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Grosse Solidarität : Die ganze Region kämpft um die Schlei

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Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Verliert die Schlei ihren Status als Bundeswasserstraße, könnte dies einschneidende Folgen für den Tourismus haben. Jetzt zeigt sich Damp, obwohl weit weg von der Schlei, solidarisch. Und Kappeln bereitet eine Resolution vor.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 07:45 Uhr

Die Gemeindevertretung Damp hat sich gegen eine Herabstufung der Schlei als Bundeswasserstraße ausgesprochen. Auf Antrag der Fraktion Aktive Bürger Damp (ABD) wurde Damps Bürgermeister Horst Böttcher einstimmig beauftragt, im Namen der Gemeinde eine entsprechende Unterschriftenaktion zu unterstützen. Die mögliche Herabstufung der Schlei als Bundeswasserstraße sei nicht in Ordnung, hieß es dazu. Zusätzlich stehe es jedem frei, sich privat an der Unterschriftenaktion zu beteiligen, die die Lenkungsgruppe Wassertourismus der Industrie- und Handelskammer Flensburg und die Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg (Wireg) Anfang August gestartet hatten (wir berichteten).

Uwe Wichert hatte zuvor für die ABD den Antrag damit begründet, dass die Schlei ein sehr wichtiger Anziehungspunkt für den Tourismus sei. Mit der Herabstufung der Schlei als Bundeswasserstraße drohe nun, dass der Bund seine Leistungen für die Schifffahrt zurückfährt, machte Wichert in der Damper Gemeindevertretung deutlich. Auch wenn die Schlei nicht mehr die Bedeutung für den Güterumschlag habe, so sei sie als Wasserstraße dennoch Basis für eine sehr hohe Wertschöpfung in der Region, so für Werften, den Personenverkehr und auch für den Wassersport. „Wir müssen aktiv werden und sagen, dass wir als Gemeinde nicht damit einverstanden sind“, begründete Wichert den Antrag zur Unterstützung der laufenden Unterschriftenaktion.

Auch Wolfgang Schön von der CDU sprach sich für den ABD-Antrag aus. Schön befürchtete schwere Folgen für die Region und den Wassersport, wenn die Betonnung des Fahrwassers eingeschränkt werde oder die Fahrrinne nicht mehr in der gewohnten Weise ausgebaggert werde. Und Jürgen Zinkmann (SPD) wies auf die hohe Bedeutung des Gewässers hin mit der damit verbundenen wirtschaftlichen Bedeutung als Magnet für die ganze Region.

Stephan Jung, bei der Wireg unter anderem zuständig für Wirtschaftsförderung im Kreisgebiet Nord, begrüßte das Votum des Damper Gemeinderats. „Ich freue mich, dass auch Gemeinden, die nicht an der Schlei liegen, wie zum Beispiel Schafflund, diese Aktion mittragen. Es herrscht eine flächendeckende Solidarität unter den Gemeinden.“ Jung schätzte, dass bei einer Rückstufung der Schlei die Tourismuszahlen um mindestens zehn Prozent sinken. Gemeinden wie Damp und Eckernförde, die auch nicht an der Schlei liegen, würden die Aktion unterstützen, denn auch sie müssten Einbußen befürchten, weil die Gäste die Region als Gesamtpaket wahrnehmen würden.

Die Übergabe der unterschriebenen Postkarten erfolgt zwar erst im Oktober, doch schon jetzt soll eine große Resonanz da sein. Bei Jung sind bereits 3000 Karten eingetroffen, obwohl die meisten noch in den Gemeinden im Umlauf sind. Jung: „Der gute Rücklauf stimmt uns sehr hoffnungsvoll, dass wir am Ende auf eine hohe Zahl kommen. Ich freue mich, dass auch Urlauber die Karten unterzeichnen, zeigt es doch, welche Bedeutung der Angelegenheit zukommt.“

Die hohe Nachfrage nach den Postkarten hat dazu geführt, dass Wireg und die regionale Tourismusorganisation Ostseefjord-Schlei-GmbH (OFS) nochmals 20.000 Postkarten zu der Startauflage von 20.000 Exemplaren drucken ließen. Zu diesen 40.000 Postkarten kommen weitere 70.000 Flyer, die im Umlauf sind. OFS-Geschäftsführer Max Triphaus hofft, dass der Rücklauf weiterhin anhält. „Derzeit erreichen uns jede Stunde Anfragen zu dem Thema“, sagte er. Die Stellungnahme der Damper Gemeindevertretung sei die Solidarität, die man brauche. „Jede öffentliche Stellungnahme für den Erhalt der Bundeswasserstraße hilft uns weiter.“

In diese Richtung geht auch eine Initiative aus Kappeln. Wie Bürgermeister Heiko Traulsen sagte, ist in Kappeln eine Resolution in Vorbereitung. „Die Resolution steht, sie muss aber von der Politik noch beschlossen werden“, so Traulsen. Diese Resolution ist so angelegt, dass alle Schleianliegergemeinden von Maasholm bis Schleswig sie unterzeichnen können. Die Erklärung soll erst Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und danach Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer übergeben werden.

Stephan Jung hält derartige Aktionen für den Erfolg der Initiative für unerlässlich. „Der Bund wird im nächsten Jahr nicht gleich die Baggerarbeiten einstellen, aber mittelfristig können diese Arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes versanden.“ Um da den längeren Atem zu haben, müsse man mit Lobbyarbeit ständig am Ball bleiben. Andere Regionen seien auch von der beabsichtigten Regelung betroffen und würden dagegen massiv protestieren. Jungs Resumee: „Wer den Kopf in den Sand steckt, wird am Ende nichts erreichen.“

 

 

 

 

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