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Gelting : Die „Kinder von Tschernobyl“ sind da

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Zum 25. Mal betreuen Geltinger Helfer Jugendliche aus Weißrussland.

Zwei Tage und eine Nacht hat die Busfahrt von Kalinkowitschi nach Gelting gedauert. Inzwischen haben die neun Kinder aus Weißrussland die Müdigkeit überwunden. Tanja Kowalenko aus dem Dorf Duditschi ist mit zehn Jahren die Jüngste der Gruppe, die jetzt fast einen Monat lang vom Ostangelner Verein „Kinder von Tschernobyl“ betreut wird. Zwei Jungen sind dabei: Kirill Vaskovzov (12) und Vlad Bibik (11). Am Begrüßungstag im evangelischen Gemeindehaus ließen sie nur ungern ihren Lederball aus der Hand.

Die Kinder kommen aus einem Gebiet nahe des 1986 explodierten Atomkraftwerkes Tschernobyl. Zur Stärkung ihrer Gesundheit sind alle auf die fröhlich begonnene Erholungszeit angewiesen. Vier Gastgeber-Familien betreuen sie. Tatjana Hylsky aus Winnemark berichtet über die Aufnahme von drei Mädchen aus Belarus: „Sie haben sich binnen ganz kurzer Zeit eingelebt, toben durchs ganze Haus und spielen mit den Hunden.“

Für die Geltinger Arbeitsgruppe ist diese humanitäre Aktion von besonderer Bedeutung, denn es gibt ein Jubiläum zu feiern. Bürgermeister Uwe Linde, seit Kurzem Vereinsvorsitzender, und sein Team werden am Sonntag, 21. Juni, im Schwackendorfer Barfußpark auf das 25-jährige Engagement der Helfer zurückblicken. Anerkennung will den Geltingern dann auch Kreispräsident Ulrich Brüggemeier zollen.

Den Dank namens der weißrussischen Behörden aus Kalinkowitschi für dieses Bemühen sprach bereits der als Betreuer mitgereiste Leonid Birilov aus. Der 62-Jährige, führender Mitarbeiter des Statistischen Amtes auf Kreisebene, hat sich von Anfang an als „Motor vor Ort“ betätigt und zu den Geltinger Partnern, insbesondere zu den von Artur Lenhart geführten „Abholerteams“ , ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Gemeinsam mit der 29-jährigen Deutschlehrerin Swetlana Dawidowitsch trägt Birilov – rein rechtlich gesehen – die Verantwortung für das Wohlergehen der Tschernobyl-Kinder während ihres Aufenthalts in Angeln. „Wir freuen uns, hier sein zu dürfen“, betonte die Dolmetscherin. Uwe Linde dazu: „Ihr alle seid uns herzlich willkommen.“

Jeden Tag ganz nah bei der Gruppe im Einsatz ist der Geltinger Gerd Lorenzen. Der detaillierte Terminplan, den die Arbeitsgruppe entworfen hat, enthält etliche Highlights. Zahlreiche Ausflüge und Unternehmungen sind enthalten. Die Jungen und Mädchen aus Weißrussland nehmen unter anderem an den Wettkämpfen und am Umzug während der Geltinger Kindergilde (25. Juni) teil und bereiten sich gesanglich mit Bernd Jochimsen auf ihren Auftritt beim diesjährigen Benefizkonzert in der Katharinenkirche (18. Juni) vor. Die Abreise findet am 5. Juli statt - „aber dann unter Tränen“, wie Leonid Birilov voraussagt.  

 

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