Kappeln : „Die Bücherei wird zum Treffpunkt“

Überschaubare Teilnehmerzahl: Die „Buchstützen“ tagten standesgemäß in der Stadtbücherei.
Überschaubare Teilnehmerzahl: Die „Buchstützen“ tagten standesgemäß in der Stadtbücherei.

Der Förderverein „Die Buchstützen“ blickt zurück auf ein ereignisreiches Jahr.

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18. Dezember 2017, 07:00 Uhr

Die „Buchstützen“ sind ihrem Namen in diesem Jahr spürbar gerecht geworden – zumindest, wenn man Büchereileiterin Petra Herzig fragt. Anlässlich der Jahresversammlung nämlich zählte sie eine lange Liste an Tätigkeiten auf, bei der die Mitglieder des Fördervereins der Bücherei aktiv geworden waren. Herzigs Fazit: „Sie sind daher genau das – eine echte Stütze.“

Und tatsächlich hat der Verein im ausklingenden Jahr eine ganze Reihe an Veranstaltungen auf die Beine gestellt – einerseits um das Lesen, das Medium Buch oder auch speziell die plattdeutsche Sprache zu fördern, andererseits um die Bücherei selber noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Vereinsvorsitzende Annemie Dick erinnerte an mehrere jeweils dreitägige Bücherflohmärkte, eine Theodor-Storm-Lesung, einen Ringelnatz-Abend, eine Vortragsveranstaltung zum Thema Yanomami-Indianer und an die viertägige Plattdeutsch-Reihe, mit der die „Buchstützen“ die Verleihung des Niederdeutschen Literaturpreises umrahmt hatten. Vereinsmitglied Monika Jenner hatte dabei den Hut auf gehabt und betonte im Rückblick: „Ich habe das als einen echten Erfolg gesehen, zumal wir das ja zum ersten Mal gemacht haben.“

Ebenfalls beschäftigt hat die „Buchstützen“ eine Unterschriften-Aktion, mit der man politischen Gedankenspielen entgegen treten wollte, die Bücherei an einen anderen Standort zu verlegen. Annemie Dick sprach von rund 2500 Unterschriften, die man von April bis August gesammelt und der Bürgervorsteherin übergeben habe. Dick: „Damit verbunden war die Bitte, diesen Bürgerwillen bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen.“ Nicht ganz die gewünschte Berücksichtigung findet derweil eine Tasche, die der Verein in Umlauf gebracht hat. Versehen mit dem Logo der Bücherei und der „Buchstützen“ sowie dem Spruch „Man leiht sich ja sonst nichts“ wird sie für 12 Euro in der Bücherei verkauft. Über das große Format herrschen im Verein jedoch gegenläufige Meinungen. Von 50 Taschen wurden bislang zehn verkauft.

Dem Vereinsvermögen hat dieser einigermaßen schleppende Verkauf jedoch keinen Schaden zugefügt. Kassenwart Norbert Dick konnte für das Jahr 2016 Einnahmen von 2508 Euro und Ausgaben von 2735 Euro verbuchen. Seine Prognose für 2017: „Das wird deutlich besser aussehen.“

Büchereileiterin Petra Herzig hatte im zu Ende gehenden Jahr ebenfalls etliche Veranstaltungen auf die Beine gestellt – darunter Führungen, den Ferien-Lese-Club, Vorlesetage, die Maxi-Lesekönige. Auch wenn sich diese Angebote in erster Linie an Kinder richten, gehören zu den regelmäßigen Besuchern der Bücherei auch Senioren oder Geflüchtete, Jugendliche kommen in die Bücherei, um dort ihre Hausaufgaben zu erledigen – so Herzigs Beobachtung. „Die Bücherei wird mehr und mehr zu einem echten Treffpunkt“, sagte sie. Dabei soll die Schwelle so niedrig wie möglich gehalten werden. Und: Auch die Zahl der Lehrer, die etwa das Angebot der Fernleihe für sich und ihre Schüler entdecken, sei größer geworden. „Es wird verstärkt wahrgenommen, dass die Bücherei den Unterricht beispielsweise mit Wissensboxen unterstützen kann“, sagte die Leiterin.

Baulich hat sich in diesem Jahr ebenfalls einiges getan: „Wir haben jetzt eine richtige Küche mit Spülmaschine“, sagte Herzig. „Das ist wirklich eine tolle Sache.“ Ein Arbeits- und Abstellraum sei hinzugekommen, die Sanierung der Toiletten sei allerdings noch in Arbeit.

Für das nächste Jahr stehen bereits die Wiederholung der Bücherflohmärkte und die Teilnahme am Literatursommer fest. Die Lesungen der Lesedamen der „Buchstützen“, Monika Jenner und Angelika Baron, sollen indes künftig einem unregelmäßigen Rhythmus folgen. Vorstandsmitglied Bernd Heuer wünschte sich mehr Ideen und Anregungen aus den Reihen der Mitglieder – „damit es nicht nur am Vorstand hängt, die Bücherei zu unterstützen“, sagte er. Dazu seien die Mitglieder auch jederzeit zu den Vorstandssitzungen willkommen, um nicht nur mitzudiskutieren, sondern auch mitentscheiden zu können.

Bei den fälligen Wahlen wurden alle Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt: Vorsitzende Annemie Dick und Beisitzer Christian Andresen für je ein Jahr, zweite Vorsitzende Magret Petzold, Schriftführer Bernd Heuer und Beisitzerin Renate Rackow für je zwei Jahre.

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