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Interview : „Dieses Schiff ist ein Botschafter“

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Seit März hat Kai Zausch in Haithabu ein Wikingerboot gebaut – das erste seit 1000 Jahren. Nächste Woche findet der Stapellauf statt.

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erstellt am 24.Okt.2014 | 12:30 Uhr

Es war von Anfang an ein ehrgeiziges Projekt: Am 27. März hat Kai Zausch in Haithabu sein Werkzeug ausgepackt, um innerhalb weniger Monate – vor den Augen den Museumsbesucher – ein echtes Wikingerschiff zu bauen. Und zwar fast genau so, wie es die Menschen einst in der stolzen Handelsstadt am Haddebyer Noor gemacht haben. Trotz zahlreicher Widrigkeiten, hat er es geschafft. Am Sonntag, 2. November, wird das Boot vom Stapel gelassen. Ein Ereignis, das es so seit 1000 Jahren in der Schleiregion nicht mehr gegeben hat. Was das für den 46-Jährigen bedeutet und wie er auf seine Arbeit in der Wikingersiedlung zurück blickt, erzählt er im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Sven Windmann.

Herr Zausch, im März haben Sie hier vor einem Haufen Baumstämme gestanden und Ihre Arbeit aufgenommen. Jetzt stehen Sie vor dem fast fertigen Schiff. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis?
Kai Zausch: Optisch bin ich total zufrieden. So lebendig, wie es jetzt da steht, auch mit den ganzen kleinen Details, sieht es noch viel besser aus, als das Modell, das ich vorher gebaut hatte. Aber es war ein hartes Stück Arbeit. Obwohl ich es eigentlich wollte, war ich nicht einmal alle 14 Tage zu Hause. Die letzten drei Monate war ich sogar fast durchgängig hier.

In den ganzen Monaten haben Sie in einem der doch recht spartanisch eingerichteten Wikingerhäuser gewohnt und geschlafen. Wie war das?
Es kling lustig und romantisch. Aber die ersten vier Wochen waren ganz schön einsam. Ab 17 Uhr war ich meistens alleine hier. Angst hatte ich dabei nicht, aber es war ziemlich kalt. Und an das Husten der Rinder, die nachts oft direkt hinter meiner Hütte lagen, musste ich mich erst noch gewöhnen. Der Vorteil ist, dass meinen einen schön kurzen Arbeitsweg hat.

Lief denn immer alles nach Plan? Schließlich war Ihr Zeitplan recht eng gefasst.
Natürlich lief nicht immer alles glatt, das ist ja auch nicht zu erwartet. Womit ich aber nicht gerechnet hatte, war der warme Sommer mit dem ständigen Ostwind. Der hat das Holz immer wieder trocken gepustet, da konnte man gar nicht schnell genug nachölen. Leider sind uns dabei immer wieder Bretter auseinander gegangen.


Jetzt ist Ihre Arbeit fast getan. Sie haben das erste Schiff seit 1000 Jahren in Haithabu gebaut. Was bedeutet Ihnen das?
Klar ist das etwas Besonderes. Aber ein Wikingerboot muss man einfach hier bauen und nicht irgendwo anders. Haithabu war nun einmal eine wichtige Hafenstadt. Man sollte hier viel mehr solcher Projekte machen, da gibt es noch ganz viel Potenzial.

Was bleibt am Ende von diesem Projekt übrig?
Jetzt bin ich erst einmal gespannt, wie sich das Schiff im Wasser so macht. Denn wichtig ist mir, dass es nicht nur schön anzuschauen ist, sondern dass man es auch nutzt. Deswegen plane ich, gemeinsam mit dem Museum ab Ostern 2015 Segelkurse auf ihm anzubieten. Und es soll ja auch nicht nur auf der Schlei fahren. Dieses Wikingerschiff soll Botschafter und Wahrzeichen für die ganze Region und die Stadt Schleswig sein. Ein schwimmender Werbeträger sozusagen.

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