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Musik am Noor : Die Werfthalle wird zum Festivalgelände

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Am kommenden Freitag und Sonnabend gibt es zum 7. Mal „Musik am Noor“. Die Organisatoren bereiten die Werfthalle für das Festival vor.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 07:00 Uhr

„Wir brauchen hier so viel Platz wie möglich“, sagt Jan-Willem Paulsen. Er steht mitten in seiner Werfthalle und macht eine ausladende Armbewegung. Er und seine Mitorganisatoren, Bürgermeister Bernd Kugler, Jens Matthiesen und Dietrich Gehrke, haben in dieser Woche alle Hände voll zu tun, um aus der Halle, in der sonst an Schiffen geschraubt und gefeilt wird, einen Konzertsaal zu machen: Am Wochenende beginnt das Festival „Musik am Noor“ zum 7. Mal.

Von Grödersby bis nach Arnis stehen in regelmäßigen Abständen die Parkverbotsschilder – bis zur Werfthalle in der Lange Straße 70. „Die haben wir schon aufgestellt“, beschreibt Jens Matthiesen, der beim Musikfestival für die Bands zuständig ist. Mehrere 1000 Menschen werden am Freitag und Sonnabend in der Stadt erwartet, die wollen an die richtigen Stellen geleitet werden. Entsprechende Parkplatz-Hinweisschilder werden noch angebracht. Nun geht es darum, die Halle so vorzubereiten, dass sie am morgigen Donnerstag mit einer großen Bühne, Tischen und Bänken, Wein- und Bierständen neu bezogen werden kann.

„Das Schiff bleibt drin – das wird angestrahlt und gehört zum Bühnenbild“, sagt Bürgermeister Bernd Kugler. Daneben werden noch die schweren eisernen Lagerblöcke geschoben – noch mehr „Bühnendeko“, die an den beiden Tagen mit Strahlern gekonnt in Szene gesetzt wird. Ein weiteres Schiff wird gerade von einer Ecke in die andere geschoben. „Das kommt heute noch raus“, erklärt Dietrich Gehrke und packt mit an. Auch in der Werkstatt, im hinteren Teil der Halle, sieht es anders aus als sonst. „Da kommt alles rein, was rein passt“, sagt Hallenbesitzer Paulsen. Nur ein schmaler Weg, hin zur Treppe, muss noch frei bleiben: Im Aufenthaltsraum über der Werkstatt wird der „Backstage-Bereich“ eingerichtet. Hier bereiten sich die Bands auf ihren Auftritt vor.

Zusätzliche Wasser- und Stromleitungen für die Getränkestände wurden schon verlegt. Auch für die stimmungsvolle Beleuchtung der Halle ist bereits gesorgt. Die hölzerne Jolle, die mit Eiswürfeln gefüllt für kühle Weine sorgen wird, steht bereit. Lose Teile werden in Gitterboxen gesteckt und abtransportiert. Die Autos der Steganlieger, die in der Werfthalle parken, werden umquartiert. Was bleiben muss, wird mit Stellwänden verdeckt, die alte Schwarzweiß-Fotos aus dem Werft-Archiv zeigen.

Am Donnerstag nehmen die Vorbereitungen dann noch einmal Fahrt auf: Viele freiwillige Helfer aus Arnis und Umgebung fassen mit an und wissen genau, was zu tun ist. „Das geht ganz automatisch – sie wuseln wie die Ameisen“, sagt Paulsen. Wenn die Bühne mit ihrer Technik erstmal steht und Tische und Bänke aufgebaut sind, dann kommt die Dekoration. Neben dem Weinstand werden die beiden aktuellen Bücher, die zur 350-Jahrfeier der Stadt entstanden sind, verkauft: „Arnisser Geschichten“ von Lieselotte Wiese und Brigitte Wollert und „Arnis 1667-2017“ von Nicolaus Schmidt.

Auch der Hafen wird am Wochenende geschmückt sein: „Alle Positionslampen werden leuchten“, berichtet Paulsen. „Und alle Schiffe über die Toppen geflaggt sein“, ergänzt Kugler. Der Ausblick von der Bühne sei überwältigend. „Wir hatten schon Bands, die haben mittendrin aufgehört zu spielen und haben das Publikum gebeten, sich umzudrehen, um sich den Sonnenuntergang über dem Hafen anzusehen“, sagt Paulsen.

Die Pontons für die Brücke liefert Ostseedienst Jaich. Am Freitag wird sie vom Wasser- und Schifffahrtsamt geprüft und abgenommen. Die 20 mal acht Meter großen Pontons verbinden den Steg auf Arnisser Seite mit der Wassersportgemeinschaft in Grödersby „Die Menschen gehen gern hier übers Wasser – das macht die ganze Sache rund“, sagt Gehrke.

Dann kann es ja losgehen. Alle Bands sind bestätigt und genug Werbung wurde auch gemacht. Flyer wurden auf Urlaubsreisen auch in dänischen Hafen verteilt, in der Segler-Zeitschrift „Sejlerens – Marina Guide“ gab es einen Bericht und das Klavier dümpelt in der Hafeneinfahrt. Der Eintritt zu allen Konzerten ist traditionell frei, aber alle Organisatoren und Helfer freuen sich, wenn das Fest durch den Kauf eines Buttons unterstützt wird – die gibt es in Arnisser Geschäften und Gastwirtschaften.

Die Vorfreude steigt. In den ersten Jahren hätten die Vier vor lauter Organisation von den Konzerten kaum etwas mitbekommen – das sei inzwischen anders, berichten sie. „Wenn wir um 14 Uhr das erste Bier aufmachen können, dann ist es geschafft. Dann ist alles gut“, sagt Matthiesen. „Und es macht jedes Jahr viel Spaß – und wenn dann alles fertig ist...“, schwärmt Paulsen, „da bekomme ich eine Gänsehaut – guck mal!“

> „Musik am Noor“ beginnt am kommenden Freitag um 15 Uhr in der Werfthalle. Zwölf Bands treten insgesamt auf. Der Eintritt ist frei. Parken ist auf dem Großparkplatz am Ortseingang oder auf der anderen Schleiseite in Sundsacker möglich.

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