zur Navigation springen

Brodersby in Angeln : „Die Schleiheringe sind groß und gut“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Fischer Matthias Nanz hat einen echten Knochenjob. Um fünf Uhr morgens macht er sich auf den Weg ans Wasser um seine Netze einzuholen. Seine frischen Schlei-Heringe bietet er gleich nach dem Anlegen zum Verkauf an.

von
erstellt am 06.Apr.2014 | 10:15 Uhr

Der Frühling hat viele Boten. Einer davon ist Fischer Matthias Nanz, der mit seinem Kollegen Jan Josef Fischer in Missunde seine Heringe anlandet. Ihr Tag beginnt schon um fünf Uhr früh, wenn sie vor Goltoft und dem Missunder Noor ihre Netze einholen. Das ist ein Knochenjob und hat nichts mit dem geruhsamen Angeln der Freizeitfischer zu tun. Und auch auf der Rückfahrt ist der Heringsfänger, der auf eine mehr als ein halbes Jahrtausend währende Fischerei-Tradition in seiner Familie zurückblicken kann, schwer beschäftigt. Während sein Boot die Schlei entlang fährt, richtet Nanz die Heringe bereits küchenfertig her, indem er sie von Kopf und Innereien befreit. Denn an der Anlegestelle warten bereits ab zehn Uhr Kunden mit Plastiktüten und Eimern, die sich frischen Schleihering sichern wollen.

Einer von ihnen ist Gerd Simonsen aus Fleckeby. Er bringt die Heringe später gebraten mit Bratkartoffeln, „in Sauer“ und geräuchert auf den Tisch. Einen Teil seines Einkaufs friert er ein und bringt dann später Hering zu seinen Freunden mit. Deshalb kauft er auch gleich zwei Eimer mit dem „Silber der Schlei“.

„Die Schleiheringe sind groß und gut“, begründet Nanz den Andrang der Kunden, die teilweise mehr als 50 Kilometer anreisen. Hier an der Schlei sei das größte Laichgebiet dieser Fischart in der westlichen Ostsee. Deshalb seien die Fische auch auf der Anreise noch mit Rogen (Fisch-Eier) und Milcher (Samen männlicher Fische) gefüllt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen