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Gelting : Die Polderlösung kommt – nur wann?

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Geltings Bürgermeister bemängelt das Tempo bei der Umsetzung des Hochwasserschutzes. 80 Einwohner sind von Überflutungen bedroht.

Der Ausschuss des Wasser- und Bodenverbandes Geltinger/Stenderuper Au hat in seiner jüngsten Sitzung einmütig beschlossen, die Planung eines Polders zum nachhaltigen Hochwasserschutz in Gelting bis zur „Ausschreibungsreife“ voranzutreiben. Damit ist die Alternative – Bau einer kanalartigen Umleitung – vom Tisch. Das kommt auch der Kommune gerade recht, denn auch die Geltinger Mandatsträger favorisieren diese Lösung, die als die wirtschaftlichste angesehen wird. Nach den Worten von Bürgermeister Uwe Linde hakt es in diesem Verfahren allerdings an planerischem Tempo. „Ich bekomme Bauchschmerzen, wenn ich mit ansehen muss, wie die Zeit verstreicht, ohne dass mit dem Bauvorhaben begonnen wird.“ In der Haut der 80 betroffenen Grundstückseigentümer möchte er nicht stecken.

Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigte sich das Geltinger Gemeindeoberhaupt deswegen „ratlos und enttäuscht“. Dem Planungsbüro sei kein Vorwurf zu machen, „denn es arbeitet nur nach Anweisung des Verbandsvorstandes.“ Linde sagte, er habe in den vergangenen Tagen bei Ostwind mit einiger Sorge feststellen müssen, dass der Pegel der Geltinger Au in der Ortslage wieder deutlich angestiegen ist. An der Schleuse in Grahlenstein sei vorsichtshalber die Klappe am Ende des sogenannten „Suez-Kanals“ geschlossen worden, um den Zustrom des Ostseewassers in die angrenzenden weiten „Promoll-Niederungen“ (mehr als 15 Hektar groß) zu verhindern. Linde erklärte vor Ort: „Hier ist bereits seit langem eine Polderlösung etabliert, die gut funktioniert.“ Der an einer Uferseite mit einem Wall ausgestattete Kanal verläuft teilweise parallel zur Geltinger Au, die sich unweit des Schlosses Gelting mit der Stenderuper Au vereinigt. Die Regulierung des Wasserstandes bei Grahlenstein wird durch aufwendiges Pumpen gewährleistet. Die Gemeindevertretung hatte schon vor Jahresfrist entschieden, dem Wasser- und Bodenverband maximal 300.000 Euro für den Hochwasserschutz im Kneippkurort zur Verfügung zu stellen und sich darüber hinaus auch an den Planungskosten für den neuen Polder zu beteiligen. Von der Landesregierung kam die Zusage, für das Projekt eine halbe Million Euro zu übernehmen – bezogen auf „die wirtschaftlichste Lösung“.

Zum Vergleich: Nach der Kostenschätzung des Planungsbüros, der Ingenieurgemeinschaft Reese und Wulff GmbH mit Sitz in Elmshorn, kostet die Polderlösung samt Grunderwerb 1,25 Millionen Euro, die Kanallösung hingegen 2,3 Millionen.

Bürgermeister Linde rechnete vor, dass der Wasser- und Bodenverband folglich mit 800.000 Euro an Zuschüssen auskommen muss. Im günstigsten Fall hätte der Verband 325.000 Euro für das Polderbauwerk aufzubringen – über Kreditaufnahme verfügbares Geld, das langfristig die 80 Betroffenen im Überflutungsgebiet zurückzuzahlen haben. Schon auf der großen Info-Veranstaltung im Oktober 2013 war klargeworden: Eine Rücklage hat der Verband nicht geschaffen.

Besorgt zeigt sich der Geltinger Bürgermeister zudem über den Umstand, dass die Landesregierung ihre finanzielle Zusage zurückziehen könnte, wenn nicht im Laufe dieses Jahres vom Verband Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Ich hoffe, dass das Projekt spätestens im Juni ausgeschrieben werden kann.“ Ein Fragezeichen stehe noch hinter dem Ergebnis der erforderlichen Untersuchung von Bodenproben.

Die Polderlösung mit einem relativ niedrigen Wall rundum soll ein 17 Hektar großes Gelände umfassen, das vom Ortsteil Freienwill bis zur Nordstraße (B 199) reicht. Es ist fast genau so groß wie jene Fläche, die bei der „großen Flut“ von 2011 überspült wurde.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 19:21 Uhr

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