Stränden findet“, verrät Jannsen, der genau wie seine Mitarbeiterin Thea Oberließen (28) in Kiel studiert hat. „Um langfristiges Interesse an wissenschaftlichen Themen zu wecken, ist es wichtig, einen persönlichen Bezug aufzubauen“, so der Gettorfer. Auch für Schulklassen sollen der alte Standort in Gettorf und die neue Niederlassung in Schönhagen weiterhin ein informatives und spannendes Programm bereithalten.

In naher Zukunft soll außerdem ein Förder-, Umwelt- und Bildungsverein ins Leben gerufen werden, um eine bessere Vernetzung unter den Hobbygeologen zu ermöglichen. Die Umbauarbeiten in der Spielscheune sollen bis Ostern abgeschlossen sein. „Über Helfer würden wir uns trotzdem sehr freuen“, betont Johannes Jannsen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen