Die Rückkehr des Fußball-Verrückten

Volker Koppelt will künftig mit dem Verbandsligisten VfB Nordmark Flensburg für Furore sorgen

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14. März 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Kein halbes Jahr ist es her, da hatte Volker Koppelt die Lust am Fußball verloren. "Ich kann das Geld auch für andere Sachen, zum Beispiel für Reisen, gebrauchen", sagte der Mäzen, Trainer und Präsident in einer Person Ende September 2012 und beendete das Kapitel FC Sylt. Damals schloss er eine Rückkehr kategorisch aus. Doch nun hat er festgestellt, dass ihm etwas fehlt. Darum will der 67-Jährige zur neuen Saison wieder mitmischen im Fußballgeschäft. Um aber nicht bei null beginnen zu müssen, hat er sich ein neues Modell ausgedacht: Er steigt beim Flensburger Verbandsligisten VfB Nordmark ein. "Hauptsache, ich habe ein bisschen Spaß", erklärt er jetzt.

Einen kleinen Haken gibt es noch: Sollten die Flensburger in die Kreisliga absteigen, würde Koppelt wohl doch die Option mit dem FC Sylt vorziehen und den "FC Chelsea von der Küste" wieder aufleben lassen. Nach dem Rückzug aus der Schleswig-Holstein-Liga wäre der Inselverein als Regelabsteiger in der Verbandsliga startberechtigt. An der neuen Mannschaft würde das nicht scheitern, glaubt der Sylter. "Es gibt viele Ex-Spieler, die zurückkommen wollen. Auf meinem Schreibtisch habe ich die Liste einer ganzen Mannschaft."

Allerdings hat Koppelt mit seinem Retortenclub viele schlechte Erfahrungen auf dem Weg von der Kreisklasse in die höchste Landesklasse Schleswig-Holsteins gemacht. Probleme, die er als Mäzen und Macher beim VfB Nordmark nicht hätte. "Da ist alles vorhanden. Das Umfeld stimmt, es gibt eine zweite und dritte Mannschaft sowie Jugendteams." Und mit Rüdiger Boysen haben die Flensburger "einen Trainer, der genauso Fußball verrückt ist wie ich". Der VfB-Coach war vom Angebot Koppelts natürlich überrascht und sofort begeistert. "Das eröffnet uns eine ganz neue Fußball-Welt." Nach Gesprächen mit dem VfB-Vorsitzenden Frank Hansen und seiner Stellvertreterin Birte Dahl gab auch der Vorstand des 311 Mitglieder zählenden Vereins, der neben Fußball noch Tennis und Kegeln anbietet, sein Okay.

Wer künftig die Mannschaft beim VfB Nordmark aufstellt, ließen Koppelt und Boysen offen. "Wir liegen auf einer Wellenlänge", betont der neue Geldgeber. "Wir sind uns sehr sympathisch und machen das zusammen", ergänzt der Trainer. Fest steht für beide: Sie wollen die Zukunft beim Verbandsligisten erfolgreicher gestalten. Wobei der Sylter, der selten um einen flotten Spruch verlegen ist, schon mal die Verbandsliga in der kommenden Saison sondiert. "Das wird schwierig. Von oben kommt Schleswig 06 zurück, und der ETSV Weiche II steigt auf."

Am wichtigsten ist aber erst einmal der Klassenerhalt für den VfB. Denn nur dann ist der Flensburger Verein Koppelts erste Wahl. Die Mannschaft sei schon informiert, erzählt Rüdiger Boysen. Sie habe die Nachricht sehr positiv aufgenommen. "Ich hoffe, dass das Signal jetzt neue Kräfte freisetzt", sagt der Trainer, für den aber ganz wichtig ist: "Wir müssen erst Plan A fertig haben, bevor wir uns mit Plan B beschäftigen."

Sollte es mit dem Klassenerhalt klappen, steht Volker Koppelt Gewehr bei Fuß: "Dann kommen natürlich neue Spieler." Zwei Mal ist der Sylter schon Meister in der Verbandsliga geworden, einmal sogar ungeschlagen. Darum ist klar: "Die Klasse ist für mich nur eine Durchgangsstation."

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