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Ostseeroman von Clara Weißberg : „Die Schlei spielt die Hauptrolle“

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im Urlaub in die Region verliebt: Autorin Clara Weißberg lässt ihren zweiten Roman „Meerhimmelblau“ in einem fiktiven Ort in Angeln spielen.

shz.de von
erstellt am 16.Jul.2017 | 06:53 Uhr

Kappeln | Schöne kleine Häuser, eine Backsteinkirche, bunte Kutter und Segelboote im Hafen: „Es glich einer Zeitreise, als sie in den kleinen Ort Kappeln einfuhren“ – mit ihrem neuen Bekannten Fabian und seinem VW Käfer kommt Liane, die Protagonistin des Romans „Meerhimmelblau“, das erste Mal in die Stadt an der Schlei. Liane ist 48. Sie kommt aus Darmstadt und eher zufällig auf einen Hof nach Angeln. Prompt verliebt sie sich in die Gegend und die Menschen. Die Autorin, Clara Weißberg, kommt aus der Nähe von Hamburg und erzählt die Geschichte von Liane in ihrem Ostseeroman. Das Buch ist im Mai im Ullstein Verlag erschienen, und seine Schauplätze sind alle rund um die Schlei angesiedelt.

„Es ist ein leichtes Urlaubsbuch, aber mit einem gewissen Tiefgang“, beschreibt die Autorin. Es gebe Grund zu schmunzeln, aber darauf sei es nicht angelegt. Situationskomik – ja, aber es werden keine Karikaturen gezeichnet. Es ist die Geschichte der Bibliothekarin Liane Fröhlich. Während ihr Mann in Italien eine Auszeit von allem nimmt, entschließt sie sich, in ihrem Urlaub einen alten Bauernhof zu hüten. Er liegt in dem fiktiven Ort Huseby, direkt an der Schlei. Dort lernt die Protagonistin neben dem jungen Pastor, seiner Tochter und dem Bäcker vor allem den sympathischen Restaurator Fabian kennen. Er zeigt ihr Kappeln, die Region und erklärt ihr Land und Leute. Als es für Liane zurück nach Darmstadt und zu ihrem untreuen Mann gehen soll, muss sie sich entscheiden.

„Immer fünfzehn Minuten vor der vollen Stunde wird sie geöffnet“, Fabian erklärt Liane die Schleibrücke in Kappeln. „In Lindaunis ist es genauso, da gibt es noch eine alte Klappbrücke, fast hundert Jahre alt. Die hat Charme, da müssen wir mal hinfahren.“ Der Heringszaun wird beschrieben und die Heringstage mit der Wette und dem Königspaar. Liane und Fabian schlendern durch die Gassen. „Gemütliche Betriebsamkeit. Liane war jetzt schon in den Ort verliebt.“ Aber die Reise führt die Darmstädterin auch noch an den Strand in Falshöft, zu Besuch in die Reha-Klinik in Damp, zum Museumsbesuch im Schloss Gottorf und zum Salsa-Tanzen nach Flensburg.

Die Umgebung ist im Buch allgegenwärtig. „Ja, die Schlei spielt die Hauptrolle“, sagt die Autorin. So ähnlich, wie ihrer Hauptfigur, ist es nämlich auch ihr ergangen. „Es hat uns im Urlaub immer in den Norden gezogen“, berichtet sie. Angeln habe sie schon früher für sich entdeckt, aber erst vor zwei Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Ulsnis an die Schlei. „Damit hat sich alles noch verstärkt. Wir haben hier ein kleines Paradies gefunden, das noch eher unbekannt zu sein scheint. Aber alle, die es kennen, kommen auch wieder her“, sagt die 49-Jährige. Die vielen schönen Höfe, versteckt hinter Hecken und Stauden, die alten Häfen, die Kirchen und Museen faszinieren die Autorin – und inspirierten sie. Sogar das wechselhafte Wetter stört sie kaum: „Als ich auf dem Anleger in Maasholm stand und mir der Wind in Gesicht pustete – das war überwältigend.“ Clara Weißberg ist Germanistin und Ethnologin. Ihren ersten Roman „Toskanafrühling“ veröffentlichte sie 2016 und als die Verhandlungen mit dem Verlag über ein zweites Buch begannen, war für sie klar, wo es spielen würde. Aber auch, wenn es jetzt vielleicht ein bisschen so scheinen mag – autobiografisch ist der Roman nicht. „Ich habe mit Liane nur die Liebe für die Gegend und für Bücher gemeinsam“, sagt Clara Weißberg und lacht.

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