Zukunftswerkstatt : Die große Wünsch-dir-was-Runde

In der Mensa der Gemeinschaftsschule diskutierten die Anwesenden unter der Leitung Rico Emge, Leon Legeland (beide Umbau Stadt GbR) und Benjamin Otto (Empirica, stehend von rechts).
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In der Mensa der Gemeinschaftsschule diskutierten die Anwesenden unter der Leitung Rico Emge, Leon Legeland (beide Umbau Stadt GbR) und Benjamin Otto (Empirica, stehend von rechts).

Erste Bürgerbeteiligung für ein Zukunftskonzept der Stadt Kappeln und ihrer Umlandgemeinden – Eine Ideensammlung als Grundlage der Planung.

shz.de von
07. Dezember 2017, 06:39 Uhr

Kappeln | Man hätte sich wünschen dürfen, dass mehr Kappelner die Chance genutzt hätten, sich Gehör zu verschaffen. Ihre Wünsche zu äußern. Vielleicht auch ihr Unverständnis. Auf jeden Fall aber ihre Stimme zu erheben. Immerhin ging es um nichts weniger als die Entwicklung ihrer Stadt. Genau das nämlich ist die große, zugegeben abstrakte, Überschrift, die, aufgeteilt auf Untertitel wie Daseinsvorsorge, Zukunftswerkstatt, Städtebauförderung, ganz langsam mit greifbaren Inhalten gefüllt werden soll. Und eben diese Inhalte sollen die Kappelner selber liefern, schließlich ist es ihre Heimat – oder, wie es einer der Diskussionsleiter formulierte: „Sie sind die Experten Ihrer Stadt.“ Nun war die Anzahl dieser Experten recht überschaubar, etwa 35 Bürger hatten den Weg in die Mensa der Gemeinschaftsschule gefunden. Gemeinsam erarbeiteten sie im Rahmen einer Zukunftswerkstatt so etwas wie eine Schlagwort-Liste, eine Aufzählung dessen, worin Kappeln besser sein könnte. Für eine Zukunft, in der die Stadt idealerweise stärker dasteht als derzeit. Nicht nur für die Kappelner selber, sondern auch für die Gemeinden um die Stadt herum.

Rico Emge und Leon Legeland, beide Stadtplaner des Büros Umbau Stadt aus Berlin, außerdem Benjamin Otto vom Forschungsinstitut Empirica aus Berlin, leiteten den Abend, bei dem diese Frage im Zentrum stand: Was kann das Leben in Kappeln attraktiver machen? Die Anwesenden arbeiteten sich dabei an mehreren Rubriken ab, diskutierten über Erholung und Freizeit, Wohnen und Infrastruktur, Bildung und Kultur – und konnten so am Ende eine stattliche Liste mit einigen recht konkreten Wünschen vorweisen. Dazu gehörten beispielsweise Indoorangebote wie eine Kletterwand oder ein Klimahaus, ein Gründerzentrum für junge Start-ups, eine optimierte Mehrzweckhalle, verbesserte Tagespflege, sozialer Wohnungsbau, mehr Aufenthaltsqualität in der Stadt, ausgebauter Personennahverkehr, ein Hallenbad, bessere Radwege oder Kappeln als Tagungsort. Leon Legeland fasste das am Ende so zusammen: „Das ist war die große Wünsch-dir-was-Runde. Wir müssen das nun begutachten auf Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit. Und auf Fördermöglichkeiten.“

Tatsächlich ist es nämlich so: Die Stadt Kappeln ist in das Städtebauförderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ aufgenommen worden, Zuschüsse gibt es jedoch erst für konkrete Projekte. Das „Zukunftskonzept Daseinsvorsorge“, das das Büro Umbau Stadt nun – zum einen mithilfe der Bürger, aber auch mithilfe einer Lenkungsgruppe und einigen Akteuren der Stadt mit besonderem Fachgebiet – erstellt, wird zum einen den Bestand, vor allem aber den Bedarf der Stadt analysieren. Auch im Hinblick auf die Funktion, die Kappeln für die umliegenden Gemeinden einnimmt. Aus diesen insgesamt zehn Gemeinden, die dabei berücksichtigt werden, war am Abend der Zukunftswerkstatt übrigens gerade mal ein Vertreter aus Rabel anwesend. Das „Zukunftskonzept Daseinsvorsorge“ und die sich daran anschließenden sogenannten vorbereitenden Untersuchungen, die sich auf die Kernstadt beziehen, stellen die Grundlage für konkrete Projekte dar. Rico Emge kündigte an, das Konzept bis zum Sommer nächsten Jahres vorlegen zu wollen. Vorher aber soll noch ein spezieller Jugend-Workshop stattfinden. Denn abgesehen davon, dass in der Schul-Mensa so gut wie keine Umlandgemeinde und aus Kappeln zwar etliche Funktionsträger, aber wenig Bürger ohne offizielle Aufgabe vertreten waren, fehlte die junge Generation komplett. Emge sagte dazu: „Die Beteiligung der Jugend ist heute Abend zu kurz gekommen. Das müssen wir nachholen.“ Für März ist zudem eine weitere Info-Veranstaltung für alle Bürger geplant. Wer zwischendurch eine Idee loswerden will, kann das unter Telefon 0 30 / 8 91 67 06 oder legeland@umbaustadt.de. 

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