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Kirchen-Serie : Die kleine Schwester des St.-Petri-Doms

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Die St.-Marien-Kirche in Sörup gilt als das imposanteste Gotteshaus in Angeln. Weil sie in der Vergangenheit Sommersitz des Bischofs war, erinnert sie an den Schleswiger Petri-Dom.

880 Jahre ist sie alt, die St.-Marien-Kirche in Sörup. Sie ist das imposanteste Gotteshaus in Angeln und hat nicht nur wegen ihrer Größe Ähnlichkeit mit dem Schleswiger Dom St. Petri. Der Grund dafür ist, dass Bauleute des Doms an der Errichtung des Gotteshauses aus Granitquadern beteiligt waren. „Sörup war eine Art Sommersitz des Bischofs“, erklärt Pastorin Regina Waack. „Deshalb wurde hier eine Kirche von dieser Dimension erbaut.“

Die verschiedenen Sockelprofile zeigen, wie der Bau damals von statten ging. Zuerst wurde nämlich der Rechteckchor hergestellt, danach die restlichen zwei Drittel des Kirchenschiffs. Schiff und Chor sind durch ein zweiteiliges Satteldach gedeckt, die Apsis – der halbkreisförmige Anbau – weist ein in sieben Segmente gegliedertes Dach auf. Die Nordseite hat die vergangenen Jahrhunderte ohne größere Schäden überstanden, der 57 Meter hohe gotische Turm wurde gegen Ende des Mittelalters mit einer Quaderverblendung aufgemauert. Er wird durch eine spitze, mit Blei gedeckte Turmhaube abgeschlossen. Das Tympanon über der Eingangstür zeigt ein Relief, das Christus bei der Übergabe des Schlüssels zum Himmelreich an Petrus und des Evangeliums an Paulus darstellt.

Für das romanische Bauwerk wurde der besondere Taufstein aus gotländischem Kalk angefertigt. Darauf ist die Kirchengemeinde besonders stolz, auch die Pastorin. Auf der Kuppa – der Schale der Taufe – sind die wandernden und betenden Heiligen Drei Könige, der Kindermord in Bethlehem sowie die Gefangennahme und Kreuzigung Christi zu sehen. Kalk aus Gotland wurde verstärkt von den Dänen zur Errichtung von Kirchen und Palästen verwendet. Die Verarbeitung dieses Materials setzte erst mit der Christianisierung ein. Ende des elften Jahrhunderts gab es einen regelrechten Bauboom, denn zu jener Zeit entstanden die ersten Kirchen aus Stein nach romanischem Vorbild.

„Auf dem schlichten Altar steht ein außergewöhnlich großes Kreuz“, hebt Waack zudem hervor. Dieses Triumphkreuz stammt aus dem 14. Jahrhundert und zeigt den leidenden Christus. Besonders schön sei auch die helle und klare Konstruktion des Gotteshauses, die sofort nach dem Eintreten auffalle. Aber die Pastorin schwärmt auch von den 72 Emporenbildern. All dies fällt jedem Besucher bei einem Rundgang durch die Kirche auf – bevor er sie durch das halbrunde Vorhaus und die Tür mit dem urtümlichen Holzschloss auf der Südseite wieder verlässt.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 18:55 Uhr

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