Süderbrarup : „Die schreckliche Zeit ist vorbei!“

Dichtes Gedränge: Bei dem Volksfest trifft man häufig auf alte Bekannte.
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Dichtes Gedränge: Bei dem Volksfest trifft man häufig auf alte Bekannte.

Fünf Tage Brarupmarkt auf dem Marktplatz in Süderbrarup – heute ist Eröffnung.

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24. Juli 2015, 12:30 Uhr

Heute um 15 Uhr verkündet ein Böller aus einem preußischen Dreipfünder die frohe Botschaft: „Die schreckliche, die brarupmarktfreie Zeit – sie ist vorbei!“ Danach gehen auf dem Marktplatz von Süderbrarup die Lichter an, die Fahrgeschäfte geraten in Bewegung, Musik erschallt, und die Düfte von Bratwurst und Zuckermandeln reizen die Nasen der Brarupmarktbesucher. In den nächsten fünf Tagen werden wieder mehrere Hunderttausend von ihnen durch die Gänge des etwa zwei Hektar großen Festplatzes strömen und sich vergnügen.

Brarupmarkt ist wie ein Naturereignis – nur mit dem Unterschied, dass die Veranstaltung jedes Jahr zur gleichen Zeit pünktlich stattfindet. Brarupmarkt kommt über den Ort und die Menschen, ohne dass sie sich dagegen wehren können oder wollen. Was macht den Zauber, den Reiz dieses ländlichen Jahrmarktes aus?

Zum einen ist es die Mischung aus Tradition und Exotik. Heimische Biermarken stehen neben Flaschen aus Mexiko und Gläsern mit Caipirinha. Mexikanisches, französisches und chinesisches Essen konkurrieren mit Brarup Beef, Bratwurst und Burgunderbrötchen.

Zum anderen sind es die Menschen. „Auf Brarupmarkt trifft man immer Bekannte“, heißt es. Da viele Leute hingehen, trifft man auf viele, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht. Deshalb gehen so viele Menschen hin. Ein Prinzip, das jedem einleuchtet, aber funktionieren tut es anscheinend nur in Süderbrarup. Echte Marktgänger gehen nur einmal auf den Markt – und das fünf Tage lang. Sie legen Geld zurück und nehmen Urlaub für die „fünfte Jahreszeit“. Die typische Bewegung ist der Rundgang, den man aber laufend unterbricht, um Bekannte zu grüßen, mit ihnen in ein Zelt zu gehen oder ein paar Bälle zu werfen.

Und Brarupmarkt ist sicher. Polizei, Wachdienst, DRK und Feuerwehr stehen zwar bereit, müssen aber praktisch nie eingreifen. Auch die Autofahrer sind vernünftig. Sie haben bemerkt, dass man, wenn man zu fünft im Auto fährt, nur einen Abend nüchtern bleiben muss. Und im schlimmsten Fall kann man auch ein Taxi nehmen.

Amtsvorsteher Thomas Detlefsen formuliert den Zauber von Brarupmarkt noch simpler: „Brarupmarkt ist die rechte Zeit, um mit Freunden, Bekannten und Gästen in heiterer und gelassener Stimmung zusammenzukommen.“

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